(wS/si) Siegen 26.02.2026 | Der DRK-Ortsverein Neunkirchen wird die Trägerschaft der Kita in Wiederstein übernehmen.
Damit bleibt der Standort erhalten und kann unter den veränderten Rahmenbedingungen
weitergeführt werden. Das ist das Ergebnis zahlreicher Gespräche, die in den vergangenen
Wochen geführt worden sind.
Die Gemeinde Neunkirchen, der Kreis Siegen-Wittgenstein, die Arbeiterwohlfahrt Siegen-
Wittgenstein sowie weitere Beteiligte haben sich zuletzt intensiv mit der Zukunft der Einrichtung
befasst. Anlässe waren die Aufgabe der Einrichtung durch den Evangelischen Kirchenkreis sowie
eine Nachricht des Landesjugendamtes im Januar. Das teilte mit, dass künftig in Wiederstein keine
U3-Betreuung mehr möglich sein wird. Hinzu kommt die demografische Entwicklung, die absehbar
zu einem weiteren Rückgang der zu betreuenden Kinder im Einzugsbereich der Kita führen wird.
Ein wichtiger Meilenstein im Prozess auf dem Weg zur jetzt gefundenen Lösung war eine
Veranstaltung am 18. März in Neunkirchen, an der Vertreter des Kreisjugendamtes und der
Gemeinde Neunkirchen, des Rates der Gemeinde und des Kreistages, Vereine aus Wiederstein,
die Arbeiterwohlfahrt sowie Elternvertreter teilgenommen haben. Dort wurden die fachlichen
Hintergründe transparent dargestellt, sozialräumliche Aspekte beleuchtet und unterschiedliche
Perspektiven offen diskutiert.
Unabhängig von der nun gefundenen Lösung bleibt die Situation der Kindertagesbetreuung in
Neunkirchen – wie in vielen ländlichen Regionen – in den kommenden Jahren anspruchsvoll. Die
Entwicklung der Kinderzahlen und die strukturellen Rahmenbedingungen müssen daher auch
künftig sorgfältig beobachtet und bewertet werden.
Landrat Andreas Müller betont: „Die Kindertagesbetreuung steht insgesamt vor herausfordernden
Zeiten – insbesondere in ländlichen Regionen. Umso wichtiger ist es, dass in Wiederstein
gemeinsam Verantwortung übernommen und so eine Lösung für den Standort gefunden wurde.
Auch an anderen Orten werden wir nur dann tragfähige Lösungen finden können, wenn sich alle
mit einbringen.” Der Landrat dankt dem DRK-Ortsverein ganz herzlich, für die Bereitschaft die Kita-
Trägerschaft im Ort zu übernehmen.
Auch Bürgermeister Marco Schwunk hebt die konstruktive Zusammenarbeit hervor: „Der Prozess
war intensiv, aber stets sachlich und lösungsorientiert. Entscheidend war, dass alle Beteiligten –
Verwaltung, Politik, Träger und Bürgerschaft – offen miteinander gesprochen haben. Dass der
Standort erhalten bleibt, ist für Wiederstein ein wichtiges Signal.“
Ursprünglich wollte die AWO auch die Trägerschaft für diese, wie für weitere Kitas, die der
Kirchenkreis abgibt, übernehmen. Geschäftsführer Jens Hunecke unterstreicht: „In den
vergangenen Wochen ging es um einen verantwortungsvollen Umgang mit den gegebenen
Rahmenbedingungen und um eine realistische Einschätzung der Situation und der Perspektiven.
Wir haben gemeinsam nach einer tragfähigen Perspektive gesucht und begrüßen, dass das
Ehrenamt in Wiederstein etwas schafft, was über die gesetzliche Refinanzierungsstruktur für das
Hauptamt schlichtweg nicht möglich gewesen wäre.“
Für den DRK-Ortsverein Neunkirchen ist klar, dass die Rahmenbedingungen anspruchsvoll
bleiben werden. Der Vorsitzende Bernd-Wilbert Müller erklärt: „Wir sehen die Übernahme als
Beitrag zur Stabilisierung der Betreuungsstruktur vor Ort. Gemeinsam mit Gemeinde und Kreis
wollen wir den Standort verantwortungsvoll weiterentwickeln.“
Kreisjugenddezernent Thomas Wüst knüpft an die Gedanken des Landrates an und ordnet die
Entwicklung so ein: „Wiederstein ist kein Einzelfall, sondern steht exemplarisch für die strukturellen
Herausforderungen kleiner Einrichtungen im ländlichen Raum. Umso wichtiger ist es, Standorte
differenziert zu betrachten und gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort tragfähige Lösungen zu
entwickeln.“
Vor diesem Hintergrund schlägt der Landrat die Einrichtung eines Unterausschusses des
Jugendhilfeausschusses vor. Dieser soll sich vertieft mit der strukturellen Entwicklung der
Kindertagesbetreuung – insbesondere kleiner Einrichtungen – befassen. Über den Vorschlag wird
am 03.03. im Jugendhilfeausschuss sowie am 27.03. im Kreistag beraten.
Die Situation in Wiederstein war aufgrund einer besonderen zeitlichen Konstellation der erste Fall,
der im Rahmen dieses strukturierten Blicks vorgezogen betrachtet werden musste. Für weitere
Standorte wird dieser Prozess nun planvoll und im Dialog mit Kommunen, Trägern und Politik
fortgesetzt.
Eltern, die sich aufgrund der bisherigen Unsicherheiten vorsorglich bei anderen Einrichtungen
angemeldet haben, weiterhin jedoch Interesse an einem Betreuungsplatz in der Kita Wiederstein aben, können sich an die Fachberatung des Kreises Siegen-Wittgenstein wenden (Tel.: 0271
333-1352, E-Mail: kita-fachberatung@siegen-wittgenstein.de).

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