Cool und furchtlos: 12-Jähriger aus Neunkirchen fiel mit Vater und Bruder vom Siegerland-Himmel

ws/fh Breitscheid/Burbach – Die kaum Stecknadelkopf großen, am Himmel zunächst kaum zu erkennenden kleinen Punkte werden rasch größer. Und dann entfaltet sich der „rettende“ bunte Flächenschirm mit einem „Plopp“-Geräusch, das an das Platzen einer mit Luft gefüllten Papiertüte erinnert. In diesem Moment sind die, die drunter hängen, völlig ausgesöhnt und eins mit sich und der Welt. Fast wieder angekommen im Hier und Jetzt.

Für die Breitscheider Skydiver war es eine Herzens-, für deren Gäste meist (auch) eine Nervensache. Rasanter Tandemspaß für eine gute Sache. Auf dem Siegerlandflughafen bei Burbach stürzten sich am vergangenen Wochenende die Fallschirmsportler mit ihren Passagieren zugunsten der „Bärenherz“-Stiftung aus dem Flugzeug. Adrenalin, dieser euphorisierende Botenstoff der Glückseligkeit, war auf und über der „Lipper Höhe“ seit Freitag das am häufigst ausgeschüttete Hormon. Wagemutige nutzen die Gunst der Stunde, sich den ultimativen Kick zu geben.

(Freuden-)Schreie am Himmel

Nein, es ist nicht gefährlich, aber es ist rauschhaft, wie ein Sinnestaumel. Himmelhoch jauchzende Schreie, die noch am Boden zu hören sind, lassen die Zuschauer erahnen, was in denen, die wenige Sekunden zuvor in 4000 Metern Höhe über ihren eigenen Schatten gesprungen sind, emotional vorgeht. Tandemspringen ist ein Erlebnis, das man/frau nie im Leben vergisst. Die dadurch ausgelöste leidenschaftliche Hochstimmung hält noch Stunden danach an.

Es ist eine beispielhafte Aktion, der sich die bei „Skydive Westerwald“ organisierten Himmelstaucher da verschrieben hatten. Pro Sprung fließen 50 EUR in die Kassen des „Hilfswerks, das sich in mehreren, über Deutschland verteilten Einrichtung um unheilbar erkrankte Kinder kümmert. Der Kassensturz steht noch aus. Aber eine stattliche Summe dürfte allemal zusammen gekommen sein. Die „Springwerk“-Pilatus, in deren „Bauch“ sich jeweils neun Springer drängten, hob a Freitag und Sonntag pausenlos ab. Da kam Absetzpilot Florian Hose kaum aus dem Cockpit heraus, während die fünf Tandemmaster Stefan Lotz, Dirk Rehwald, Christian Brinkmann, Kai Munch und Uwe Hagen die ihnen anvertrauten Klienten im Akkordrhythmus in Ekstase trieben.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Der Dritte Aktionstag war leider komplett ein Schlag ins Wasser. Das miese Wetter ließ keinerlei Starts zu. Wäre ja auch vermessen darauf zu hoffen, dass in Deutschland drei Tage hintereinander die Sonne scheint. Die für diesen Tag geplanten und bereits fest gebuchten Passagiersprünge werden an den folgenden Wochenenden nachgeholt. So lange muss sich auch Musical-Star Bernie Blanks (Starlight Express, Tabaluga & Lili) noch gedulden, der sich als prominentester Gast der der größten Herausforderung seiner Karriere zu stellen wollte. Ja natürlich wird es ihn und seine vielen anderen (durchaus aufgeregten) Brüder und Schwestern im Geiste erst einmal viel Überwindung kosten, den „Herzsprung“ zu wagen und sich aus der offenen Flugzeugluke fallen zu lassen. Aber dann kommt der Taumel aus Erregung, Enthusiasmus, Hochstimmung, Inbrunst und Dynamik erst so richtig auf Touren.

Mit leuchtenden Augen und einem Dauergrinsen

Die Sinneseindrücke überstürzen sich, und es wird und ist, so die übereinstimmende Aussage, einfach nur noch „schööööön“! Man erkannte die, die es hinter sich hatten, an den leuchtenden Augen und dem in ihre Gesichter gemeißelten Dauergrinsen. Dazu zählte auch Familie Wanitzek aus Neunkirchen. Vater Ralf hatte seinem Ältesten, dem 16-jährigen Frederik, angeboten, ihm dieses Erlebnis finanzieren zu wollen. Der Filius sagte zu, aber nur unter Bedingung, dass der „alte Herr“ es ihm gleich tue. Abgemacht. „Und was ist mit mir?“, insistierte der jüngste Spross. Da konnte das Familienoberhaupt natürlich nicht zurück. Also kam auch der 12-jährige Niklas mit ins Boot und sollte später seinen „Bärenhupfer“ mit Bravour meistern. Für Papi war es ein richtig teurer Ausflug , aber die drei Wanitzeks dürfte noch lange in Erinnerung daran schwelgen. Und es war auch auch für einen guten Zweck.

Der 12-jährige Niklas Wanitzek aus Neunkirchen war der jüngste Passagierspringer der Charity-Aktion. Bei Tandemmaster „Woody“ Rewald durfte ers sich in den besten Händen wissen. Foto: Skydive Westerwald

Das Abenteuer ist in vollem Gange. Tandemmaster und Passagier Sekunden nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug. Foto: Skydive Westerwald

Schöne Aussichten: Aus der Bord-Perspektive des Absetzflugzeugs. Kameramann „Matze“ Kraft ist ganz dicht dran am Motiv. Foto: Skydive Westerwald

Vorsicht an der „Bahnsteigkante“: Die Türen schließen (nicht automatisch). Im Bauch des Absetzflugzeugs ist es eng. Pilot Florian Hose (links) scheint aber mit seiner „Fracht“ zufrieden zu sein. Foto: Skydive Westerwald

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