(wS/red) Siegen 26.01.2026 | Am Montagabend kam es in der Siegener Innenstadt zu zeitweiligen Verkehrsbehinderungen durch einen pro-kurdischen Demonstrationszug. Rund 550 Teilnehmer versammelten sich, um ein Zeichen zu setzen. Trotz der Einschränkungen im Berufs- und Abendverkehr zog die Polizei eine positive Bilanz.
Auftakt an der Siegerlandhalle Die Versammlung begann um 17:00 Uhr mit einer Auftaktkundgebung an der Siegerlandhalle. Während die Veranstalterin im Vorfeld mit etwa 400 Personen gerechnet hatte, wuchs die Gruppe laut Polizeiangaben bereits kurz nach dem Start weiter an.
Zuwachs auf dem Weg in die City Im weiteren Verlauf des Abends schlossen sich weitere Unterstützer dem Zug an. Beim Passieren des Verkehrsknotenpunkts Koch’s Ecke gegen 18:00 Uhr war die Teilnehmerzahl bereits auf circa 550 Personen angewachsen. Von dort aus bewegte sich die Gruppe bei Temperaturen um den Gefrierpunkt über die Bahnhofstraße und die Siegbrücke weiter in Richtung Scheinerplatz. Trotz der zentralen Route hielten sich die befürchteten massiven Staus in Grenzen. Die Polizei begleitete den Aufzug kontinuierlich und leitete den Verkehr lokal um.
Abschluss am Apollo-Theater Die Route endete schließlich vor dem Apollo-Theater, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Die Polizei, vertreten durch den Ersten Polizeihauptkommissar und Pressesprecher Stefan Pusch, bestätigte, dass die Veranstaltung wie geplant um 19:00 Uhr ihr Ende fand.
Fazit der Behörden: „Die Versammlung verlief friedlich und störungsfrei“, resümierte Pusch. Die verkehrsbedingten Behinderungen seien auch aufgrund der Witterungsbedingungen als moderat einzustufen gewesen.
Das Zentrum der kurdischen Gesellschaft e.V. lud zu einer Demonstration in Siegen ein, um ihre Solidarität mit den Menschen in der nordsyrischen Region Rojava zu bekunden und ein Zeichen für die Unterstützung ihrer dortigen Mitbürger zu setzen.
Die Lage in der Region Rojava habe sich seit Anfang Januar weiter zugespitzt und bereite vielen hier lebenden Kurdinnen und Kurden große Sorge um ihre Familien.
Nach Angaben der Demonstrierenden eskaliert die Gewalt seit dem 6. Januar zunehmend. Dschihadistische Gruppen und verbündete Milizen griffen gezielt Einrichtungen der kurdischen Selbstverwaltung an. Berichte über zerstörte Krankenhäuser, entführtes medizinisches Personal sowie Angriffe auf Städte wie Kobanê sorgten auch in Siegen für große Betroffenheit.
Gerade für die hiesige kurdische Gemeinschaft sei der Konflikt kein fernes politisches Ereignis, sondern eine persönliche Realität. Viele Menschen lebten in ständiger Angst um Angehörige und Freunde in der Region. Zudem warnen die Initiatoren davor, dass die aktuelle Instabilität die Sicherheitslage über Syrien hinaus verschärfen könne – etwa durch mögliche Massenausbrüche in Gefangenenlagern ehemaliger IS-Kämpfer.
Mit ihrem Protest wollten die Teilnehmenden nicht nur Solidarität mit den Menschen in Rojava zeigen, sondern auch die Öffentlichkeit auf die Folgen der jüngsten Entwicklungen aufmerksam machen. Sie appellieren an Politik und Gesellschaft, die Situation nicht aus dem Blick zu verlieren.

Foto: Andreas Trojak / wirSiegen.de
Werbepartner der Region – AnzeigeWerden Sie Teil unserer Unterstützer-Community
Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung auf wirSiegen.de? Helfen Sie mit, dass wir weiterhin unabhängig für Sie berichten können.
👉 Jetzt unterstützenJeder Beitrag hilft – vielen Dank für Ihre Unterstützung!









