Ausgründung der Uni Siegen war Wegbereiter für Chemie-Nobelpreis

(wS/uni) Siegen – Für das just mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnete STED-Verfahren werden fluoreszierende Farbstoffe benötigt, an deren Entwicklung Siegener Forscher entscheidend beteiligt waren. Weltweit gibt es nur eine Handvoll Firmen, die in der Lage sind, solche Fluoreszenzfarbstoffe zu produzieren. Einer dieser Hersteller ist die ATTO-TEC GmbH – eine Ausgründung der Universität Siegen.

Das Labor-Team von ATTO-TEC mit Dr. Monika Hamers-Schneider, Katrin Limper, Dr. Alexander Zilles, Jasmin Burgmann, Dr. Norbert Kemnitzer, Brigitte Niesenhaus, Prof. Karl H. Drexhage, Dr. Jutta Arden-Jacob und Geschäftsführer Dr. Jörg Reichwein (v. li.). Foto: Uni

Das Labor-Team von ATTO-TEC mit Dr. Monika Hamers-Schneider, Katrin Limper, Dr. Alexander Zilles, Jasmin Burgmann, Dr. Norbert Kemnitzer, Brigitte Niesenhaus, Prof. Karl H. Drexhage, Dr. Jutta Arden-Jacob und Geschäftsführer Dr. Jörg Reichwein (v. li.). Foto: Uni

Bereits Mitte der 90er Jahre hat ATTO-TEC-Mitgründer Prof. Karl H. Drexhage mit dem damals noch weniger bekannten Wissenschaftler Stefan Hell zusammengearbeitet. Der jetzige Chemie-Nobelpreisträger erkundigte sich nach Farbstoffen, die für seine Ideen der optischen Nanoskopie geeignet sein könnten. Für seine wegweisenden Forschungen zur Verbesserung der Auflösung in Lichtmikroskopen benötigt das von ihm entwickelte STED-Verfahren fluoreszierende Farbstoffe mit besonderen Eigenschaften.

Mit diesen Farbstoffen können die einzelnen Zellbestandteile markiert und so bei Lichtbestrahlung zum Leuchten angeregt werden. Die für diese Art der optischen Höchstauflösung benötigten großen Laserintensitäten führen aber gewöhnlich zu einem sehr schnellen Ausbleichen der Farbstoffe. Dieses Phänomen ist aus dem Alltag bekannt: Bei starker und andauernder Sonneneinstrahlung gehen viele Farbstoffe kaputt.

Die in Siegen entwickelten ATTO-Farbstoffe zeichnen sich durch eine besonders hohe Lichtechtheit aus. In mehreren gemeinsamen BMBF-Projekten haben ATTO-TEC und Hells Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen in den Folgejahren zusammen gearbeitet. Die Siegener Forscher nahmen dabei mit der Entwicklung verbesserter Fluorophore eine Schlüsselrolle ein und ebneten den Weg für das prämierte STED-Verfahren.

Gründung der Firma ATTO-TEC

Hauptgesellschafter und Leiter der Farbstoffentwicklung bei ATTO-TEC ist Prof. Karl H. Drexhage. Bevor Drexhage 1978 als Professor für Physikalische Chemie nach Siegen berufen wurde entwickelte er bei Eastman-Kodak in den USA hocheffiziente Laser-Farbstoffe. An der Universität Siegen erforschte er bis zu seiner Emeritierung die Grundlagen der Lichtemission von Farbstoffen.

Als die praktische Nutzung solcher Fluorophore in der Biochemie und Medizin immer mehr zunahm, begann seine Arbeitsgruppe gänzlich neue Farbstoffe zu entwickeln, die sich besonders gut zur Markierung von Biomolekülen eignen. Der weltweit steigende Bedarf an solchen hochsensitiven Markierungsmethoden gab schließlich den Ausschlag für eine Vermarktung der Farbstoffe und die Gründung der Firma ATTO-TEC im Jahre 1999 mit Unterstützung der Forschungstransferstelle der Universität Siegen.

Etliche MitarbeiterInnen von ATTO-TEC haben in Siegen studiert und bei Prof. Drexhage promoviert. Auch heute besteht aufgrund gemeinsamer Forschungsinteressen eine enge Bindung zwischen den WissenschaftlerInnen der Universität Siegen und ATTO-TEC.

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