Silberne Theodor-Heuss-Medaille für Karlfried „Carlo“ Fischbach

Für 40 Jahre Mitgliedschaft bei Freien Demokraten geehrt

(wS/red) Siegen 11.05.2018 | Der Siegener Karlfried Fischbach nahm kürzlich im Zuge des Lokalliberalen-Treff der Freien Demokraten Siegen-Wittgenstein in Meiswinkel eine außergewöhnliche Auszeichnung entgegen. Stattliche 40 Jahre setzte sich Fischbach bisher schon für die freidemokratische Ideologie ein und erhielt unter dem Beifall der Gäste dafür, die selten vergebene silberne Theodor-Heuss-Ehrenmedaille. Die Laudatio übernahm der langjährige Wegbegleiter Klaus Volker Walter, Fraktionsvorsitzender der Freien Demokraten im Rat der Stadt Siegen.

Für 40 treue Jahre Mitgliedschaft in der FDP nahm der Siegener Karlfried Fischbach (r.) kürzlich vom Stadtverbandsvorsitzenden Markus Nüchtern (l.)und Kreisvorsitzenden Peter Hanke (2.v.l.) die silberne Theodor-Heuss-Ehrenmedaille nebst Dankesurkunde entgegen. Die Laudatio übernahm der langjährige Wegbegleiter Klaus Volker Walter (3.v.l.), Fraktionsvorsitzender der Freien Demokraten im Rat der Stadt Siegen. (Foto: Peter Hanke)

In der Partei direkt Fahrt aufgenommen

„Nach meiner Kenntnis sind Karl Heinz Gerhards und ich gemeinsam mit Dir, lieber „Carlo“, die dienstältesten Mitglieder im Stadtverband. Und ich möchte noch hinzufügen, dass ich selber Mitglied dieser Partei bin, weil Du damals so beharrlich warst“, stieg Walter in seine Laudatio ein. Fischbach trat 1978 in die FDP ein, trotzdem dies kein wirklich gutes Jahr für die Liberalen war. Der Spiegel veröffentlichte den Leitartikel „Jeder hat mal eine Talfahrt“, aber Fischbach nahm innerhalb seiner Partei direkt Fahrt auf. Bereits im Folgejahr (1979) begann seine aktive Parteiarbeit mit der Mitgliedschaft im Bezirksausschuss Siegen-Süd und dauert seither in unterschiedlichen Gremien bis heute an. „Deine neuesten Bemühungen, in der Wolfsbachstraße Verkehrssicherheit für die Anwohner zu gewährleisten, führten leider noch nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Eine andere Forderung von Dir, den viel befahrenen Verkehrsbereich zur Autobahn/Abzweigung Eisern und in Richtung Eisernhardt, mit einem Verkehrskreisel zu entzerren wurde inzwischen vom NRW-Betrieb Straßen und Verkehr umgesetzt. Auch Dein Einsatz für die Feuerwehr, in Eisern das Feuerwehrgerätehaus endlich zu sanieren, wurde inzwischen umgesetzt. Nur die Lorbeeren, das wissen wir aus Erfahrung, schreiben sich andere zu“, fasst Walter einige der aktuellen Aktivitäten zusammen.

„Rop onn ronner“ durch den Siegbergtunnel

Im Zuge der Ehrung, die der Stadtverbandsvorsitzende Markus Nüchtern und Kreisvorsitzende Peter Hanke gemeinsam vornahmen, kam dann wie selbstverständlich eine Herzensangelegenheit Fischbachs zur Sprache. „Dein Wunsch, ich denke der wichtigste für die Verkehrsführung in Siegen, Deine permanente Forderung den Siegbergtunnels zu planen und zu bauen, wurde politisch zu den Akten gelegt, weil nicht finanzierbar. Aber lieber „Carlo“, die Hoffnung stirbt zuletzt!“, formuliert Walter verschmitzt. Er denke, dass die Stadt langfristig nicht umhin könne, die Planungen wiederaufzunehmen, da die von der Umwelthilfe geforderte Luftreinhaltung in der Stadt bei der jetzigen Verkehrslage nicht eingehalten werden könne. „Du bist mit Deiner Forderung in bester Gesellschaft“, so Walter, denn „nach Bekunden des Bürgermeisters „muss über den Siegbergtunnel erneut nachgedacht werden“. Es wäre schön, wenn Du lieber „Carlo“ den Siegbergtunnel selbst noch oft „rop onn ronner“ fahren könntest!“ schließt Klaus Volker Walter.

Hintergrund Theodor Heuss:

Erster und „idealer“ Bundespräsident

Theodor Heuss wurde am 31. Januar 1884 in Brackenheim im Landkreis Heilbronn geboren. Er studierte in München und Berlin Nationalökonomie und Kunstgeschichte und promovierte zum Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Dr. rer. pol.). Bereits während des Studiums war er journalistisch tätig und widmete sich diesem Beruf auch nach dem Abschluss seiner Ausbildung. 1946 wurde er zum Vorsitzenden der „Demokratischen Volkspartei in der US-Zone“ gewählt, engagierte sich zugleich aber auch im Vorstand der 1947 gegründeten „Demokratischen Partei Deutschlands“. Er wirkte bei der Bildung des Bundesverbands der liberalen westdeutschen Parteien mit, die sich im Dezember 1948 unter dem Namen „Freie Demokratische Partei“ (FDP) gründete. Heuss wurde erster Bundesvorsitzender der FDP. Als Mitglied des Parlamentarischen Rats hatte er großen Anteil an der Formulierung des Grundgesetzes. Zum ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland wurde Heuss 1949 gewählt. Als erster Bundespräsident widmete er sich vor allem der außenpolitischen Aufgabe, das schlechte Ansehen der Deutschen in der Weltöffentlichkeit zu verbessern. Seine wohl bekannteste innenpolitische Handlung war die Bestimmung der Nationalhymne. 1952 hielt er eine Gedenkrede im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen. Dabei wies er die Behauptung zurück, man habe nichts von den NS-Verbrechen an den Juden gewusst und forderte alle Deutschen auf, sich mit der Wahrheit auseinander zu setzen. Den Deutschen erschien er bald als idealer Bundespräsident, so dass man 1959 sogar eine Grundgesetzänderung erwog, um ihm eine dritte Amtszeit zu ermöglichen. Diesen Plan lehnte Heuss aber schließlich ab. Heuss starb am 12. Dezember 1963. Theodor Heuss war seit 1908 mit Elly Knapp verheiratet. Sie hatten gemeinsam einen Sohn.

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