Klimaschutzmanager für Siegen-Wittgenstein hat die Arbeit aufgenommen

Erste konkrete Projekte in der Planung

(wS/siwi) Siegen 30.03.2016 | Gunter Stegemann ist Klimaschutzmanager für Siegen-Wittgenstein. Er ist für den Kreis, die Städte Bad Laasphe, Bad Berleburg, Freudenberg, Kreuztal, Siegen und Netphen sowie die Gemeinden Neunkirchen, Wilnsdorf, Erndtebrück tätig. Stegemann soll anspruchsvolle Ziele umsetzen: Zusammen mit den neun Kommunen soll ein ganzes (Energie-)Bündel an Maßnahmen umgesetzt werden.

Landrat Andreas Müller hat sich jetzt mit Stegemann über die anstehenden Aufgaben und Ziele ausgetauscht: „Auch wenn in Zeiten der Flüchtlingskrise viele andere Themen in den Hintergrund geraten sind, bleibt der Klimaschutz die zentrale Aufgabe der nächsten Jahrzehnte“, unterstreicht Müller: „Die ständigen Wärmerekorde, Starkregen und Orkane der letzten Jahre machen deutlich, mit welchen gravierenden Auswirkungen des Klimawandels wir bereits jetzt zu kämpfen haben. Den Klimawandel nicht weiter zu beschleunigen, ist eine wesentliche Zukunftsaufgabe.“

Landrat Andreas Müller (l.) und Klimaschutzmanager Gunter Stegemann vor den Heizungsbrennern in der 15. Etage des Kreishauses. Durch die Sanierung des Gebäudes ab dem Jahre 2008 wurde alleine der Gasverbrauch um 80 Prozent gesenkt. (Foto: Kreis Siegen-Wittgenstein)

Landrat Andreas Müller (l.) und Klimaschutzmanager Gunter Stegemann vor den Heizungsbrennern in der 15. Etage des Kreishauses. Durch die Sanierung des Gebäudes ab dem Jahre 2008 wurde alleine der Gasverbrauch um 80 Prozent gesenkt. (Foto: Kreis Siegen-Wittgenstein)

Das durch den Kreistag beschlossene Klimaschutzkonzept sieht eine massive Senkung der CO2-Emissionen in Siegen-Wittgenstein vor. Hierfür ist ein interkommunaler Handlungsplan entwickelt worden, den es jetzt umzusetzen gilt. Dabei werden nahezu alle Bereiche berücksichtigt, wie „Wirtschaft“, „Haushalt“, „Verkehr“, „Bildung“ sowie die Kommunalverwaltungen selbst. Überall dort sind Energieeinsparung, Energieeffizienz und der Einsatz Erneuerbarer Energien notwendig, um die ehrgeizig gesteckten Ziele zu erreichen.

Für die neuen Aufgaben ist Stegemann gut gerüstet, zumal er zuletzt als kommunaler Klimaschutzmanager in Finnentrop sowie für Unternehmen im Bereich Umwelt- und Energiemanagement tätig war. Nach seiner Ausbildung zum Heizungs- und Lüftungsbauer mit einigen praktischen Berufsjahren und einem späteren Hochschulstudium folgte eine Weiterbildung zum Energiemanager.

Derzeit führt Stegemann Gespräche mit kommunalen Vertretern und Energieverantwortlichen, um Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept an die örtlichen Gegebenheiten der Städte und Gemeinden anzupassen und Projekte zu initiieren. Wichtige Partner sind für ihn alle, die heute bereits im Bereich der Energieeffizienz und des Umwelt- und Klimaschutzes aktiv sind – angefangen bei den örtlichen Klimaschutzmanagern bzw. Energie- und Umweltbeauftragten über Hausbesitzer, die energetisch sanieren, bis hin zu Energiespezialisten in den Unternehmen.

Als erstes großes Projekt steht „ÖKOPROFIT“ – Ökologisches Projekt für integrierte Umwelttechnik – auf der Agenda des Klimaschutzmanagers. ÖKOPROFIT richtet sich an Unternehmen und will sie für Umweltschutzmaßnahmen gewinnen, die zugleich Kosten senken. Zentrale Themen sind die Reduktion des Wasser- und Energieverbrauchs sowie die Abfallreduktion und die Erhöhung der Materialeffizienz. „In dieser Win-Win-Situation liegt der besondere Charme dieses Projektes“, erläutert Stegemann. Derzeit läuft die Projektplanung. Im ersten Aufschlag haben vier Kommunen im Siegerland konkretes Interesse signalisiert, dieses Projekt zu realisieren.

Neben solchen „großen“ Projekten wird Stegemann auch ganz viel „Kleinarbeit“ leisten – denn Klimaschutz fängt im Alltag an. So wird er Mitarbeiter in den Kommunalverwaltungen schulen, um ihnen Tipps und technisches Wissen zum Energiesparen und zur Energieeffizienz zu vermitteln. Erste Schulungen sind für Hausmeister bzw. Gebäudemanager geplant.

Grundlage der Arbeit von Gunter Stegemann ist das integrierte Klimaschutzkonzept für den Kreis Siegen-Wittgenstein und neun kreisangehörige Kommunen, das 2014 erstellt worden ist. Die Fäden dieses Prozesses laufen beim Klimaschutzmanager zusammen. Der Kreis hat die Stelle eingerichtet. Sie wird für die nächsten drei Jahre zu 65 Prozent vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit finanziert.

Die Hauptaufgabe des Klimaschutzmanagers ist klassisches Projektmanagement: also Koordinierung, Steuerung und Umsetzung von konkreten Maßnahmen mit zahlreichen Partnern vor Ort. Weiterer wichtiger Punkt ist, Akteure zu vernetzen, um die vielen guten Klimaschutz-Aktivitäten im Kreis Siegen-Wittgenstein weiter zu verbessern, auszubauen und vor allem öffentlich bekannt zu machen.

Darüber hinaus will Gunter Stegemann auch jeden Einzelnen in Siegen-Wittgenstein für das Thema Klimaschutz sensibilisieren: „Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe und geht uns alle an“, betont er. Die umweltfreundlichste Energie ist die, die erst gar nicht verbraucht wird. Und hier hat jeder in allen Facetten des Lebens – z.B. in seiner Rollen als Verbraucher, Verkehrsteilnehmer, Schüler, Student oder Berufstätiger, Mieter oder Hausbesitzer – noch viele Möglichkeiten, ist Stegemann überzeugt.

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