(wS/bu) Burbach 26.01.2026 | Ihren traditionellen Weihnachtsbesuch bei der DRK-Rettungswache in Wahlbach mussten die Bürgermeister Marco Schwunk (Neunkirchen) und Jonas Becker (Burbach) aus terminlichen Gründen diesmal in das neue Jahr schieben. Aber da Anerkennung und Dankbarkeit nicht so schnell verjähren, war ihnen der persönliche Besuch der Rettungskräfte ein besonderes Anliegen. „Die Männer und Frauen des Rettungsdienstes leisten nicht nur sehr gute, sondern auch eine enorm wichtige Arbeit. Ihr gesellschaftlicher Stellenwert wird ihrer Leistung vielerorts allerdings nicht immer gerecht. In Burbach und Neunkirchen wissen wir den Einsatz der Rettungskräfte im gesamten Kreisgebiet und insbesondere hier im südlichen Siegerland sehr zu schätzen. Daher möchten wir stellvertretend für unsere Bürgerinnen und Bürger danke sagen.
Danke, dass die Wache Wahlbach auch 2025 wieder einen hervorragenden Dienst geleistet hat“, betonten die beiden Bürgermeister auf ihrer Stippvisite.
Rund 20 Rettungs- und Notfallsanitäterinnen und -sanitäter verrichten in 24- oder 12-Stunden-Schichten Wahlbach ihren Dienst. Täglich sind fünf Kräfte auf der Wache im Einsatz, oft zusätzlich unterstützt durch Auszubildende oder Praktikanten zur/zum ehrenamtlichen Rettungssanitäterin/Rettungssanitäter. Zwei Rettungswagen sind hier stationiert, die ebenfalls im 24- und 12-Stunden-Einsatz sind. Nach Alarmierung durch die Leitstelle in Siegen, sind die Rettungskräfte i.d.R. spätestens innerhalb von 8 bis 12 Minuten am Einsatzort und erfüllen somit die vorgegebenen Hilfsfristen für Burbach und Neunkirchen, im Hickengrund unterstützen bei Bedarf die Kolleginnen und Kollegen aus Haiger, wenn diese absehbar schneller bei den Patienten/Patientinnen sein können.
Die Belastung habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, d.h. die Zahl der Einsatzfahrten hätten deutlich zugenommen, berichten Notfallsanitäter Christian Grönke und seine Kolleginnen und Kollegen im Gespräch mit den Bürgermeistern. Früher seien sie durchschnittlich fünfmal am Tag alarmiert worden, inzwischen sind es etwa 15 Einsätze täglich, die je nach Fall inklusive Transport zum Krankenhaus und Rückfahrt gut zwei Stunden dauern können – die Einsatzdokumentation noch nicht mitgerechnet. Insbesondere die Anzahl der sogenannten Fehlfahrten sei stark angestiegen. Das sind Einsätze, die nicht zu einem Transport in ein Krankenhaus führen – weil es sich entweder um Bagatellfälle handelt (kleine Schnittverletzungen, Erkältungen, Bauchschmerzen etc.), die keinen Krankentransport rechtfertigen, oder weil die Patienten am Einsatzort versterben. Die tatsächlich geleistete, medizinische Versorgung ist für die Klassifizierung als Fehlfahrt nicht von Bedeutung, sondern nur ob ein Transport stattgefunden hat oder nicht.
„Wenn man sich vorstellt, dass die Rettungskräfte im Extrem-Fall bis zu 45 Minuten reanimieren und manchmal leider vergeblich um das Leben eines Menschen kämpfen, und anschließend eine Fehlfahrt melden müssen, ist das schon makaber“, sind sich Marco Schwunk und Jonas Becker einig.
Ebenso, dass der Rettungsdienst derartige Leistungen für und am Menschen niemanden in Rechnung stellen kann. „Eigentlich ist es unbezahlbar, was die Rettungsdienste leisten, sie aber nur für Transporte und nicht für die medizinische (Erst-)Versorgung zu bezahlen, ist ein falsches Signal, das unser Gesundheitswesen hier aussendet, weil es den tatsächlichen Wert des Rettungsdienstes für die Gesellschaft schmälert“, so die Bürgermeister, auch wenn sie die Probleme der Finanzierbarkeit des gesamten Gesundheitssystems natürlich kennen. Umso mehr werben auch sie dafür, den Rettungsdienst wirklich nur im Notfall zu verständigen oder bei weniger schweren Beschwerden zunächst den Hausarzt zu konsultieren oder sich bei kleineren Verletzungen von Angehörigen oder Bekannten in die Notaufnahme fahren zu lassen. Im Zweifel kann auch erst der notärztliche Telefondienst (ärztlicher Bereitschaftsdienst) unter der deutschlandweit kostenfreuen Telefonnummer 116117 kontaktiert werden.
Nach dem Austausch besichtigten die beiden Verwaltungschefs abschließend die 2022 erweiterte und modernisierte Wache. Rund 1,4 Millionen Euro hatte der Kreis Siegen-Wittgenstein im Zuge des Rettungsdienstbedarfsplans seinerzeit am Standort investiert – und alle heutigen Standards vorbildlich umgesetzt, so der Eindruck der Bürgermeister. Auch Christian Grönke bestätigt: „Wir sind mit der Ausstattung sehr zufrieden. Vor allem mit der gute gelösten Schwarz-Weiß-Trennung und dem Schulungsraum.

Tauschten sich bei einem Besuch auf der Rettungswache Wahlbach aus (v.l.n.r.): Notfallsanitäter Christian Grönke, Bürgermeister Marco Schwunk, Bürgermeister Jonas Becker, Notfallsanitäter Jonas Bieler, Notfallsanitäterin Veronika Oesing, Notfallsanitäterin Ricarda Merk, Rettungssanitäterin Jennifer Lohre und Praktikantin zur Rettungssanitäterin Nadine Schöler. Foto: Gemeinde Burbach






