Kunst und Grün am Stadteingang West

wS/oo Siegen. Die Kreuzung Fischbacherberg Straße / Freudenberger Straße markiert den Eingang zur Innenstadt von Siegen aus westlicher Richtung kommend. Täglich passieren tausende von Einpendler diesen markanten Punkt. Zudem strömen die Schülerinnen und Schüler der Berufskollegs an diesem Straßenabschnitt vorbei. Kurzum: Die Stadt gibt hier eine Visitenkarte ab, die den Gesamteindruck prägt. Umso wichtiger, hier ein gutes Erscheinungsbild zu schaffen, dachte sich auch Martin Zielke, Gründer und Motor der Initiative „Siegen sind wir“.

Jetzt konnten Zielke und seine Unterstützer ein erstes Ergebnis der Verschönerungsaktion präsentieren. Am Gebäude des „Ofenhauses Konrad“ prangt ein Wandgemälde der 51-jährigen Künstlerin Tzveta Grebe mit dem Sieg-Hügel als Motiv. Durch die Mithilfe tatkräftiger Partner zeigt sich das Eckhaus inzwischen so ansprechend, dass Schüler auf ihren Weg stehen bleiben und sich über den neuen historischen Blick auf Alt-Siegen unterhalten.

Die Zusage der Familie Konrad, Eigentümer des Gebäudes, gab den Startschuss für das Wandgemälde an der Fischbacherbergstraße. Tatkräftige Hilfe kam vom Heimatverein Achenbach, der die Ausschachtungsarbeiten im letzten Jahr übernahm. Der Malerbetrieb Jank reinigte und sanierte die Fläche und ermöglichte damit die künstlerische Wandgestaltung mit einem landwirtschaftlichen Motiv von den Sieg-Hügeln.

Die aus Bulgarien stammende, 51-jährige Malerin Tzveta Grebe die Kunst studiert hat und seit 15 Jahren in Siegen lebt, ist Mitglied im Kunstkreis Siegerland und im Kunstverein Siegen. Sie gestaltete bereits zahlreiche Schaltkästen und Wandflächen in Siegen und Umgebung und hat dadurch bereits eine Menge über Siegen gelernt. „Für mich ist es eine besondere Herausforderung in der Öffentlichkeit zu malen, da ich unmittelbar die Reaktionen der Menschen mitbekomme“, sagte sie. So kommt es vor, dass ihr ältere Mitbürger bei der Betrachtung der Bilder danken und ihr von Erlebnissen aus der Kindheit erzählen. Für jedes Projekt, das sie begleitet, übernimmt die Künstlerin die Patenschaft, das heißt, sie bessert auch nach Ende des Projektes weiter eigenhändig aus, wenn Umwelteinflüsse das Bild angreifen.

Die Bürgerstiftung Siegen begleitet bereits seit mehreren Jahren die Initiative „Siegen sind wir“. 3.500 Euro gab es nun, um dieses Wandgemälde den Bürgern zur Verfügung stellen zu können. „Neben der Stadtverschönerung gefällt uns, dass wir Siegen so als Gemeinschaftsaufgabe sehen können. Jeder Einzelne kann für Siegen Verantwortung übernehmen. Vereine, Organisationen, Kindergärten oder Schulen können sich einbringen. Dieses bürgerschaftliche Engagement wollen wir unterstützen“, sagte Roland Sagasser, Vorstandsmitglied der Stiftung.

Sagasser weiter: „Mit diesem Wandgemälde fördern wir aber auch konkret das geschichtliche Wissen über die Stadt Siegen. „Wer weiß zum Beispiel schon, dass am Lindenberg früher eine Windmühle stand“. Das Gemälde von Tzveta Grebe ist ein erster Schritt zu einer umfassenden Gestaltung des Umfelds. Die Siegener Entsorgungsbetriebe werden die Reinigungsarbeiten in der vorbeifließenden Alche übernehmen. Mitarbeiter der Stadt Siegen werden das Geländer an der Alche reinigen und neu streichen. Außerdem stellt die städtische Grünflächenabteilung 20 Blumenkästen auf und bepflanzt sie.

„Die Begrünung des Umfeldes passt hervorragend zu unserer Kampagne „Siegen blüht auf“, so Michael Langenbach, Leiter des Grünflächenamtes. Mit dieser Kampagne bewegt sich die Stadt Siegen erstmals am Bundeswettbewerb „Entente Florale“. Im Juli wird eine Jury die Stadt bereisen und die Ideen in Augenschein nehmen, unter anderem auch das Umfeld und das neue Wandgemälde am Fischbacher Berg hinter dem Bahnhof. Auch weitere Schaltkästen mit Szenen aus dem Alltagsleben von Menschen in Alt-Siegen will Tzveta Grebe bemalen.

Bis zum Sommer sollen die Verschönerungs-Arbeiten abgeschlossen sein. Interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger sind herzlich eingeladen, selber mitzuerleben, wie der neue Blick entsteht.

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