(wS/red) Kreuztal, 02.04.2026 | Adler im Sinkflug: TuS Ferndorf sorgt für Potsdamer Punktverlust
VfL Potsdam gegen TuS Ferndorf 30:30 (14:17)
Am Samstag, den 04.04.2026 stand für den TuS Ferndorf eine extrem schwierige Auswärtsaufgabe beim Tabellenvierten VfL Potsdam an.
Der TuS Ferndorf hatte vor dem gestrigen Gegner gehörigen Respekt, allen voran Coach Ceven Klatt.
Kein Wunder, zeigten die Potsdamer doch in der bisherigen Saison einen guten Start mit guten Ergebnissen. Und wir dürfen natürlich auch nicht vergessen, dass Potsdam aus der Beletage des Handballs in die Zweitklassigkeit abgerutscht ist.
Doch Ceven Klatt und seine Jungs meisterten das Match mit einer dezimierten (6 Mann fehlten) Mannschaft bravourös und erzielten bei den Adlern ein nie für möglich gehaltenes 30:30 Remis. Wie schön, so ein Auswärtspunkt gegen Potsdam ist ja fast wie ein kleiner Sieg. Und unsere Jungs haben gekämpft wie die Löwen und haben damit den Adlern die Flügel ein wenig gestutzt. Und das in einer Manier, das einem schon ein kleines Chapeau abringen kann. Denn die Ferndorfer boten den Gastgebern nicht nur Paroli, nein, ihre 1. HZ war ein Start/Ziel-Sieg, denn sie legten das 0:1 vor und schlossen mit der Pausensirene und dem 14:17 die Kabinentür von innen zu.

Das saß, denn Potsdam hatte die Chance, ein 14:15 Halbzeitergebnis zu erzielen, doch sie haben es verdaddelt. Aus dem 0:1 machte der TuS Ferndorf bis zur 6. Minute ein 1:3, so richtig nach dem Geschmack der gut 50 mitgereisten Fans, die den langen Weg auf sich genommen haben, um ihr Team zu unterstützen. Cevens Jungs waren sicherlich über gefühlte 50 Minuten hellwach, ihre Körpersprache war eine andere, da war er, der Wille, heute etwas Zählbares mitzunehmen. Ferndorf ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, die Jungs waren da, wo man sie gerne sieht, nämlich nie in Rückstand liegend. Es war auch eine moralische Höchstleistung, denn es galt auch, die hohen Niederlagen zuletzt vergessen zu machen.
Ferndorf dominierte dieses Spiel nicht unbedingt, doch wenn es mal eng wurde, fanden sie perfekte Lösungen. Das heißt jetzt nicht, dass sie fehlerfrei spielten, das macht keine Mannschaft, aber jeder wusste, wofür er auf der Platte stand, es war eine komplett geschlossene Mannschaftsleistung, die Lust auf mehr macht. Über 60 Minuten zwang Ferndorf die Adler sehr oft ins Zeitspiel, die konnten so hoch fliegen, wie sie wollten, doch der TuS holte sie immer wieder runter und zwar auf den Boden der Tatsachen und das konnte Trainer Emir Kurtagic nicht gefallen, sie fanden keine Lösungen, um Klatt und seine Jungs in Verlegenheit zu bringen. Ferndorf war beweglicher, hatte ein starkes Rückzugsverhalten und Ceven nutzte die volle Breite seines Rumpfkaders, die Adler kamen immer mal wieder in Reichweite, aber das war`s auch schon, 4:6, 6:8, 8:11, 10:12 und 12:14 in der 26. Minute, das liest sich recht gut. Dann kam ein Fehlwurf des TuS, Grundmann im Adler-Tor parierte doppelt und in der 28. Minute hieß es nur noch 14:14.

