(wS/hh) Siegen 14.05.2026 | Ü70 und Ü75 Kreisauswahl Siegen-Wittgenstein überraschen bei den Spielen gegen die Ü70- und Ü75-Mannschaften des Nationalteams Deutschland.
Zum dritten Mal nach April 2024 in Großefehn und im März 2025 in Siegen-Trupbach kam es zum Aufeinandertreffen der heimischen Ü70 und Ü75 Kreisauswahl Siegen-Wittgenstein gegen die Auswahlspieler der entsprechenden Altersklasse des Nationalteams Deutschland. Im letzten Jahr mussten sich die beiden heimischen Teams jeweils knapp mit 0:1 geschlagen geben, für die beiden aktuellen Partien auf dem Spielfeld des TSV Siegen waren die Aussichten auf eine Revanche für die im Jahr zuvor erlittenen Heimniederlagen eher schlecht: Während das Ü70-Team des Nationalteams mit ihrem Trainer Stefan Stuckenberg mit einem 20-köpfigen Kader antrat, hatte das heimische Ü70-Team etliche Ausfälle zu verkraften und bot nur 13 Spieler für die 70 Minuten Spielzeit auf dem Großfeld auf. Und die Siegen-Wittgensteiner-Ü75 hatte es mit niemand Geringeres zu tun als dem Gewinner der Ü75-Weltmeisterschaft im Oktober 2025 in Tokio. Mit diesen ungünstigen Vorzeichen und dem Gefühl, dass es ein Erfolg wäre, die Vorjahresergebnisse zu erreichen, ging es in die Partien gegen das Senioren-Nationalteam, das diese Spiele im Rahmen eines langfristig angelegten Trainingsprogramms zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2026 vom 12. bis 16.10. in Brisbane (Australien) nutzt.
Unter der Leitung von Heinz Ulrich Morgenroth, der beide Spiele souverän führte und nur selten in das absolut faire Geschehen eingreifen musste, entwickelte sich vor etlichen Zuschauern, darunter viele ehemalige bekannte Fußballer aus dem Kreisgebiet wie auch H J Griese, Sportbeauftragter des DFB und ehemaliger Bundesligaschiedsrichter, im Spiel der Ü70-Kontrahenten das erwartete schwere Spiel für die heimische Auswahl. Das Nationalteam dominierte das Spiel, verteidigte hochstehend die wenigen Angriffe der Siegen-Wittgensteiner Spieler und kam immer wieder über die schnellen Außenspieler und das nachrückende Mittelfeld zu guten Torchancen, die die Abwehr und der glänzend aufgelegte Torwart Hans-Jürgen Wolf vereitelten. In diesen Druckphasen des Nationalteams, in denen es nur selten zu Entlastungsangriffen der heimischen Kicker kam, halfen auch Torpfosten und Querbalken dabei, das 0:0 zur Pause zu sichern.
Nach Wiederanpfiff zeigte sich zunächst das Bild der 1. Halbzeit. Das Spiel fand überwiegend in der Hälfte der Heimmannschaft statt, bei der die nachlassenden Kräfte und der Druck des Gegners kaum noch Gegenangriffe zuließen. Dennoch brauchte das Nationalteam für den einzigen Treffer des Spiels die „Unterstützung“ des Gegners: Nach einer unübersichtlichen Situation mit zahlreichen Spielern im Strafraum des Heimteams misslang der Befreiungsschlag und so kam der Ball in der 54. Minute nach halbrechts zu dem frei stehenden Rechtsaußen Norbert Dölitzsch des Nationalteams, der keine Mühe hatte, die Kugel aus etwa 10 Metern am heimischen Torwart vorbei ins lange Eck zu schieben. Der heimischen Mannschaft gelang es nach diesem Treffer nicht mehr, sich gegen die Niederlage zu stemmen, zumal zwei Spieler aus ihren Reihen verletzungsbedingt ausscheiden mussten. In dieser Phase hätte das Nationalteam mit ihrem schnellen, strukturierten Spiel weitere Tore nachlegen können, was aber dank einer aufopfernden Abwehrleistung der Siegen-Wittgensteiner Auswahl und den sicheren Paraden von Hans-Jürgen Wolf verhindert wurde. Der Abpfiff von Schiedsrichter Heinz Ulrich Morgenroth beendete diese Abwehrschlacht mit dem achtbaren Vorjahresergebnis von 0:1 für die heimische Elf.
