(wS/mm) Siegen – Salzgitter 04.03.2026 | Die Mannesmann Line Pipe GmbH mit Hauptsitz in Siegen beteiligt sich an einem wichtigen Infrastrukturprojekt der Energiewende. Die ONTRAS Gastransport GmbH aus Leipzig hat Großaufträge für Rohrlieferungen an zwei Gesellschaften des Salzgitter-Konzerns vergeben. Neben der Mannesmann Line Pipe GmbH (MLP) ist auch die Mannesmann Grossrohr GmbH (MGR) beteiligt.
Die Aufträge betreffen das Neubauprojekt FGL 702. Dabei handelt es sich um eine Wasserstoffleitung, die von Wefensleben nach Salzgitter sowie von Angersdorf nach Preußlitz verlaufen soll. Das Projekt ist ein weiterer Baustein für den Aufbau des deutschen Wasserstoffkernnetzes und damit Teil der Energiewende. Gleichzeitig soll die Leitung eine wichtige Grundlage für die Produktion von „grünem Stahl“ in Salzgitter schaffen.


Im Rahmen der Aufträge wird die Mannesmann Grossrohr GmbH Rohre für eine Strecke von 70,6 Kilometern liefern. Das entspricht einem Gesamtgewicht von rund 18.000 Tonnen. Die Mannesmann Line Pipe GmbH steuert Rohre für weitere 38,2 Kilometer bei, was etwa 6.000 Tonnen entspricht.
Die Rohre der Mannesmann Grossrohr GmbH haben einen Durchmesser von 813 Millimetern. Sie werden am Standort Salzgitter weiterverarbeitet. Dort erhalten sie außen eine dreilagige Polyethylen-Beschichtung und innen eine Epoxy-Flowcoat-Beschichtung. Etwa 4,5 Kilometer der Leitung werden zusätzlich mit einer GFK-Beschichtung versehen, die vom Spezialisten TDC aus Neubrandenburg aufgebracht wird. Die einzelnen Rohre sind jeweils 18 Meter lang und wiegen rund 4,5 Tonnen. Ab Februar 2027 sollen sie per Lkw zu Rohrlagerplätzen transportiert werden, die im Durchschnitt etwa 37 Kilometer vom Rohrwerk entfernt liegen.
Auch die Mannesmann Line Pipe GmbH liefert 18 Meter lange Rohre. Diese haben einen Durchmesser von 610 Millimetern. Die Beschichtung erfolgt am Standort Hamm. Dort erhalten die Rohre ebenfalls eine dreilagige Polyethylen-Beschichtung sowie eine Flowcoat-Innenbeschichtung. Diese Beschichtung reduziert Reibungsverluste beim Gasdurchfluss. Zusätzlich werden rund sechs Kilometer der Leitung mit einer GFK-Beschichtung versehen, die ebenfalls von der Firma TDC aufgebracht wird.
Das Pipeline-Projekt FGL 702 ist Bestandteil des IPCEI-Projektes „Green Octopus Mitteldeutschland“ (GO). Ziel dieses Projektes ist es, zentrale Wasserstoffinfrastrukturen aufzubauen und miteinander zu vernetzen.
Für den Salzgitter-Konzern ist Wasserstoff ein zentraler Baustein bei der Transformation der Stahlproduktion. Das integrierte Hüttenwerk in Salzgitter soll in mehreren Schritten auf eine CO₂-arme Stahlherstellung umgestellt werden. Dabei spielt das Transformationsprogramm SALCOS® – Salzgitter Low CO₂ Steelmaking – eine zentrale Rolle. Wasserstoff wird dabei zunehmend als wichtiger Energieträger für die Herstellung von „grünem Stahl“ genutzt.
Der Anschluss an das Wasserstoffkernnetz und dessen zügiger Ausbau sind deshalb für das Unternehmen von großer Bedeutung. Durch die neue Pipeline soll künftig Wasserstoff für die Produktion in Salzgitter bereitgestellt werden.
„Wir sind stolz, dass wir Teil dieses wichtigen Projekts sind und der Wasserstoff für SALCOS® durch Rohre aus dem Salzgitter-Konzern fließen wird“, erklärt Andreas Betzler, Geschäftsführer der beiden Salzgitter-Gesellschaften. Der Salzgitter-Konzern sei nicht nur ein potenziell großer Abnehmer von Wasserstoff. Mit seinen Stahlprodukten ermögliche das Unternehmen auch die Erzeugung sowie die Belieferung von Wasserstoffabnehmern.
Die Salzgitter AG gehört zu den führenden deutschen Stahl- und Technologiekonzernen. Das Unternehmen verfolgt nach eigenen Angaben eine Strategie der nachhaltigen Innovation und Transformation seiner Produkte und Prozesse in den Bereichen Stahlerzeugung, Stahlverarbeitung, Handel und Technologie.
Mit der Unternehmensstrategie „Salzgitter AG 2030“ und dem Grundsatz „Pioneering for Circular Solutions“ will der Konzern neue Maßstäbe in der Industrie setzen. Initiativen und Programme wie SALCOS® – Salzgitter Low CO₂ Steelmaking sollen die Weiterentwicklung hin zu einer Circular Economy vorantreiben.
Weltweit beschäftigt die Salzgitter AG rund 25.000 Mitarbeiter in mehr als 130 nationalen und internationalen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte das Unternehmen bei einer Rohstahlkapazität von 6,4 Millionen Tonnen einen Außenumsatz von rund 10 Milliarden Euro.


Fotos: Mannesmann Line Pipe GmbH
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