20 Paraden und alles „für die Katz“, TuS Ferndorf verliert 25:22

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(wS/Red) Kreuztal, 29.11.2025 | Adanir vs. Coburg: Der Keeper gewinnt sein Duell – TuS Ferndorf verliert das Spiel

Wenn du denkst, du hast schon alles gesehen, kommt dieses Spiel.

TuS Ferndorf gegen HSC 2000 Coburg: 22:25 (10:12)

Das Match begann chaotisch und symbolisch für den weiteren Verlauf, direkt nach dem Anpfiff gab es einen Siebenmeter für Ferndorf, ungewöhnlich geworfen von Tom Jansen (normalerweise schießt Josip Eres) und bereits hier lief es schief, denn Jansen verwarf. Es folgten Fehlwürfe auf beiden Seiten und ein technischer Fehler der Hausherren, ehe Torhüter Can Adanir den ersten Wurf der Gäste parierte.

Bis zur 4. Minute hatte Adanir bereits 3 Paraden, doch Ferndorf leistete sich bis zur 6. Minute allein 4 Fehlwürfe. Die frühe Phase war symptomatisch, starke Reflexe im Tor, aber ein völlig unpräziser, ideenloser Angriff. Das 1:0 durch Gabriel da Rocha Viana in der 4.Minute war zugleich die einzige Ferndorfer Führung im gesamten Spiel, war noch ein Hoffnungsschimmer, der schnell verblasste.

Statistisch verheerend: In der 1. Halbzeit notierten die Ferndorfer 12 Fehlwürfe bei nur 10 erzielten Toren und zusätzlich 8 technische Fehler. Torhüterseitig stand Adanir bei 12 Paraden zur Pause, sein Gegenüber Boukovinas hatte zur Halbzeit 9 Paraden. Halbzeitstand: 10:12, ein Rückstand, der angesichts der Keeper-Duelle aber wie eine verpasste Chance aussah.

Die zweite Halbzeit begann mit einem direkten Anschlusstreffer durch Julius Fanger (11:12), für einen kurzen Moment keimte Hoffnung auf. Doch Ferndorf blieb anfällig, weitere Fehlwürfe und technische Fehler ermöglichten Coburg, das Tempo und die Führung zu kontrollieren. Nach dem 12:13 durch Valentino Duvancic folgte eine Phase gehäufter, leichter Fehler (unforced errors würde man im Tennis sagen) in Minute 37 stand es bereits 12:16.

Ferndorf kämpfte, fand ab und an Lücken und kam bis auf 21:22 heran (auch dank Treffern von Marvin Mundus und Mattis Michel), doch jeder Aufschwung wurde von neuen Konzentrationsfehlern erstickt. Coach Ceven Klatt reagierte emotional, er buzzerte in der 45. Minute, um Ordnung ins Spiel zu bringen, sein Mienenspiel sprach Bände.

Die letzten Minuten waren symptomatisch, in den vier Spielminuten vor der 58. Minute produzierte Ferndorf 5 Fehlwürfe oder technische Fehler, ein Konzentrationskollaps zur Unzeit. Marvin Mundus gelang noch das 22:25, doch mehr war nicht drin. Schlussstand: 22:25.

FAZIT:

Ferndorf ist seit Wochen stark dezimiert. Folgende Spieler fehlten gestern: Philip Würz, Fynn Herzig, Hampus Dahlgren, Fabian Hecker sowie Keeper Jonas Wilde. Zusätzlich hat Rückraumspieler Hendrik Stock den Verein vorzeitig verlassen. Das „Lazarett“ macht die Arbeit für Coach Ceven Klatt nicht leichter und erklärt teilweise die dünne Bank und fehlende Variabilität im Angriff.

Debütant Nico Schnabl (nach langer Verletzungspause) wurde ab der 20. Minute eingewechselt, sein Einstand war schwer (3 Fehlwürfe), trotzdem ist ihm nach so einer langen Pause Verständnis zu zollen.

Wie konnte Ferndorf trotz 20 Paraden das Spiel verlieren?

Die Chancenverwertung offenbart wohl das Problem, 22 Fehlwürfe, dazu noch 14 technische Fehler sind zu viel, das ist Selbstbestrafung. Selbst ein überragender Torhüter kann das nicht wettmachen, Torwartstärke allein reicht nicht. Die Paraden von Adanir hielten das Team im Spiel, aber das Team hat sich das Spiel durch eigene Fehler genommen.

