Eiserfelder Politiker schon im 19. Jahrhundert global „vernetzt“

(wS/si) Siegen 27.11.2015 | Die Identifikationsmuster „der“ Siegerländer Bevölkerung orientieren sich beinahe stereotyp an Begriffen wie Bergbau, Hauberg oder Montanindustrie. Aber gibt es „den“ Siegerländer überhaupt? Ausnahmen scheinen auch hier die Regel zu bestätigen, wie der Historiker Dr. Bernd D. Plaum in seinem Vortrag am Donnerstag, 3. Dezember 2015, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter ausführen wird.

Im Vordergrund seiner Untersuchung steht der Eiserfelder Kaufmann, Gewerke und Kommunalpolitiker Tillmann Güthing (1806-1875), dessen bruchstückhaft überlieferter Werdegang und Wirkungskreis im Lichte geschichtswissenschaftlicher Themen neu bewertet wird. Die Person Güthings verdeutlicht auf anschauliche Weise, dass Wirtschaftsinteressen und gesellschaftspolitisches Engagement nicht nur regional verankert sind, sondern bereits im 19. Jahrhundert ebenso in nationalen und globalen Dimensionen gedacht wurde. Denn Tillmann Güthings Netzwerk erstreckte sich über Eiserfeld und das Siegerland weit hinaus auch auf den westfälischen Raum. Wie Bernd Plaum herausfand, deckte Güthings Kommunikationsraum sogar Europa und Nordamerika mit ab – ganz untypisch für die landläufige Vorstellung von der (geografischen) Abgeschiedenheit der Siegerländer Bevölkerung.

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Heimatverbunden in die Welt: Eiserfeld als Geburts- und Wohnort von Tillman Güthing. Ansichtskarte aus der Zeit um 1900. (Vorlage: Dr. Bernd D. Plaum)

Der Regionalhistoriker Dr. Bernd D. Plaum ist als Wirtschaftsarchivar und langjähriger Vorsitzender der Geschichtswerkstatt Siegen – Arbeitskreis für Regionalgeschichte e.V. ausgewiesener Experte. Seit Jahrzehnten gehört er durch seine zahlreichen Publikationen, Vortragsveranstaltungen und Ausstellungskonzeptionen zu den profiliertesten und kritischsten Kennern der heimischen Geschichte und ihrer Akteure.

Die Vortragsreihe „Siegener Forum“ ist eine Kooperation von Volkshochschule und Stadtarchiv Siegen, Geschichtswerkstatt Siegen e.V., Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V. und Aktivem Museum Südwestfalen e.V. Die Reihe stellt im monatlichen Wechsel neuere Forschungen aus dem Spektrum der regionalen Geschichte vor, ist aber auch offen für aktuelle allgemeinhistorische Beiträge.

Der Vortrag ist zu hören am Donnerstag, 3. Dezember 2015, um 18.30 Uhr im Gruppenarbeitsraum des Stadtarchivs Siegen, Markt 25, in Siegen (KrönchenCenter, 3. OG.). Der Eintrittspreis beträgt 3 Euro.

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