(wS/red) Kreuztal 23.06.2026 | Ein Großeinsatz hat am heutigen Dienstagnachmittag die Marburger Straße in Ferndorf über Stunden in Atem gehalten: Im Ligno-Park war im dortigen Wohnhaus gegen 16:20 Uhr ein Feuer im Bereich des Daches entdeckt worden. Daraufhin wurden die Einsatzkräfte unter dem Alarmstichwort „Feuer 4 – Dachstuhlbrand“ an die Einsatzstelle alarmiert.
Den ersten eintreffenden Kräften von Feuerwehr und Polizei war schon von Weitem klar: Hier brennt es wirklich. Rauch zog über dem Gebäude in den Himmel, aus dem Dach schlugen Flammen. Sofort wurde der Alarm über die Meldeempfänger der Einsatzkräfte auf „ManV 1″ hochgestuft – das Stichwort kann einen Massenanfall an Verletzten bedeuten.


Aufmerksame Nachbarn und ein zufällig vorbeikommender Rettungssanitäter
Was man durchaus als glücklichen Umstand bezeichnen kann: Nachbarn des betroffenen Hauses hatten das Feuer bereits entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Auch ein zufällig vorbeikommender Rettungssanitäter vom DRK-Ferndorf erkannte die Situation, meldete die Lage bei der Feuerwehr und begann bereits vor deren Eintreffen damit, Bewohner auf die Gefahr aufmerksam zu machen und aus den Wohnungen zu holen.
Innerhalb kürzester Zeit nahm die schnell an der Einsatzstelle eintreffende Feuerwehr die Brandbekämpfung von außen auf – die Drehleiter wurde in Stellung gebracht und die Wasserversorgung aufgebaut.
Feuerwehrchef Jan Kleine im Gespräch mit wirSiegen.de
Jan Kleine, Chef der Feuerwehr Kreuztal, erklärte gegenüber wirSiegen.de: „Es handelt sich hier um ein Mehrfamilienhaus in vollständiger Holzbauweise, welches auch mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet ist. Beim Eintreffen der Kräfte war ein Teilbereich des Dachbereichs im hinteren Bereich des Gebäudes im Vollbrand. Durch das unmittelbare Brandereignis wurde glücklicherweise niemand verletzt. Allerdings galt es, 15 Personen vom DRK zu betreuen, da das Gebäude aktuell nicht bewohnbar ist. Aufgrund der heutigen Hitze und der wahrscheinlichen Aufregung ging es einer Person schlecht; sie musste vor Ort vom Rettungsdienst behandelt werden und kam anschließend zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus.“
Vor Ort waren etwa 80 Einsatzkräfte. „Aufgrund der Wärmebelastung war das ein sehr kräftezehrender Einsatz für die Feuerwehr und alle Beteiligten“, so Jan Kleine.
Drehleiter und Innenangriff: So lief die Brandbekämpfung
Das Feuer befand sich im Dachbereich des vierstöckigen Gebäudes. Über Drehleiter wurde die Brandbekämpfung aufgenommen, parallel dazu führte die Feuerwehr einen Innenangriff durch: Sie baute eine Riegelstellung zu den Wohnungen auf und konnte so ein Ausbreiten des Feuers verhindern und größeren Schaden vermeiden.
Während des Einsatzes entfernten die Feuerwehrfrauen und -männer in luftiger Höhe im Dachbereich die Holzverkleidung, um an alle Brandherde zu gelangen und alles abzulöschen.







Bewohner evakuiert – Stadt Kreuztal organisiert Unterkünfte
Die Bewohner des Ligno-Park, in dem das Feuer ausgebrochen war, mussten alle evakuiert werden. Mitarbeiter der Stadt Kreuztal kümmerten sich darum, dass die Betroffenen eine Bleibe fanden – dazu wurden mehrere Hotelzimmer angemietet. Schutz fanden die Bewohner zudem im im Einsatz befindlichen Siegener Rettungsbus, in dem die Betroffenen von den Rettungskräften bestens versorgt wurden.
Marburger Straße über Stunden voll gesperrt – LKW-Fahrer steckten fest
Die Marburger Straße musste während des Einsatzes von der Polizei in diesem Bereich voll gesperrt werden. Das traf auch einige LKW-Fahrer hart, die mit ihren Fahrzeugen über Stunden weder vor noch zurück konnten und in der Vollsperrung feststanden. Den betroffenen LKW-Führern wurde es bereits zuvor durch die Polizei ermöglicht, aus der Einsatzstelle herauszufahren und ihre Fahrt fortzusetzen. Um kurz nach 20 Uhr konnte die Marburger Straße dann wieder vollständig freigegeben werden.
Appell: Einsatzkräfte nicht behindern
Unverständnis äußerte eine in der Nähe wohnende Frau, die das Geschehen direkt zu Einsatzbeginn mitbekam. Obwohl die Feuerwehr bereits mit Martinshorn und Blaulicht in großer Zahl an der Marburger Straße in Höhe des dortigen „Zollhaus Kreuztal“ eintraf, versuchten zahlreiche Autofahrer noch, sich zwischen den Fahrzeugen hindurchzuschlängeln.
Hier wird klar empfohlen: Einsatzkräfte auf keinen Fall behindern – notfalls rechtzeitig drehen und zurückfahren, umfahren!
Reibungsloses Zusammenspiel aller Kräfte
Auch Kreisbrandmeister Thomas Tremmel war vor Ort im Einsatz und koordinierte zusammen mit dem Kreuztaler Feuerwehrchef Jan Kleine und seinen Kräften die schnelle, professionelle Hilfe.
Ein Nachbar vor Ort sagte gegenüber wirSiegen.de: „Es ist unglaublich zu erleben, wie hier die Einsatzkräfte alles geben, so schnell vor Ort waren und das Feuer in den Griff bekommen haben!“
Durch das reibungslose Zusammenspiel aller – vom Rettungsdienst über die Rettungshubschrauberbesatzung (auch Christoph 25 aus Siegen war im Einsatz) bis hin zur Feuerwehr und den Rettungsteams – konnte bei brütender Hitze wirklich schnelle Hilfe geleistet werden.
Brandursache: Polizei ermittelt
Zur Brandursache hat die Polizei die genauen Ermittlungen aufgenommen. Weitere Infos folgen.
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