Landrat Paul Breuer: „Möglichst jedem Kind einen Schulabschluss und eine Ausbildung ermöglichen“

wS/ksw    Siegen Wittgenstein   –   „Familie muss Bildungsort werden“, Siegen-Wittgenstein wird als Modellregion Berufsorientierung in allen Schulformen bereits ab dem 5. Schuljahr einführen und Anfang 2012 wird eine „Bildungslandkarte“ für die Region im Internet online gehen. Das sind einige der zentralen Ergebnisse und Erkenntnisse der 2. Regionalen Bildungskonferenz, zu der das Bildungsbüro des Kreises jetzt ins Kulturhaus L*z eingeladen hatte.

Die „Bildungslandkarte“ ist eine Idee von Studenten der Uni Siegen. Auf diesem Portal können Interessierte je nach Interesse oder Standort, gezielt nach Bildungsangeboten wie Schulen, Kitas, oder auch Museen oder Kulturstätten suchen. Wenn alles gut geht, wird die Plattform schon im nächsten Frühjahr online gehen, wie die Stundenten bei der Bildungskonferenz ankündigten.

Rund 150 Vertretern der Universität, der IHK, von heimischen Unternehmen, Schulen, Gewerkschaften, Kitas und auch interessierte Eltern waren der Einladung zur 2. Regionalen Bildungskonferenz gefolgt. Zum Auftakt sagte Arne Fries vom Bildungsbüro, es gelte „vom Gro*en ins Kleine“ zu denken. Die gro*en bildungspolitischen Fragen müssten lokal betrachtet werden, um zeit- und praxisnahe Lösungen vor Ort zu finden.

Landrat Paul Breuer betonte die Rolle der Konferenz als Möglichkeit zur Vernetzung und zum Austausch. Ziel sei, den Bildungsstandort Siegen- Wittgenstein  zu stärken und möglichst vielen Schülern einen guten Zugang zu Bildung und Ausbildung zu verschaffen. Der Landrat wies auf die Schwierigkeiten und Probleme hin, die diese Aufgabe mit sich bringt, lobte aber gleichzeitig das persönliche Engagement der Beteiligten. Breuer wies zudem auf die regionale Fachkräfte-Strategie hin, die einen Handlungsplan für mehr Beschäftigung von Frauen, einen einfacheren Übergang von der Schule in den Beruf und eine bessere Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt erarbeitet.

Siegens Bürgermeister Steffen Mues hob hervor, dass gute Bildung nicht nur die Lebensqualität an sich steigere, sondern auch Grundvoraussetzung für die Region als Wirtschaftsstandort sei. Mues betonte den Praxisbezug der Konferenz, bei der gezielt an Problemen des Bildungssystems gearbeitet werde.

Schwerpunkt der 2. Regionalen Bildungskonferenz waren sechs Workshops, in denen unterschiedlichste Themen bearbeitet wurden. Dabei stand eine verbesserte Vernetzung der Bildungseinrichtungen untereinander, aber auch mit der Arbeitswelt im Fokus. So beschäftigte sich eine der Gruppen mit der Förderung des Spracherwerbs von Kindern, einem Thema, bei dem die Zusammenarbeit von Kitas und Grundschulen von zentraler Bedeutung ist. Im Workshop zum Übergang zwischen Schule und Berufsausbildung spielten Programme zur Berufswahlorientierung eine gro*e Rolle. So wird Siegen-Wittgenstein als eine von sieben Kommunen in NRW demnächst im Rahmen des landesweiten „Bildungskonsens“ schon ab der Sekundarstufe I in allen Schulformen eine gezielte Berufsberatung einführen.

Die Wichtigkeit von Elternarbeit war Thema eines weiteren Workshops. Die Teilnehmer befürworteten eine aktive Unterstützung von Elterninitiativen und Elternnetzwerken, um „die Familie zum Bildungsort zu machen“. Der Workshop will sich für eine verbesserte Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern und Einrichtungen einsetzen, insbesondere auch für eine bessere Einbindung von Eltern gerade aus so genannten „bildungsfernen“ Schichten.

Bei der Abschlusspräsentation wurde deutlich, dass die Teilnehmer der 2. Regionalen Bildungskonferenz die Notwendigkeit sehen, bereits bestehende Netzwerke zu vertiefen und weiter auszubauen. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Einrichtungen wurde positiv bewertet und eine stärkere Kommunikation an wichtigen Schnittstellen konnte auf den Weg gebracht werden. Insgesamt viel die Bilanz der 2. Regionale Bildungskonferenz bei den Teilnehmern sehr positiv aus. Sie wurde als fruchtbar und ergebnisreich empfunden, gerade weil Vertreter unterschiedlichster Einrichtungen vor Ort waren und ein reger persönlicher Erfahrungsaustausch erfolgte.

 

Bürgermeister Steffen Mues (l.) und Landrat Paul Breuer (2.v.l.) haben die 2. Regionale Bildungskonferenz für Siegen-Wittgenstein eröffnet.

In 6 Workshops wurde auf der 2. Regionalen Bildungskonferenz intensiv an der Weiterentwicklung der Bildungsregion Siegen-Wittgenstein gearbeitet.

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