(wS/red) Siegen 12.05.2026 | Am dritten Tag nach dem Hallenbrand oberhalb des Eiserfelder Freibads geht der Einsatz an der ehemaligen Zeche „Kaiserschacht“ im Gewerbegebiet „Eisenzecher Zug“ in eine entscheidende Phase: Heute, am Dienstag, sind die Einsatzkräfte der Polizei dabei, die in der Lagerhalle entdeckte Cannabisplantage abzuernten, das Beweismaterial aus dem Gebäude zu holen und zu sichern. Pressesprecher Stefan Pusch von der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein hat wirSiegen.de am Mittag direkt vor Ort einen Überblick zum aktuellen Stand der Arbeiten gegeben.
Vom Hallenbrand zur Plantage – ein kurzer Rückblick
„Die dortige Lagerhalle hatte gebrannt, bei den Löscharbeiten hat die Feuerwehr festgestellt, dass dort Cannabispflanzen drin waren“, fasst Stefan Pusch den Ausgangspunkt zusammen. „Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass es nicht nur einzelne Pflanzen waren, sondern eine richtige Plantage.“ Was am Sonntagmorgen als Brandeinsatz begann, hat sich damit innerhalb weniger Stunden zu einem umfangreichen Ermittlungsverfahren entwickelt – mit allem, was dazugehört: Spurensicherung, Beweissicherung und der vollständigen Räumung der Räumlichkeiten.


Stefan Pusch – Pressesprecher bei der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein
(Hintergründe siehe wirSiegen-Berichte vom 10.05.2026 und 11.05.2026.)
Heute im Fokus: Abernten, herausholen, sichern
Der Dienstag steht ganz im Zeichen der praktischen Arbeit vor Ort. „Heute, am Dienstag sind die Einsatzkräfte der Polizei vor Ort, um die Plantage abzuernten, alles aus der Lagerhalle rauszuholen und zu sichern“, so der Pressesprecher. Wer am Einsatzort einen Blick auf das Gelände werfen kann, sieht das deutlich: Beamte in Schutzanzügen, mit Atemschutzmasken und Helmen, transportieren die Pflanzen aus dem Inneren der Halle nach draußen. Auf dem Hof wird das Beweismaterial gesammelt – ein imposantes Bild, das die Dimensionen des Fundes erahnen lässt.
Die Polizei ist heute mit mehreren Fahrzeugen vor Ort, um die umfangreichen Arbeiten zügig abwickeln zu können.
Mehrere hundert Pflanzen – Tausenderbereich nicht ausgeschlossen
Zur tatsächlichen Größe der Plantage kann die Polizei aktuell noch keine genauen Angaben machen. Pusch dazu: „Einen ganz genauen Überblick haben wir noch nicht, es werden mehrere hundert Pflanzen sein, die wir haben. Ob es in den Tausenderbereich reingeht, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.“
Eine endgültige Zahl steht also erst dann fest, wenn alle Pflanzen aus der Halle geborgen, gezählt und dokumentiert sind. Klar ist bereits jetzt: Es handelt sich um eine Anlage, die deutlich über das hinausgeht, was man unter „ein paar Hanfpflanzen im Hinterzimmer“ verstehen würde.
Wirkstoffgehalt und Marktwert – Geduld ist gefragt
Die nächste Etappe nach der Sicherung ist die kriminaltechnische Begutachtung. „Die Pflanzen werden jetzt erstmal gesichert, zur Begutachtung weggegeben, um zu ermitteln, welchen Wirkgehalt die Pflanzen haben. Und danach kann man hochrechnen, welcher Wert hier in Rede steht“, erklärt Stefan Pusch.
Das bedeutet auch: Wer auf eine schnelle Schlagzeile zum mutmaßlichen Marktwert hofft, braucht Geduld. „Meistens dauert so etwas ein paar Wochen, um ganz genaue Ergebnisse zu erhalten“, so der Pressesprecher. Erst wenn der Wirkstoffgehalt im Labor bestimmt ist, lässt sich seriös hochrechnen, welche Größenordnung die mutmaßliche Plantage tatsächlich darstellt.




Das THW: stille Helfer im Hintergrund
Was viele nicht auf dem Schirm haben, ohne den die Arbeiten der Polizei aber gar nicht möglich wären: das Technische Hilfswerk. Bereits an den beiden Vortagen war das THW vor Ort, um die Einsatzkräfte zu unterstützen. Konkret ging es darum, den Polizeikräften den Zugang zur Halle zu sichern. Mehrere Parzellen innerhalb des Gebäudes mussten unterbaut werden, damit ein gefahrloses Betreten überhaupt möglich wurde. Brandeinwirkung, Hitzeentwicklung und die Statik einer mutmaßlich teils zweckentfremdeten Halle ergeben keine alltägliche Arbeitsumgebung – die Vorarbeiten des THW waren also Grundvoraussetzung dafür, dass heute überhaupt geerntet, geräumt und gesichert werden kann.

Wie viele Pflanzen verbrannten – und wodurch entstand das Feuer?
Zwei weitere zentrale Fragen begleiten die Ermittlungen: Wie viele Pflanzen sind dem Feuer bereits zum Opfer gefallen – und was hat den Brand ursprünglich ausgelöst?
Beides ist Gegenstand der aktuellen Spurenauswertung. Eine erste Einschätzung der Polizei zur Brandursache gibt es allerdings bereits: „Nach jetzigen Erkenntnissen gehen wir von einem technischen Defekt aus“, so Stefan Pusch. Ob diese erste Hypothese am Ende der Ermittlungen bestätigt wird oder noch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben, muss die kriminaltechnische Untersuchung des Brandortes zeigen.
Einsatz wird noch länger andauern
Wer heute am „Kaiserschacht“ vorbeikommt, kann sich auf weiterhin sichtbare Polizeipräsenz einstellen. Die Arbeiten der Einsatzkräfte werden nach Einschätzung der Kreispolizeibehörde noch etwas andauern. Die Räumung der Halle, die abschließende Spurensicherung sowie die Begutachtung des sichergestellten Materials sind gründlich durchzuführen.
wirSiegen.de bleibt am Ball und berichtet weiter, sobald belastbare Zahlen zu Pflanzenmenge, Wirkstoffgehalt und mutmaßlichem Marktwert vorliegen.




Fotos: Andreas Trojak / wirSiegen.de
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