(wS/red) Kreuztal, 26.03.2026 | Wenn die Füchse trommeln, wird aus Druck plötzlich Energie
TuS Ferndorf – HBW Balingen‑Weilstetten
Samstag, 28.03.2026 – Anwurf 18:00 Uhr
In dieser Paarung steckt alles drin: sportliche Realität, psychologische Schwere und der klassische Ferndorfer Kampfgeist. Genau diese Mischung macht die Lage und dieses Spiel so spannend.
Der TuS steht aktuell auf Platz 15, also über dem Strich, aber mit einem Spiel weniger als viele direkte Konkurrenten. Das klingt beruhigend, doch die Tabelle lügt bekanntlich nicht. Der Vorsprung auf Krefeld beträgt fünf Punkte, und die kommenden Gegner gehören zur absoluten Top‑4 der Liga. Balingen, Potsdam, Dresden, ein Dreierpack, bei dem man realistisch sagen muss: Alles andere als Bonuspunkte.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Ferndorf nach diesen Spielen tabellarisch unter Druck geraten kann, ist also real. Zwischen „Wenn wir hier nichts holen, wird’s eng“ und „Wir haben nichts zu verlieren“ liegt alles, und Ceven weiß genau, was er und seine Jungs realistisch erreichen können.

Was Ferndorf jetzt wirklich braucht, ist ein Bonuspunkt irgendwo. Ein Unentschieden, ein knapper Überraschungssieg gegen einen Großen, das wäre Gold wert. Denn bei Krefeld muss man mit allem rechnen. Für eine Überraschung sind sie immer gut, und das würde den Druck auf Ferndorf erhöhen. Andererseits, auch Krefeld hat in den nächsten Wochen keine Freudentänze eingeplant. Erst Dormagen, dann Hagen, danach Potsdam und zum Abschluss Bietigheim, da tropfen die Punkte auch nicht von der Hallendecke.
Im direkten Vergleich der Hinrunde liegt Ferndorf sogar vorne: Krefeld hat gegen seine drei nächsten Gegner allesamt verloren. Beim TuS gab’s von allem etwas, Niederlage gegen Balingen, Sieg gegen Potsdam, Remis gegen Dresden.
Im Hinspiel, welches der TuS mit 35:31 verlor, war viel dabei, was Ceven Klatt gefallen hat und wenn man das mitnimmt in das kommende Spiel, können wir uns auf ein spannendes Match freuen.
Die Qualitäten der „Gallier von der Alb“ sind ligaweit bekannt. Aber ebenso weiß jeder Gästetrainer: In der Stählerwiese gibt es keine Geschenke. Dort warten zwei bärenstarke Keeper und eine nahezu unbezwingbare Abwehrkette darauf, jeden Gegner an seine Grenzen zu treiben.
Und dann ist da ja auch noch die bebende TuS‑Tribüne, die ohrenbetäubenden Trommelstakkatos der Ferndorfer Füchse, die lauten Gesänge der Brigade C. All das hat schon so manchem Gast gehörigen Respekt eingeflößt.

Gegnercheck TuS Ferndorf:
Vor der Auswärtspartie beim TuS Ferndorf schlägt HBW-Trainer Matthias Flohr warnende Töne an. Die Begegnung in der Stählerwiese bezeichnet er als äußerst anspruchsvoll – nicht zuletzt wegen der intensiven Atmosphäre in der Halle.
Auch sportlich erwartet Flohr einen starken Gegner. Besonders im Rückraum sieht er große Qualität, zudem verfüge Ferndorf über durchsetzungsstarke Spieler im Eins-gegen-eins sowie viel Spielintelligenz auf mehreren Positionen. Am Kreis sei der Gegner ebenfalls gefährlich besetzt.
Insgesamt stellt sich der Tabellenzweite auf eine kompakte Mannschaft ein, die vor allem durch ihre stabile Abwehr und ein starkes Torhütergespann überzeugt. Entsprechend gewarnt geht der HBW in die Partie.
Große Freude für alle TuS-Fans, denn 2 weitere Spieler haben beim TuS verlängert, Danke TuS, Danke Tom Jansen und Danke Fabian Hecker.

