RP Dr. Bollermann: Region braucht Fläche, Straße und Schiene

wS/ihk    Siegen   – Klare Worte wählte der Arnsberger Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann im Rahmen der Wintervollversammlung der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), die unter Vorsitz von Präsident Klaus Th. Vetter tagte. Dr. Bollermann bekannte sich nachdrücklich und anerkennend zu der starken Industrieregion Südwestfalen und ganz besonders zu der im Landesvergleich weit überdurchschnittlichen Industriestärke des IHK-Bezirks.

Als entscheidende Rahmenbedingungen für erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit nannte er die drei Faktoren Fläche, Straße und Schiene. „Wenn wir eine Industrieregion sein wollen, dann brauchen wir selbstverständlich eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur, die ihrerseits überhaupt Voraussetzung ist, um Unternehmensstandorte auf konkreten Gewerbeflächen überhaupt zu erreichen“. Allein der hohe Exportanteil des produzierenden Gewerbes sei schon ein wichtiges Indiz für ausreichende Straßenverbindungen in einem vernünftigen Zustand, ergänzte er. Die nicht einfache Topografie der Region oder auch Naturschutzfragen seien oftmals problematisch, allerdings kein Grund, trotzdem engagiert Gewerbeflächen bereitzustellen. „Es gibt hier aber auch Kommunen, die an dieser Stelle Entwicklungen verschlafen haben. Ich muss sicher keine Namen nennen, denn Sie kennen sich untereinander gut genug und wissen, wovon ich rede“, stellte Dr. Bollermann zurückblickend fest.

Eine Lanze brach der Regierungspräsident in diesem Zusammenhang für die Ruhr-Sieg-Strecke. „Auch außerhalb von Siegen-Wittgenstein und Olpe müssen wir noch deutlicher machen, dass diese Strecke nicht in Siegen endet. Sie hat Verbindungen nach Hessen und ins Rheinland – und damit eine hohe Priorität. Wir müssen jetzt Weichen stellen, damit die Wirtschaft in der Region eine Zukunft hat. Diese Herausforderungen hat die Bezirksregierung erkannt. Dafür stehe ich auch persönlich,“ bekannte sich der Regierungspräsident unter starkem Beifall der Unternehmerschaft.

Neben diesen standortpolitischen Themen erläuterte der Regierungspräsident seine Position in der aktuellen Diskussion um die Energiewende. Dabei verwies er auf die kürzlich vorgelegte Studie zu den regionalen Potenzialen bei der Nutzung regenerativer Energien und kündigte an, dass er mit großem Nachdruck und in kurzer Frist alle regionalen Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammenführen wolle, um in dem ehrgeizigen Ziel voranzukommen, Südwestfalen zur Energie-Pilotregion zu entwickeln.

Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass diese Energiewende nur mit Augenmaß und Realitätssinn gemeistert werden kann: „Eine zuverlässige Energieversorgung über 24 Stunden an 365 Tagen zu wettbewerbsfähigen Preisen bleibt das A und O und damit eine Grundbedingung für die energieintensiven Industrieunternehmen der Region.“ Das machten mehrere Unternehmer unmissverständlich deutlich.

Bildzeile: Präsidium der IHK Siegen mit dem Arnsberger Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann (zweiter von rechts).

 

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