Heimfestung Stählerwiese: Stoppt Ferndorf den Auswärtslauf von Nettelstedt?

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(wS/red) Kreuztal, 23.04.2026 | Wieling stoppen, Punkte holen, Ferndorfs Plan gegen Nettelstedt-Lübbecke

Wenn der TuS Ferndorf auf TuS Nettelstedt-Lübbecke trifft, ist Spannung garantiert und die Voraussetzungen für ein intensives Duell könnten kaum interessanter sein.

Der TuS Nettelstedt-Lübbecke reist als Tabellenelfter (27:29 Punkte, -17 Tore) an und hat sich vor allem auswärts zuletzt als echte Gefahr erwiesen. Fünf Siege aus den letzten sechs Auswärtsspielen sprechen eine klare Sprache, auch wenn das jüngste Gastspiel verloren ging.

Der TuS Ferndorf hingegen steht aktuell auf Rang 14 (20:36 Punkte, -28 Tore), konnte aber zuletzt ein echtes Ausrufezeichen setzen, mit einem dramatischen 31:30-Auswärtssieg bei VfL Eintracht Hagen haben sich die Ferndorfer neues Selbstvertrauen geholt.

Schlüssel zum Spiel

  • Nettelstedt ist brandgefährlich im Tempospiel, besonders wenn die Abwehr stabil steht und sie ins Umschaltspiel kommen.
  • Ferndorf muss genau das verhindern, Tempo rausnehmen, Ballverluste minimieren und strukturiert angreifen.

Gelingt es den Ferndorf, die Fehlerquote niedrig zu halten, wird es für die Gäste schwer, ihren Rhythmus zu finden. Kommt Lübbecke jedoch ins Rollen, kann es unangenehm werden.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für Ferndorf ist die heimische Stählerwiese, eng, laut, emotional.

Hier spielt Ferndorf meist mit mehr Wucht und Herzblut. Genau dieser Faktor könnte am Ende den Ausschlag geben. Für viele Gastmannschaften, auch für Nettelstedt, ist diese Atmosphäre unangenehm, obwohl viele Teams sehr, sehr gerne zu uns kommen.

Vor ein paar Jahren hat mal der Trainer einer Gastmannschaft gesagt:  

„Am liebsten würde ich alle meine Auswärtsspiele hier in der Stählerwiese machen“.

Blick aufs Hinspiel

Das erste Aufeinandertreffen am 21.11.2025 endete 27:27, es war ein Spiel auf Augenhöhe.

Top-Torschützen damals:

  • Ferndorf: Viana (6), Fanger (5), Hideg (4)
  • Nettelstedt: Wieling (11), Schulze (6), Haugen-Furu (3)

Besonders Wieling ragte heraus und ist zusammen mit Schulze und Haugen-Furu auch einer der gefährlichsten Schützen der Gäste.
Die Aufgabe für Ferndorf, diese Achse früh stören und Wieling möglichst aus dem Spiel nehmen.

Ein entscheidender Rückhalt für Lübbecke ist Keeper Frederic Genz, der bereits 200 Paraden auf dem Konto hat. Sollte er einen starken Tag erwischen, kann er Spiele im Alleingang kippen.

Ferndorfs Coach Ceven Klatt steht vor der Aufgabe, sein Team richtig zu erden. Nach dem emotionalen Sieg in Hagen könnte die Gefahr bestehen, die Spannung nicht hoch genug zu halten.

Die Mannschaft schwebt aktuell „auf Wolke 7“, jetzt gilt es, Fokus und Disziplin zu bewahren.

Die Partie verspricht ein echtes Kampfspiel

  • Ferndorf setzt auf Heimstärke, Emotionen und Spielkontrolle
  • Nettelstedt-Lübbecke bringt Tempo, Auswärtsstärke und individuelle Klasse

Entscheidend wird sein, kann Ferndorf das Tempo diktieren, oder gelingt es Lübbecke, ins gefürchtete Umschaltspiel zu kommen? Vom Kader her wird es der gleiche sein wie schon in Hagen, evtl. auch wieder mit Max Löher und Linus Michel!? Es fehlen also Hampus Dahlgren, Philip Würz, Valentino Duvancic und die Langzeitverletzten Fynn Herzig, Jonas Wilde, Fabian Hecker und Julius Meyer-Siebert.

Alles ist bereitet für ein Duell, das uns den Puls hochtreibt, eng, intensiv, voller Emotionen und mit diesem kleinen, aber spürbaren Vorteil für Ferndorf, wenn sie ihre Heimstärke in all ihrer Wucht entfesseln. Also vertrauen wir auf unsere Jungs, darauf, dass sie den Flow aus Hagen nicht nur mitgenommen, sondern in den Hexenkessel gebeamt haben, bereit, wieder bis an ihre Schmerzgrenze zu gehen… und vielleicht sogar ein Stück darüber hinaus.

Die Halle wird morgen Abend bersten vor Energie, die Brigade wird, wie immer, alles in die Waagschale werfen. Und das inzwischen ligaweit gefürchtete Trommelorchester der Ferndorfer Füchse wird seine Felle traktieren, bis die Sticks glühen. Die Tribünen werden sich, wie schon in Hagen, selbst übertreffen und unser Wohnzimmer in ein Beben verwandeln.

Und dann… ja dann… können wir dieses Spiel gewinnen. Wenn Leidenschaft, Wille und dieser unverwechselbare Ferndorfer Funke zusammenkommen, ist alles möglich, denn

Bericht: Peter Trojak

Collage/Bilder: Andreas Domian

CEVEN KLATT: Das morgige Spiel steht bei uns unter dem Motto „Nochmal über die Schmerzgrenze und bis an die Belastungsgrenze gehen“. Nach nur 2 Tagen Regeneration wieder in ein Spiel zu gehen und dann gegen eine physisch und körperlich starke Mannschaft wie Nettelstedt, ist eine große Aufgabe für die Jungs.

Für uns wird es wieder wichtig sein, die Emotionen zu entfachen, wie jetzt in Hagen oder auch schon davor in Lübeck und uns in so einen kleinen Rausch zu spielen. Natürlich mit der Unterstützung der Fans, denn die werden wir brauchen. Darüber hinaus müssen wir auch noch mal ein paar Prozent mobilisieren. Und dann wird es für uns darum gehen, uns da reinzuarbeiten und in der Abwehr wieder um jeden Ball zu fighten. Auch, wenn es uns schwerfallen wird, mit Tempo nach vorne zu gehen. Denn das ist etwas, dass uns im Hinspiel stark gemacht hat und uns gut gelungen ist. Wir haben übers Tempo einfache Tore gemacht und die werden wir auch wieder brauchen, um der sehr kompakten Abwehr von Nettelstedt aus dem Weg zu gehen. Nettelstedt selbst hat ihre gefährlichsten Torschützen in den Außen mit Schulz und Wieling, von denen haben wir auch im Hinspiel die meisten Tore bekommen.

Da müssen wir vor allem im Rückzugsverhalten schauen, dass wir es schaffen, ihre Tempogegenstöße zu verhindern. Es geht aber auch darum, ihren starken Rückraum mit Leuten wie Pabst, Genz oder Wesseling möglichst weit weg vom Tor zu halten, denn das sind die Hauptakteure bei Nettelstedt. Und wie schon gesagt, hoffe ich, dass wir es nochmal schaffen, unsere letzten Reserven, unsere letzten Energien zu bündeln und hoffentlich ein Handballfest am Freitag feiern können. Ich denke auch, das mit noch 2 Punkten mehr der Klassenerhalt für uns fast sicher ist.

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