„Der Sieg des Nationalteams ist hochverdient, es hat den besseren Fußball gespielt und war wegen der Tiefe des Kaders in der Lage, frische Kräfte einzuwechseln. Trotz der Niederlage können unsere Spieler und Betreuer mit der Leistung sehr zufrieden und auch stolz sein, dass die Kreisauswahl dem hochklassigen Gegner so lange Paroli bieten konnte“, zog Werner Klement sein Fazit.
Im Anschluss an das Ü70-Spiel wurden die Markierungen gesetzt und die Tore aufgestellt für die 60-minütige Partie der beiden Ü75-Teams auf dem Kleinfeld, bei der mit sieben Feldspielern und dem Torwart gespielt wurde. Erst zum zweiten Mal seit der Gründung der Kreisauswahl Siegen-Wittgenstein im Jahr 2011 lief in Siegen-Trupbach eine Mannschaft Ü75 auf und zum ersten Mal gegen den Weltmeister in dieser Altersklasse. Vor der Partie war der gegenseitiger Respekt offensichtlich, immerhin hat die Siegen-Wittgensteiner Mannschaft in den zurückliegenden 15 Jahren zahlreiche Erfolge bei Turnieren und Meisterschaften eingefahren. Der Ü75-Kader der Kreisauswahl Siegen-Wittgenstein ist mit 16 Spielern für ein Spiel auf Kleinfeld mit 7 Feldspielern und einem Torwart nicht immer ausreichend. Das gilt auch für andere Ü75-Mannschaften. Vor diesem Hintergrund dürfen nach Absprache zwischen den Mannschaften auch schon mal „jüngere“ Spieler – 74jährige – eingesetzt werden. Im Spiel gegen das Nationalteam Ü75, in dem drei Spieler der Weltmeistermannschaft von Tokio dabei waren, kamen 11 Spieler für die Kreisauswahl zum Einsatz.
In der torlosen ersten Halbzeit waren die Spielanteile weitgehend gleich verteilt, allerdings zeichnete sich früh ab, dass das Nationalteam zwar offensiv ausgerichtet war, aber ihre Angriffe die gut gestaffelte Abwehr des Siegen-Wittgensteiner Teams nicht ernsthaft in Bedrängnis bringen konnten. Aus dieser sicheren Abwehr heraus überbrückte das Heimteam mit wenigen schnellen Pässen das Mittelfeld, so dass die beiden schnellen Spitzen Bernd Halbach und Kalle Rogel in den ersten 30 Minuten immer wieder für Gefahr vor dem Tor des Nationalteams sorgten. Nach Wiederanpfiff entstand in der 38. Minute aus genau einer solchen Situation der erste Treffer: Aus der Abwehr heraus kam der Ball im Mittelfeld zu Bernd Halbach, der mit einem präzisen Pass Kalle Rogel bediente, der den herausstürmenden Torwart umspielte und zum 1:0 einschob. In der Folge erhöhte das Nationalteam den Druck auf das Tor des Gastgebers, ohne das von Burkhard Holzhauer bestens gehütete Tor ernsthaft gefährden zu können. Nach einer gelungenen Abwehr, einem schnellen Konter und feinem Zuspiel im Sturm erzielte Heribert Junge mit einem präzisen Schuss aus sechs Metern neben den rechten Pfosten das 2:0 für die Platzherren. Auch hier war der gegnerische Torwart ohne Abwehrchance.
Nach mehreren Spielerwechseln drängte das Nationalteam auf den Anschlusstreffer und kam zu einigen Gelegenheiten vor dem Tor der Siegen-Wittgensteiner, die – bis auf einen Lattentreffer – aber nicht zwingend genug waren. Aus der souverän wirkenden Abwehr heraus kam es wie in der ersten Halbzeit zu schnellen Gegenstößen auf das Tor des Nationalteams. Entsprechend fielen die Treffer zum 3:0 durch Bernd Halbach und zum 4:0 in der Schlussminute erneut durch Kalle Rogel in ihrer Entstehung wie Kopien des ersten Treffers durch schnelle und präzise Zuspiele an die Spieler in der Spitze, die mit ihrer Erfahrung und Ruhe im Abschluss die Chancen sicher verwandelten.