Ein bitterer Abend für Ferndorf, trotz eines „weltmeisterlichen“ Abends von Can Adanir (19 Paraden, ca. 44 %) verliert das Team verdient, weil Offensivleistung und Ballbehandlung völlig unter dem nötigen Niveau lagen. Die Niederlage bedeutet, Ferndorf bleibt aktuell auf Tabellenplatz 12 und hat vier Punkte Abstand auf die Abstiegszone, ein kleiner Puffer, aber die Lage bleibt angespannt. Der Spieltag ist noch nicht zu Ende, Ferndorf kann noch ein Stück abrutschen, aber die 4 Punkte auf den Abstiegsplatz bleiben.

Für Coach Ceven Klatt steht viel Aufbauarbeit an: Offensivideen, Fehlerreduktion, Wiederaufbau der Moral und das Management der dünnen Personalsituation. Das nächste Spiel führt die Mannschaft nach Nordhorn-Lingen, keine Spazierfahrt, und eine klare Standortbestimmung für Ferndorf.

11 Trommler der Ferndorfer Füchse haben das Spiel begleitet, hätten auch gerne zum Sieg getrommelt, aber die Harzgötter hatten etwas dagegen. Auffallend war und das erwähnte auch Gästetrainer Anel Mahmutefendic, die überragende Stimmung in Ferndorf. Wenn es gut lief, doch dann, wenn die Fans gebraucht werden, nämlich, wenn`s nicht läuft, wenn man hinten liegt, wird es ruhig auf den Rängen und das ist eigentlich sehr schade, das sieht Ceven Klatt ebenso.

Drücken wir den Jungs die Daumen und auch Nico Schnabl, Ceven hatte ihn aus dem Spiel genommen, weil er das Gefühl hatte, mit seiner zurückliegenden Verletzung stimme was nicht.

Ach ja, noch etwas zu den 19 Paraden von Can Adanir:

Auch mit insgesamt 20 Paraden kann ein Spiel verloren gehen, wenn der Gegner effizient trifft und der Rest der Mannschaft (Angriff, Chancenverwertung, Fehlerquote) nicht mithält. Es ist also nicht völlig beispiellos, aber sicher sehr selten, und vermutlich extrem bitter, wenn man selbst involviert ist und die Fehler im eigenen Team deutlich waren.

Tor:

Can Adanir 19 Paraden, Filip Baranasic 1 Parade (Siebenmeter)

Torschützen:

Gabriel da Rocha Viana 4

Josip Eres 4/2

Julius Meyer-Siebert, Marvin Mundus und Valentino Duvancic je 3

Tom Jansen 2

Daniel Hideg, Julius Fanger und Mattis Michel je 1

Bericht: Peter Trojak

Bilder: Andreas Domian

CEVEN KLATT: Es war ein Spiel der Torhüter, das kann man heute so sagen. Keeper Boukovinas hat uns einmal mehr das Leben unfassbar schwer gemacht, er hat sehr gut gehalten. Ich muss aber auch Can herausstellen, er hat heute eine überragende Leistung gezeigt, es war Super, was er da hinten gehalten hat. Beide Mannschaften waren sehr gut aufeinander eingestellt und beide Mannschaften nehmen sich relativ viel weg. Trotzdem kommt es zu Chancen und dann sind auf beiden Seiten die Torhüter oftmals da. Wir schaffen es , das Spiel lange offen zu halten bzw. lange dran zu bleiben, kriegen ein Stück weit das Momentum in der 2. Halbzeit um dann mit Ballbesitz auf 1 Tor heranzukommen. Doch dann machen wir leider im Tempospiel bei zwei Angriffen hintereinander technische Fehler. Coburg nutzt diese zwei Fehler sehr routiniert und macht daraus 2 Tore. Dann ist das Spiel dann weg und Coburg nimmt die beiden Punkte am Ende mit.

Gästecoach Mahmutefendic: Wir verwerfen ein paar Sachen, das passiert aber auch auf beiden Seiten. Dann haben wir einen guten Lauf, machen aber leider nicht soviel mit den Chancen, die wir hatten. Ein guter Can Adanir im Tor verhinderte einiges, sonst hätten wir zur Halbzeit mit mehr als 2 Toren führen können. Dann weißt du aber auch, dass die 2. Halbzeit schwierig sein wird wegen der Halle, aber auch wegen der Qualität, die die Mannschaft aus Ferndorf auch hat. Wir sind aber gut und überlegen geblieben und am Ende hat uns der Torwart ein paar Sachen gerettet, wir haben es professionell über die Bühne bringen können und ich bin unheimlich froh über diese 2 Punkte, das ist nicht selbstverständlich, dass man das hier abholt.

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