„Inklusion im Freizeitbereich“ in Siegen-Wittgenstein – Ein Ausblick

Inklusionsprojekt des Vereins INVEMA e.V. läuft Ende des Jahres aus.

(wS/red) Kreuztal 25.11.2015 | Anfang November hieß es in den Räumlichkeiten des Vereines INVEMA e.V. ein letztes Mal „Herzlich Willkommen zum Netzwerktreffen“. Das Projekt „Teilhabe ermöglichen: Trägerberatung zur Umsetzung von Inklusion im Freizeitbereich“, das Anfang 2013 bei dem Kreuztaler Inklusionsverein mit Hilfe von Aktion Mensch initiiert wurde, geht in die Schlussrunde. In den letzten drei Jahren wurden über 1200 haupt- und ehrenamtliche Personen aus dem Freizeitbereich mit Blick auf das Ziel des Projektes beraten, geschult und begleitet. Nun läuft die Anschubfinanzierung von Aktion Mensch aus.

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Inklusion im Freizeitbereich‘ bedeutet für die drei Projektleiterinnen Daniela Dickel, Christina Jaeschke-Klein und Katja Mandt, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderung dort ihre Freizeit verbringen können, wo es Kinder und Jugendliche ohne Behinderung auch tun: In den zahlreichen Sportvereinen, Jugendtreffs, CVJM-Gruppen, Musik- und Kunstschulen, Reitvereinen und in den Kletterhallen, um nur einige Freizeitangebote im Kreis Siegen-Wittgenstein zu nennen. Ziel des Projektes war es von Beginn an nicht, neue Angebote zu schaffen, sondern die bestehenden Angebote und Gruppen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung zu öffnen.

Mit Hilfe von vielen Kooperationspartnern des Projektes aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein wurden die ersten Schritte in Richtung Projektziel gegangen. Die zahlreichen, stets kostenlosen Fortbildungen richteten sich nach dem Bedarf der Kooperationspartner, so dass sowohl spezifische Angebote für Übungsleiterinnen und Übungsleiter aus Sportvereinen, als auch für Leiterinnen und Leiter von nicht-sportbezogenen Kinder- und Jugendgruppen gemacht wurden. Dabei kooperierte das Projektteam mit einigen kreisweit agierenden Institutionen, wie zum Beispiel dem Kreissportbund Siegen-Wittgenstein e.V., dem Kreisjugendring Siegen-Wittgenstein e.V. und dem Stadtjugendring Siegen e.V., dem CVJM Kreisverband Siegerland sowie dem Dekanat Siegen.

Ein vielfältiges Angebot stellten die Projektleiterinnen auch für das zunächst letzte Netzwerk-treffen des Projektes zusammen. So konnte Harald Würlich von der Beratungsstelle für Gehörlose, schwerhörige und spätertaubte Menschen der Diakonie Südwestfalen als

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Referent für die Arbeitsgruppe „Einführung in die Gebärdensprache“ gewonnen werden. Rainer Damerius, Behindertenbeauftragter der Stadt Siegen und ‚Experte in eigener Sache‘ im Projekt führte durch die Arbeitsgruppe „Knigge zum Umgang mit blinden Menschen und taktile Hilfen bei Spielen“. Die Projektleiterinnen selbst gaben ihren Teilnehmenden Methoden an die Hand, wie man in der eigenen Gruppe Selbsterfahrungseinheiten durchführen und sich somit dem Thema Inklusion spielerisch annähern kann. Umrahmt wurde das Programm durch eine Fotoaktion, bei der die Teilnehmenden neben ihrem Foto auch ihr Statement zum Thema Inklusion abgeben konnten. Genutzt werden diese Statements für ein Handbuch mit ‚Guten Praxisbeispielen‘ und Arbeitshilfen für Freizeit-anbieter, das im Rahmen des Projektes erstellt und ab Anfang 2016 kostenlos auf der INVEMA-Homepage heruntergeladen werden kann.

Das letzte Netzwerktreffen des Inklusionsprojektes sollte nicht zuletzt auch dazu genutzt werden, um den vielen anwesenden Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern „Danke“ für ihr Engagement zu sagen. Damit Inklusion auch im Freizeitbereich gelingen kann, braucht es Menschen, die sie zur Normalität werden lassen. Menschen, die nach Lösungen statt nach Hindernissen und möglichen Problemen suchen.

Während der Durchführung des Projektes wurde immer wieder deutlich, dass Inklusion ein langer Prozess ist. Die über viele Jahrzehnte von uns allen übernommenen Barrieren in den Köpfen werden uns – ob Akteure aus dem Freizeitbereich, Kinder und Jugendliche ohne Behinderung oder auch die Menschen mit Behinderung und deren Eltern selbst – sicher noch lange beschäftigen.

Um „Inklusion im Freizeitbereich“ weiter voran zu treiben und Akteure aus dem Freizeitbereich auch in Zukunft unterstützen zu können, hofft der Verein INVEMA e.V. zusammen mit den vielen Netzwerkpartnern des Projektes auf eine Weiterfinanzierung. Erste Schritte in Richtung ‚Inklusion im Freizeitbereich’ im Kreis Siegen-Wittgenstein sind mit Hilfe des Projekts bereits gegangen – aber es gibt noch viel zu tun!

Rückfragen & Kontakt: INVEMA e.V. – Christina Jaeschke-Klein – Roonstraße 21 – 57223 Kreuztal –
Tel. 02732-55290-23, E-Mail: c.jaeschke@invema-ev.de
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