Ceven Klatt buzzerte, er wollte nicht wirklich mit dem ersten Rückstand in die Pause gehen. (Ceven forderte in der Auszeit, dass sie schneller zurückgehen und „Jugo 3“ spielen sollen) Einen Pausenrückstand hatten sie dann auch nicht, denn der lange Zeit verletzte Philip Würz erzielte seinen ersten Treffer, es war das 14:15, Julius machte das 14:16 und der heute bravourös spielende Finn Scharnweber knallte den Ball ins leere Tor, denn Potsdam saß gerade eine Zeitstrafe ab und sie nahmen den Torwart raus. Finn bekam heute den Vorzug von Trainer Klatt, nachdem er im Training diese Woche sehr gute Leistungen gezeigt hatte. Finn bedankte sich dafür mit 4 tollen Toren, aber das sollte noch nicht alles sein, in HZ 2 servierte er das noch einmal und war mit diesen 8 Toren Top-Torschütze mit einer Trefferquote von 100 %, denn er hatte keinen einzigen Fehlwurf.
Es war eine fast perfekte 1. HZ, in der nicht nur Finn Scharnweber 4 Tore erzielte, das tat auch Daniel Hideg, der immer mehr eine Führungsposition einnimmt, er dirigiert und das macht er sehr gut. Zudem zeigte Can Adanir wieder eine perfekte Leistung, er glänzte in der 1. HZ mit 8 Paraden. Einziges Manko auf TuS-Seite war die Chancenverwertung, wir hatten zwar nur 1 technischen Fehler, aber auch 11 Fehlwürfe. Aber in Bezug darauf können sich beide Teams die Hand geben, denn nach 60 Minuten hatten beide Teams jeweils 20 Fehlwürfe zu Buche stehen.

Halbzeit 2 begann, wie Halbzeit 1 endete, Ferndorf war die spielbestimmende Mannschaft, Ferndorf ließ nichts anbrennen und in der 35. Minute hieß es schon 16:20 durch Finn Scharnweber. 4 Tore vor hört sich recht gut an, doch gegen Potsdam sollte man da Abstriche machen. Einen Moment der Unaufmerksamkeit, der fehlenden Konzentration und schon bekommt der Gegner Oberwasser. So auch hier, zwei Fehlwürfe und Potsdam braucht nur 5 Minuten, um aus dem 16:20 ein 20:20 zu machen. Der in HZ 2 stark spielende Marvin Mundus erzielte das 20:21, eine danach folgende Chance für ein Siebenmetertor vergab Josip Eres und es folgte das 21:21, Ceven buzzerte umgehend zur Auszeit und bemängelte u.a. das Rückzugsverhalten.

Was jetzt folgte, war die erste Führung für Potsdam durch ein Siebenmetertor in der 45. Minute. Potsdam war dran, das Spiel hatte schon jetzt für beide Teams viel Kraft gekostet, doch alle bissen sich durch. Verlieren, nein, das wollte keiner und so haben die 22:22, 23:23, 24:24 25:25 und auch das 26:26 in der 51. Minute gezeigt, dass jetzt der Ritt auf der Rasierklinge folgen würde. Ferndorf hatte ein gute Abwehrleistung, war sehr beweglich, trieb die Gastgeber jetzt aber oft ins Zeitspiel, aber Potsdam hielt natürlich dagegen. Und zwar mit ihrem 27:26 und dem 28:26, sollte da doch noch was gehen (?), die Tribüne kam wieder, die, die eigentlich komplett unter Ferndorfer Herrschaft stand, denn die fackelten ein Feuerwerk ab, das war schon richtig Klasse. Jetzt kamen aber auch die Nerven ins Spiel, Viana zum 28:27, Fehlwurf Mundus, Fehler Potsdam und Tor Finn Scharnweber , es stand 29:29. Ein kleiner Thriller zum Schluss, die Adler verwandeln einen Siebenmeter (30:29), technischer Fehler Ferndorf, den nächsten Wurf wehrt Can Adanir ab, aber es hätte eigentlich Zeitspiel gepfiffen werden müssen (!?). Jetzt stellt Ceven Klatt auf sieben gegen sechs und „Jugo“ um und Marvin schafft es wirklich, das harzige Spielgerät zum 30:30 einzutüten. Noch 4 Sekunden für Potsdam, aber die zu verplanen ist ja Wahnsinn, so blieb es denn auch beim wohlverdienten Remis. Ohne Cans Parade wäre ein Remis nicht möglich gewesen, Danke Can.

