Bessere Chancen für Darmkrebspatienten

wS/dsw  –  Jung-Stilling-Krankenhaus  –  „Was den Darmkrebs angeht, sprechen wir von einer Erfolgsgeschichte“, sagte Professor Dr. Joachim Labenz, Chefarzt des Siegener Jung-Stilling-Krankenhauses und zugleich Bundesvorsitzender der Gastroenterologen. Denn wie er bei einer Veranstaltung im Hörsaal des Diakonie Klinikums erklärte, „haben sich die Behandlungsaussichten in den vergangenen Jahren stetig verbessert, so dass viele Patienten geheilt werden können“. Erfolgreich war auch die Resonanz auf die Informationsveranstaltung.

Die Sitzplätze im Hörsaal reichten nicht aus, so dass weitere Stühle aufgestellt werden mussten. Schlussendlich lauschten 140 Besucher den Ausführungen von Labenz und seinem Team. Die Mediziner informierten über die aktuelle Darmkrebsvorsorge- und Behandlung im Jung-Stilling-Krankenhaus. Moderne Therapiemethoden der Klinik reichen von endoskopischen Eingriffen über minimal-invasive Operationen bis hin zu offenen Bauch-Operationen.

Beispielsweise können Tumoren im Frühstadium meistens während einer Darmspiegelung entfernt werden. Bei größeren Tumoren wird je nach Ausdehnung des Geschwürs zwischen einem Eingriff über kleine Schnitte oder einer offenen Bauch-Operation entschieden. Zusätzlich erfolgt bei einigen Patienten eine Strahlen- oder Chemotherapie. „Nicht immer sind solche begleitenden Verfahren nötig“, erläuterte Oberarzt Dr. André Ragheb. Bei oberflächlichen Tumoren reiche es beispielsweise häufig aus, den Tumor zu entfernen.

Wichtig ist den Ärzten der Medizinischen Klinik eine fachübergreifende Behandlung. Das Netzwerk reicht vom Hausarzt, der einen Darmkrebs-Verdacht äußert, über Magen-Darm-Spezialisten bis hin zum Chirurgen, der den Tumor operativ entfernt. Auch Onkologen und Strahlentherapeuten sind an der Behandlung beteiligt.

Was diese modernen Verfahren bewirken, erklärte Labenz den Gästen: „Zwar steigt die Anzahl der Erkrankungen, die meisten Patienten überleben den Darmkrebs aber.“ Voraussetzung für eine Verminderung von Darmkrebserkrankungen sei jedoch, dass so genannte Polypen (gutartige Gewächse der Darmschleimhaut) frühzeitig erkannt würden. Polypen sind eine Vorstufe von Darmkrebs. „Wenn sie rechtzeitig entfernt werden, dann entsteht Krebs erst gar nicht“, sagte Labenz. Denn aus den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte wisse man, dass sich Darmkrebs über viele Jahre hinweg entwickelt. „Durch eine regelmäßige Vorsorge können sicher weit mehr als die Hälfte der Darmkrebserkrankungen verhindert werden“, verdeulichte der Chefarzt.

Ab dem 55. Lebensjahr finanzieren Krankenkassen sogar alle zehn Jahre eine Darmspiegelung zur Vorsorge und Früherkennung – für Menschen, die keinerlei Darmbeschwerden haben. „Trotzdem nimmt nur ein kleiner Prozentsatz der über 55 Jährigen dieses Angebot wahr“, veranschaulichte Oberarzt Dr. Dietmar Zielinski. Dies müsse erheblich besser werden – wozu die Veranstaltung hoffentlich beitragen würde.

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Vor rund 140 Besuchern erklärten Chefarzt Professor Dr. Joachim Labenz und sein Team die modernen Methoden der Darmkrebsbehandlung im Siegener Jung-Stilling-Krankenhaus. Gleichzeitig sensibilisierten sie ihre Zuhörer für eine regelmäßige Darmkrebs-Vorsorge.

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