Schulung für Beschützer heimischer Flusskrebse

(wS/uni) Siegen – Der europäische Edel- oder Flusskrebs ist in Gefahr. Zwar gibt es noch Rückzugsgebiete in unseren Gewässern, doch amerikanische Krebsarten verunreinigen durch eine Pilzerkrankung, die sogenannte Krebspest, die Gewässer. Während die amerikanischen Arten dagegen immun sind, verläuft die Krankheit für europäische Vertreter tödlich und hat das Aussterben vieler Krebsvorkommen zur Folge. Um die heimischen Flusskrebsbestände zu schützen, betreibt der Fischereiverband NRW und der Naturschutzbund in NRW (NABU) das Edelkrebsprojekt NRW. Projektleiter Dr. Harald Groß bietet am 18. März 2014 an der Universität Siegen eine Schulung für Krebs-Kartierer an.

Edelkrebse sind durch die Krebspest gefährdet. Die genauen Bestände müssen zum Schutz der Tiere erfasst werden. Foto: Chris Luckhaup/Uni

Edelkrebse sind durch die Krebspest gefährdet. Die genauen Bestände müssen zum Schutz der Tiere erfasst werden. Foto: Chris Luckhaup/Uni

Die Schulung findet von 18 bis 21 Uhr in der Biologie, Raum AR-B-2011, an der Universität Siegen (Adolf-Reichwein-Str. 2, 57068 Siegen) statt. Das erste Ziel des Projektes ist eine landesweite Erfassung der Flusskrebsbestände. Diese Erfassung erfolgt durch ehrenamtliche Kartierer. Auf der Schulung neben der speziellen Gefährdungssituation, die Bestimmung der einzelnen Arten vermittelt. Weiterhin werden Nachweismethoden für diese nachtaktive Tiergruppe erläutert.

Ehrenamtliche Kartierer

Die Schulung soll die Teilnehmer befähigen, im Rahmen des Edelkrebsprojektes NRW und der gesetzlichen Bestimmungen selbstständige Überprüfungen von Gewässern auf eine Besiedlung durch Flusskrebse durchzuführen. Diese ehrenamtliche Tätigkeit leistet einen entscheidenden Beitrag, die derzeit nur lückenhaft bekannte Verbreitung der Arten zu klären. Im geringen Rahmen werden für Kartierungsarbeiten geschulter Kartierer auch Aufwandsentschädigungen gezahlt.

Jeder, der ehrenamtlich als Krebs-Kartierer mithelfen möchte, die Bestände der heimischen Edelkrebse zu erfassen, ist herzlich willkommen. Denn: Auch in der Sieg konnten die aggressiven amerikanischen Krebsarten bereits in hohe Bestandsdichten nachgewiesen werden. In NRW existieren inzwischen sogar fünf amerikanische Flusskrebsarten, die nicht nur den einheimischen Edelkrebs, sondern auch Fische und im Wasser lebende Kleintiere gefährden. Genaue Kenntnis über das Vorkommen der einzelnen Arten, damit auch über das Vorkommen der amerikanischen Krebsarten, ist für den Schutz der Edelkrebse extrem wichtig.

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