Evakuierung! 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden

Bombenfund in der Dr.-Ernst-Straße in Siegen-Mitte

(wS/red) Siegen 07.07.2016 | In der Dr.-Ernst-Straße in Siegen-Mitte ist heute Morgen (Donnerstag, 7. Juli 2016) gegen 7.30 Uhr eine Fünf-Zentner-Bombe entdeckt worden. Bei dem Fund, der rund drei Meter tief im Boden liegt, handelt es sich nach Angaben des Ordnungsamtes der Stadt Siegen um einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe der Bezirksregierung Arnsberg wird die Fliegerbombe im Laufe des heutigen Tages auf dem ehemaligen Tennisplatz an der Dr.-Ernst-Straße entschärfen. „Im Foyer der Siegerlandhalle richten Mitarbeiter der Feuerwehr und des Malteser Hilfsdienstes derzeit eine Betreuungs- und Evakuierungsstelle ein“, sagte Matthias Ebertz, Leiter der Feuerwehr Siegen.

Eine 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe wurde im November in der Siegener Hengsbach gefunden. Archiv-Foto: Hercher

Eine 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe wurde im November 2014 in der Siegener Hengsbach gefunden.

Aus Sicherheitsgründen wird das Gebiet in den kommenden Stunden in einem Umkreis von 250 Metern evakuiert, dazu gehören die Dr.-Ernst-Straße, die Fürst-Bülow-Straße, die Hans-Kruse-Straße, die Schnabelstraße, Unter dem Klingelschacht sowie ein Teil der Leimbachstraße. Die Leimbachstraße wird ab der Eisernhardt voll gesperrt.

2016-07-07_Siegen_Dr (3)Betroffen sind rund 580 gemeldete Anwohner sowie die Schülerinnen und Schüler der Realschule Am Häusling sowie der Spandauer Schule (Grundschule). Mitarbeiter der Feuerwehr, Polizei und des Ordnungsamtes der Stadt Siegen riegeln zur Stunde das Areal rund um den Fundort in einem 250-Meter-Radius ab, damit Straßen und Wege nicht weiter befahren werden können.

Rund 100 Einsatzkräfte (Feuerwehr-Einheiten: Niederschelden, Gosenbach, Alchetal, Hammerhütte, Weidenau, Kaan-Marienborn, Setzen sowie der Einsatzleitwagen Eisern) beginnen derzeit die innerhalb des Radius befindlichen Häuser zu evakuieren. Für nicht mobile Bürgerinnen und Bürger steht ein Fahrdienst bereit, für bettlägerige Menschen kommen zudem im Bedarfsfall Krankentransporte und Rettungswagen zum Einsatz.

„Bohrlochdetektion“ in der vergangenen Woche

Dem Fund der Fliegerbombe waren geplante Bautätigkeiten eines privaten Grundstückseigentümers vorausgegangen; es besteht eine rechtliche Verpflichtung, im Vorfeld Luftbildaufnahmen des Areals auszuwerten. Anhand möglicher Einschlagslöcher nahmen die Experten des Kampfmittelräumdienstes in der vergangenen Woche eine so genannte „Bohrlochdetektion“ vor.

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Dafür wurden insgesamt 40 Bohrungen im Erdreich vorgenommen, mit speziellen Sonden wurde in bis zu acht Metern Tiefe mögliche metallische Gegenstände im Boden „aufgespürt“. Die Messwerte hatten Hinweise auf den Bomben-Blindgänger geliefert. Heute Morgen ab 7 Uhr erfolgte dann der so genannte „feststellende Bodeneingriff“, bei dem die Fliegerbombe freigelegt wurde.

Für Bürgerinnen und Bürger, die weitere Fragen zur Evakuierung haben, hat die Stadt Siegen seit heute Morgen eine Hotline geschaltet. Das Servicetelefon steht ab sofort für die Dauer des Einsatzes unter der Nummer (0271) 404 – 1713 zur Verfügung. Über die aktuelle Entwicklung wird die Stadt Siegen über die örtlichen Medien berichten. Zum Verlauf der Bombenentschärfung informiert die Stadt Siegen zudem auf ihrer Internetseite www.siegen.de.

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Auch der öffentliche Personennahverkehr wird auf einigen Linien von den Sperrungen betroffen sein. Die Fahrgäste werden gebeten, sich bei den Verkehrsbetrieben Westfalen-Süd (VWS) über Fahrplanänderungen zu informieren.

Fotos: Hercher / wirSiegen.de

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