Apollo zeigt am 12. März: Berauschende „Fledermaus“

(wS/red) Siegen 01.03.2016 Sie gilt als das bedeutendste Meisterwerk der Goldenen Ära der Operette: „Die Fledermaus“ von Walzerkönig Johann Strauß, 1874 uraufgeführt. Am Samstag, 12. März, ist diese „Königin der Operette“ ab 19 Uhr im Siegener Apollo-Theater an der Morleystraße 1 in großer Besetzung zu erleben – eine Inszenierung des Landestheaters Detmold.

2016-02-29_Siegen_Szenenfoto_Fledermaus 3_(c)_Lefebvre, Landestheater_Detmold (2)

„Die Fledermaus“ spielt raffiniert mit den verborgenen Sehnsüchten der Protagonisten. Alles beginnt mit einem fiesen Streich, den Gabriel von Eisenstein seinem Freund, dem Notar Dr. Falke, spielte. Nach dem Besuch eines Maskenballs ließ Eisenstein Dr. Falke im Kostüm einer Fledermaus im Stadtpark seinen Rausch ausschlafen. Die Folge: Am Morgen danach ist der kostümierte Notar der Spott der ganzen Stadt.

Falke wartet auf eine Gelegenheit zur Rache. Und die kommt, als Eisenstein wegen Beamtenbeleidigung für acht Tage im Gefängnis soll. Falke überzeugt den Freund, vor dem Strafantritt noch den Ball beim Prinzen Orlowsky zu besuchen. Genau jetzt taucht der nicht mehr taufrische Tenor Alfred im Hause Eisenstein auf, der vor Jahren mit Eisensteins Gattin Rosalinde ein Techtelmechtel hatte und nach Fortsetzung lechzt. Rosalinde verspricht ihm ein Rendezvous am späteren Abend, wenn ihr Gatte im sicheren Gefängnis ist.

Zu dumm nur, dass ausgerechnet Alfred vom Gefängnisdirektor für Eisenstein gehalten und in Haft genommen wird. Dann geht der Gefängnisdirektor selbst auf den Orlowsky’schen Ball, überlässt seinem ewig alkoholisierten Zellenschließer Frosch die Aufsicht. Diese wunderbar-wunderliche Gestalt ist so etwas wie eine heimliche Hauptfigur der „Fledermaus“.

2016-02-29_Siegen_Szenenfoto_Fledermaus 3_(c)_Lefebvre, Landestheater_Detmold (3)

Auf dem Ball spielt nun jeder jedem etwas vor:

Aus Kleinstadtbürgern werden französische Adelige, aus einer Hausfrau eine geheimnisumwitterte ungarische Gräfin, aus Stubenmädchen Balletttänzerinnen . . . erst der Morgen bringt mit dem Kater die Ernüchterung und ein rasantes Finale hinter den Gefängnismauern.

Die Inszenierung des Detmolder Landestheaters stammt vom preisgekrönten Regisseur Christian Poewe. Der zitiert den Karl-Kraus-Satz „Operette ist Rausch“ und meint, die „berauschendste“ aller Operetten zu inszenieren, sei ein großes Vergnügen. Poewe: „Wir sind einfach von der Ortsangabe im Libretto ausgegangen: ‚Ein Badeort in der Nähe einer großen Stadt‘. Mit der Idee des Badeortes lassen sich die bürgerlichen Moralvorstellungen und Standesdünkel besonders schön hintertreiben, wir sehen den Figuren der Handlung genussvoll dabei zu, wie sie mit ihren Begierden, Zwängen und heimlichen Hoffnungen baden gehen.“
Das große Ensemble setzt sich aus allen Sparten zusammen, mit Solisten aus Musiktheater, Ballett und Schauspiel – ganz so, wie es der „Königin der Operette“ gebührt.

Karten (25,50 – 37,50 Euro, ermäßigt 15,50 – 29 Euro) gibt es an der Apollo-Theaterkasse (Di-Fr. 13-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr sowie eine Stunde vor der Vorstellung), an den Vorverkaufsstellen oder online: www.apollosiegen.de. Telefonische Kartenbestellung sind während der Theaterkasse-Öffnungszeiten möglich: 02 71 / 77 02 77-2.

Fotos: Lefebvre, Landestheater Detmold

Anzeige /

Werbung buchen /
Ereignis melden

Kredit auch in schweren Zeiten