Am Ende wird es wieder auf das ankommen, was Ferndorf seit Jahrzehnten ausmacht: Leidenschaft, Mut und die unerschütterliche Überzeugung, dass man auch als Außenseiter jeden schlagen kann, wenn die Halle brennt. Vielleicht ist Balingen der Favorit, vielleicht spricht vieles gegen den TuS, aber in der Stählerwiese gelten andere Gesetze. Wenn die Jungs alles reinwerfen und die Tribüne dahintersteht, dann kann aus einem schweren Abend plötzlich ein besonderer werden. Und genau für solche Momente lebt dieser Verein.
CEVEN KLATT: Fangen wir mal mit positiven Sachen an, Soeren Servos und Can Adanir waren bei ihrer Nationalmannschaft und sind beide gut gelaunt und gesund zurückgekehrt. Beide mit einem Erfolgserlebnis, Can konnte mit der Türkei eine Runde weiterkommen, indem sie gegen Rumänien gewonnen haben. Can hat da im zweiten Match ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht, aber jetzt geht es gegen Norwegen in der Qualifikation, das wird allerdings um einiges schwerer werden. Soeren Servos hat zwei Spiele in der Junioren-Nationalmannschaft gegen Österreich gemacht und hat im ersten Spiel einen Kurzeinsatz gehabt, im zweiten Spiel hat er dann doch 30 Minuten Spielzeit bekommen und zusammen 6 Tore erzielt. Ich habe gestern noch mit Martin Heuberger (Trainer Junioren-Nationalmannschaft) telefoniert und Soeren hat da wirklich einen sehr positiven Eindruck hinterlassen, was mich für ihn sehr freut. Er hat auch die recht positive Energie mitgebracht und ist seit gestern wieder bei uns im Training. Ich habe beiden am Montag und Dienstag zur Regeneration noch freigegeben, da sie ja bis Sonntag noch unterwegs waren. Mit den restlichen Spielern haben wir letzte Woche von Montag bis Mittwoch trainiert, aber auch schon mal in kleineren Gruppen, da wir doch den ein oder anderen verletzten Spieler hatten und so mit 9 Mann und einem Torhüter trainiert haben. Gestern waren wir aber wieder mit 15 Spielern im Training, was mich doch sehr positiv gestimmt hat.

Balingen ist eine Top-Mannschaft mit ganz viel Qualität, sie haben sich im letzten Jahr auch nochmal verstärkt, sie sind wirklich eine tolle Mannschaft. Sie machen einen guten Job in der bisherigen Saison und sind ja auch nicht umsonst Tabellenzweiter und untermauern dadurch auch ihre Ansprüche auf den Aufstieg. Wir müssen schauen, dass wir Balingen von Anfang an klar machen, dass es kein einfaches Spiel für sie wird, dass man nicht mal eben nach Ferndorf kommen kann um 2 Punkte zu entführen. Sie müssen wissen, dass sie dafür alles auf dem Feld lassen müssen und dafür müssen wir emotional von Anfang an bereit sein, diesen Kampf gegen die Balinger zu führen. Handballerisch ist Balingen besser als wir, also müssen wir Mittel und Wege finden, um erfolgreich zu sein. Ich freue mich, nach einer gefühlt längeren Pause und dem Auswärtsspiel genauso wie die Jungs auf ein Heimspiel und die Stimmung in der Stählerwiese. Natürlich muss die Abwhr funktionieren, die Torhüter müssen gut sein und dann hoffe ich, dass wir mit einem vollen Kader gutes Tempo gehen können und dann schauen wir mal, was wir erreichen können. Rückblickend habe ich mich auch über die Niederlage gegen Dessau viel mehr geärgert, als als über die Niederlage gegen Bietigheim, denn die Niederlage gegen Dessau war vermeidbar, aber gegen Bietigheim hätten wir noch 2 Stunden spielen können und hätten nicht gewonnen. Ich habe mit meinen Jungs das Hinspiel gegen Balingen nochmal aufbereitet und habe auch gezeigt, was wir gut gemacht haben und was uns gefehlt hat, nämlich die Konsequenz in der ein oder anderen Abwehraktion und genau das muss uns Mut machen für unsere Aufgabe zu Hause.

Spielbericht: Peter Trojak
Collage/Bilder: Andreas Domian





