(wS/wlv) Kreis Siegen-Wittgenstein 06.01.2026 | Heimische Landwirte erzählen: Vorhang zu und Infrarotstrahler an: So kommen die Tiere auf dem Bauernhof mit dem Frost bestens klar
Tierhalter haben für eisige Kälte gut vorgesorgt, vor allem die Wasserleitung darf nicht einfrieren

Es sind diese wenigen Tage im Jahr, an denen die modernen Offenställe für Rinder eine echte Herausforderung für die Tierhalter sind – einmal extreme Hitze im Sommer, wenn die Luft gekühlt werden muss und dann extremer Frost, wie er derzeit herrscht. Das Wichtigste dabei ist, die Wasserversorgung aufrecht zu erhalten und die Tiere vor Zugluft zu schützen.
Dabei haben Rinder mehr Schwierigkeiten mit Hitze (dann helfen Sprinkleranlagen und Ventilatoren) als mit Kälte, aber jetzt müssen sie vor allem vor dem eisigen Wind geschützt werden.
Da haben die Landwirte so ihre Tricks: Einige lassen das Wasser ganz leicht laufen, andere packen die Leitungen warm ein und wieder andere tauen die Wasserleitungen mit Wärme auf. Und auch der morgendliche Gang in den Melkstand ist für so manchen eine echte Überwindung: Minus zehn Grad machen Rindern längst nicht so viel aus wie den Menschen, die bei Außentemperatur auch im Melkstand mit Wasser arbeiten müssen, zum Beispiel um die Euter der Kühe zu reinigen. Mit Handschuhen geht das nicht so gut.
Zitat eines Landwirts aus Meinerzhagen, Märkischer Kreis, der Milchkühe hält:
„Um die Tränken der Tiere frostfrei zu halten setzen wir auf eine Ringleitung mit einer Zirkulationspumpe bei der ab -5 Grad eine Heizung zu geschaltet wird. Der Melkroboter wird mit Infrarotheizstrahlern (s. Foto) frostfrei gehalten. Der Spaltenreinigungsroboter kommt bis -6 Grad zurecht. Sollte der Spaltenboden zu frieren, hilft nur noch schweres Gerät oder milderes Wetter. Die Rollos, im Fachjargon Courtains genannt, sowie Türen und Tore sind selbstverständlich vollständig geschlossen. Bei den aktuellen Temperaturen funktioniert alles einwandfrei.“
Zitat eines Landwirts aus Wenden, Kreis Olpe, der Bioschweine hält:
„Die Schweine können frei wählen, ob sie im Stall bleiben oder an die frische Luft gehen und sie sind auch bei Schnee gerne draußen (s. Foto). Wobei frische Luft das Zauberwort für Schweine ist, die warmen, ammoniakgefüllten Ställe von früher gehören definitiv der Vergangenheit an. Mit einem Umlaufsystem (mit angeschlossenem Durchlauferhitzer, s. Foto) und Begleitheizungen an den Tränken ist die Wasserversorgung gesichert. Mit einer „Mikroklimakiste“ sorgen wir für ein warmes Nest: Eine große Holzkiste ist oben mit einer Kokosmatte isoliert und am Ausgang mit Streifenvorhängen (ähnlich wie die Fliegenvorhängen, die man vom Zelt kennt) windgeschützt – so können sich die Tiere im täglich frischen Stroh nah nebeneinander legen um sich aufzuwärmen. Mit dieser Ausstattung ist die Kälte für uns kein Problem. Auffallend ist, dass die Futteraufnehme bei Minustemperaturen deutlich höher ist.“
Zitat eines Landwirts aus dem Hochsauerland, der Mutterkühe hält:
„Tatsächlich sind auch die meisten Mutterkühe jetzt im Stall, da sie draußen kein Futter mehr finden und werden deshalb genauso geschützt wie Milchkühe. Sie gedeihen im Offenstall am besten und wir halten die Tränken mit Heizspiralen offen.
Aber die Schottischen Hochlandrinder zum Beispiel (s. Foto, hier aus Arnsberg-Oeventrop) sind im Schnee so richtig in ihrem Element. Sie finden draußen auch kein Futter, werden daher in Raufen auf dem Feld versorgt.
Immer wieder spannend ist hingegen täglich die Prozedur, unsere eingefrorenen Maschinen zu starten. Schlepper und Hoflader werden benötigt, um Siloballen vom Feld zu holen und das Futter an die Tiergruppen zu verteilen.“




Fotos: privat
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