Bei den Spielern des heimischen Ü75-Teams war die Freude über den vor allem in dieser Höhe völlig unerwarteten Erfolg groß. Das Nationalteam unter ihrem Trainer Marek Wanik sprach den Siegen-Wittgensteiner Oldies für die spielerisch und kämpferisch gezeigte, tolle Leistung seine volle Anerkennung aus. Beim geselligen Beisammensein der Teams nach dem Spiel im Sportlerheim des TSV Siegen waren Sätze wie „Man merkte schon, dass bei euch durchweg gute Fußballer auf dem Platz standen“ ein hohes Lob des Weltmeister-Teams. Heinz Bernd Freund, Teammanager der Siegen-Wittgensteiner Auswahl: „Mein besonderer Dank gilt den Spielern Heribert Junge und Kalle Rogel aus dem Kreis Olpe. Sie haben einen wesentlichen Anteil daran, dass das heimische Ü75-Team diesen klaren Sieg gegen das Team Deutschland einfahren konnte“.
Nach den Spielen in Siegen-Trupbach geht es u.a. im Juni 2026 für das Team Deutschland in ein fünftägiges Trainingslager. Auf der Anlage der Profis von Lech Posen, dem mehrfachen polnischen Fußballmeister, wird die Vorbereitung auf die vom 12. bis 16.10.2026 stattfindende Ü70- und Ü75-Weltmeisterschaft in Brisbane (Australien) intensiviert. Vorher kommt es vom 12. bis 14.7.2026 im Rahmen des Fußballturniers um den Nord Cup im ostfriesischen Großefehn zum erneuten Aufeinandertreffen der Kreisauswahl Siegen-Wittgenstein und dem Team Deutschland. Danach dürfte der Kader für die WM benannt werden. Nach dem denkwürdigen 4:0-Sieg gegen das Ü75-WM-Team ist allerdings nicht auszuschließen, dass der eine oder andere Spieler aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein auf dem Zettel von Marek Wanik steht.

Kreisauswahlspieler in Gelb von links:
Reinhard Vollmer (TSV Siegen), Jean Haddad (Sportfreunde Siegen), Lothar Blecher (FC Hilchenbach), Irenius Smolinski (TSV Weißtal), Hamid Kermani (TSV Weißtal), Hans-Jürgen Schweitzer (VfB Burbach), Hans-Jürgen Wolf (graues Torwarttrikot, TSV Siegen), Gösta Schild-Reinhardt (TSV Siegen), Hans-Jürgen Schmidt (TuS Eisern), Heinz Balzer (Grün-Weiß Siegen) und Hans-Joachim Klappert (TuS Wilnsdorf/Wilgersdorf)
In Hellblau: Schiedsrichter Heinz Ulrich Morgenroth

Kreisauswahlspieler in Blau von links: stehend:
Heribert Junge (Rot-Weiß Hünsborn), Hans-Jürgen Wolf (TSV Siegen), Rüdiger Schewior (TSV Siegen), Bernd Halbach (Borussia Salchendorf), Ulrich Steggers (TV Fredeburg) und Rolf Woicik (FC Hilchenbach) kniend:
Heinz-Bernd Freund (TSV Siegen), Kalle Rogel (VSV Wenden), Burkhard Holzhauer (schwarzes Torwarttrikot, TuS Wilnsdorf/Wilgersdorf), Karl-Heinz Jungbluth (TSV Siegen) und Karl-Helmut Meiser (Sportfreunde Eichen-Krombach)
Mit auf dem Bild sind die Ü75-Weltmeister 2025 von Tokio: Roland Zahn (Nummer 7), Günter Zaborowski (Nummer 14) und Rudolf Meyer (Nummer 5) und der Betreuer des Weltmeisters Friedemann Petzke (stehend ganz rechts)
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