Das war ja mal wieder ein ganz anderer TuS Ferndorf, einer, den wir so gerne öfter sehen würden. Überragende Spieler in der 2. HZ Marvin Mundus und Finn Scharnweber. Von der 46. Minute bis zur Sirene erzielten beide zusammen 7 von insgesamt 8 Toren, „HArzlichen Glückwunsch“
Wir sahen ein spannendes Spiel, abgezockte und moralisch gestärkte Ferndorfer, die mit einem starken Can Adanir, der auf von uns gezählte 16 Paraden kam ein nie für möglich gehaltenes Remis geholt haben und somit den Abstand zum ersten Abstiegsplatz auf 4 Punkte vergrößert haben.

Noch ein paar Daten/Zahlen:
- VfL-Keeper Grundmann kam „nur“auf 12 Paraden, Can auf 16
- Daniel Hideg hatte nicht nur 4 Paraden, sondern auch 5 Assists
- Es war ein sogenanntes Schnapszahlspiel 😉, denn vor 1111 Zuschauern, davon 55 TuS-Fans endete es 30:30.
- Da Finn Scharnweber 8 Tore ohne Fehlwurf erzielte, hat er die 100 % Trefferquote erreicht, zudem liegt er mit seinem HPI-Wert auf Platz 1 des Spieltages bei den Rechtsaußenspielern
- Glückwunsch an Soeren Servos, vom 13.-15. April absolviert die U20-Nationalmannschaft einen Lehrgang in Warendorf und Coach Martin Heuberger hat 20 Spieler nominiert, darunter auch wieder Soeren Servos.
Tor: Can Adanir 16 Paraden
Torschützen: Finn Scharnweber 8, Marvin Mundus 7, Daniel Hideg 4, Mattis Michel 3, Gabriel da Rocha Viana 2, Philip Würz, Josip Eres, Julius Fanger, Tom Jansen, Nico Schnabl und Soeren Servos je 1
Bericht: Peter Trojak
Fotos: Frank Dolejs
Collage: Andreas Domian

Bob Hanning fand, dass man versucht habe, das optimale rauszuholen, dass das aber leider nicht gelungen ist.
Emir Kurtagic fand, dass sie extrem unreif und schlecht gespielt hätten, dass er sich für den Punktgewinn schämt und das ein Sieg von ihnen auch unverdient gewesen wäre.
Ceven Klatt: Es war mit dem gesamten Spielverlauf ein gewonnener Punkt, wenn man sieht, dass Potsdam 30 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter zum 2-Tore-Vorsprung stellen kann, dass ist es erst recht ein gewonnener Punkt und wir hätten das vorher auch alle unterschrieben. Wir kommen sehr, sehr gut ins Spiel, sind sehr wach, führen sehr gute Zweikämpfe, vor allem in der ersten 20 Minuten.
Da schaffen wir es immer wieder, Potsdam zu stoppen, da merkt man uns ein bisschen die Tatsache an, dass die Kräfte nachlassen. Und dann ist es, dass wir es schaffen, mit einem 3-Tore-Vorsprung in die 2. HZ zu kommen. Wir haben insgesamt eine gute Halbzeit mit ein, zwei Kleinigkeiten, aber da kann man zufrieden mit sein. In der 2. HZ ist es so, dass wir gerade in der Anfangsphase zu viele freie Bälle liegen lassen. Das ist heute so ein bisschen das Haar in der Suppe und das ist dann auch die Phase, in der Potsdam versucht, das Spiel wieder zu öffnen und sogar selber in Führung zu gehen.
Und dann kommt aber nochmal eine Phase zum Ende, wo wir absolut kühlen Kopf bewahren, den Kopf oben behalten und mit einer tollen Moral bis zum Schluss fighten und an unsere Chance glauben, hier etwas mitnehmen zu können und das am Ende auch tun. Insgesamt hatten wir eine starke rechte Seite, bei Marvin und Finn habe ich ein gutes Gefühl gehabt.
Finn hat die Woche gut trainiert und ich habe mir dann überlegt, ihn von Anfang an spielen zu lassen und das hat dann ja auch großartig funktioniert. Wir freuen uns, sind sehr zufrieden, haben nun wieder 1 Punkt mehr Vorsprung, auch einen wichtigen Auswärtspunkt, auch bezogen auf die schwierigen Wochen, die wir grad haben.







