Gesundheitsausschuss stellt Zukunftsinitiative vor

(wS/kr) Siegen-Wittgenstein – Gibt es künftig noch genügend Haus- und Fachärzte in Siegen-Wittgenstein? Wie kooperieren die Krankenhäuser bei ihren Angeboten? Welche Wege müssen gegangen werden, um eine wohnortnahe medizinische Versorgung zu gewährleisten? Wo können Angebote wie gebündelt oder durch Zusammenarbeit verbessert werden? Wie sieht künftig das Zusammenspiel von Kliniken und niedergelassenen Ärzten aus? Das sind nur einige der Fragen, die Landrat Paul Breuer im Rahmen der „Zukunftsinitiative „Gesund in Siegen-Wittgenstein“ bearbeitet wissen möchte. Breuer hat die Initiative jetzt (Mittwoch, 13. März 2014) im Kreisgesundheitsausschuss vorgestellt.

„Die medizinische und gesundheitliche Versorgung in Siegen-Wittgenstein wird in den nächsten Jahren ein maßgeblicher Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Region sein“, unterstrich der Landrat: „Um hier dauerhaft erfolgreich zu sein, müssen wir die Kompetenzen und Erfahrungen aller gesundheitspolitischen Akteure zusammenführen und uns mit einem wirkungsvollen Handlungskonzept aufstellen.“

Sowohl der Gesundheitsausschuss als auch die Gesundheitskonferenz hätten sich immer wieder mit diesen wichtigen Themen befasst und es sei auch eine ganze Reihe von Erfolgen erzielt worden, betont der Landrat. In der Tat stehe Siegen-Wittgenstein in vielen Bereichen gut da. Beispielhaft nannte Breuer das bestehende Krankenhausangebot, die umfassende ambulante und stationäre Versorgung oder die Kinderklinik, deren Bestand durch erhebliche Anstrengungen gesichert werden konnte. Auch die Notfallrettung befinde sich auf sehr gutem Niveau, mit kreisweit insgesamt neun Standorten für Rettungswachen.

Allerdings müsse festgestellt werden, dass sich die Anforderungen gewandelt hätten: Die reine Daseinsvorsorge sei längst mit weitergehenden und fachübergreifenden Herausforderungen verknüpft, etwa die Fachkräfteversorgung oder die zukunftsfähige Gestaltung weicher Standortfaktoren. Paul Breuer: „Wir brauchen in vielen Fragen eine noch bessere Einbindung aller Kompetenzen und eine noch bessere Abstimmung der Maßnahmen miteinander. Fragen, mit denen wir uns in der Vergangenheit isoliert befasst haben, müssen teilweise in anderen Zusammenhängen neu bewertet werden. Deshalb ist es wichtig, mit der Zukunftsinitiative in einen umfassenden Prozess zur systematischen Entwicklung von zielen und Maßnahmen einzusteigen.“

Als grundsätzliche Ziele nennt Breuer den Erhalt einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung, so wohnortnah wie möglich. Zwischen den Krankenhausträgern in der Region müsse eine intelligente und noch engere Zusammenarbeit entwickelt werden, um Kosten zu senken, ohne Abstriche in der Qualität machen zu müssen. Potenziale müssen für Breuer auch durch die verstärkte Bündelung von Angeboten, etwa in Form von Gemeinschaftspraxen oder Versorgungszentren, ausgelotet werden. Maßnahmenpakete seien zu erarbeiten für Fragen der Mobilität, um beispielsweise Antworten zu finden auf die Frage, wie insbesondere ältere Patienten zu ihren Haus- und Fachärzten kommen.

Wichtige Schwerpunkte für die Entwicklung der Region bilden die Fachkräftegewinnung und Fachkräftebindung. „Hier spielen die Vermittlung der hohen Lebensqualität in Siegen-Wittgenstein, Programme zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Bindung von Fachpersonal schon in der Ausbildung eine besondere Rolle. Es muss noch stärker das persönliche Lebensumfeld der Fachkräfte betrachtet werden, um sie für ein Leben und Arbeiten in der Region zu begeistern“, erläutert Breuer. Bei alledem gebe es bereits erfolgversprechende Initiativen, an die man anknüpfen könne, wie den Weiterbildungsverbund Siegerland oder die Gesundheitsregion Siegerland.

Im Rahmen der Zukunftsinitiative sollen sich zentral der Gesundheitsausschuss und die Gesundheitskonferenz Siegen-Wittgenstein mit den relevanten Themen befassen. Neben den Städten und Gemeinden werden auch die Pflegekonferenz und, soweit erforderlich, weitere Akteure eingebunden.

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