(wS/sh) Haiger 11.03.2026 | „Sie sind für Haiger und die 13 Stadtteile unverzichtbar“
Hohe Fortbildungsbeteiligung der Haigerer Wehren –Vier Bauprojekte neuer Feuerwehrhäuser – Brandschutzehrenzeichen für langjährigen Einsatz
255 Mal sind die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Haiger im abgelaufenen Jahr 2025 alarmiert worden. Wie Stadtbrandinspektor Andreas Dilauro in der gemeinsamen Jahreshauptversammlung aller Wehren in der Allendorfer Mehrzweckhalle mitteilte, ergaben sich dabei insgesamt 3.005 Einsatzstunden. Darunter befanden sich 57 Brandeinsätze – eine Diashow zeigte beispielsweise Fotos eines Wohnhausbrands in Dillbrecht, einen PKW-Brand auf der Autobahn oder einen Kellerbrand in Langenaubach. Hinzu kamen 96 technische Hilfeleistungen, bei denen 14 Personen aus einer Zwangslage gerettet wurden (davon einer verstorben), 61 Einsätze ergaben sich durch das Auslösen einer Brandmeldeanlage, 19 Fehlalarme und 22 Brandsicherheitsdienste. Dazu wurden noch 416 Übungsdienste angeboten, bei denen 10.314 Übungsstunden zusammenkamen. Dies sind 1.366 Stunden mehr als im Vorjahr. „Sie sind für Haiger und die 13 Stadtteile unverzichtbar“, bedankte sich Bürgermeister Mario Schramm und wies auf die bedeutende Rolle der Feuerwehren für den Brandschutz in der Kommune hin. Stadtbrandinspektor Dilauro nutzte außerdem das große Zusammenkommen, um sich im Namen aller Wehren dem im Juli scheidenden Bürgermeister für zwölf Jahre gute Zusammenarbeit zu bedanken. Als Zeichen der Anerkennung überreichten die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden ein Bild mit abgedruckten Dankesworten. Schramm: „Es war mir immer eine Ehre mit Ihnen zusammenarbeiten zu dürfen.“ Anlässlich der anstehenden Kommunalwahlen nutzte Stadtverordnetenvorsteher Bernd Seipel seine Ansprache für einen Appell an die Anwesenden. Er wies darauf hin, dass politische Veränderungen auch Einfluss auf die zukünftigen Entwicklungen der Feuerwehren haben können: „Nehmen Sie die Chance wahr zur Wahl zu gehen und sich zu äußern, was Sie gerne für Haiger haben wollen.“ Für die kommende Legislaturperiode wünsche er sich, dass man weiterhin miteinander rede und auf positive Erfahrungen der Vergangenheit aufbaue.
Zurzeit zählen die Haigerer Feuerwehren 304 Mitglieder in der Einsatzabteilung, 117 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr und 66 Mitgliedern in der Alters- und Ehrenabteilung. „Die Feuerwehren der Stadt Haiger können sich im Lahn-Dill-Kreis mit ihrem Personenstand sehen lassen“, freute sich Stadtbrandinspektor Dilauro und lobte auch die hohe Fortbildungsbeteiligung der Führungskräfte. Nach Wetzlar habe Haiger mit 244 Teilnahmen die höchste Quote im Lahn-Dill-Kreis verzeichnet. Die Lehrgänge finden sowohl im Stadtgebiet als auch auf Kreis- und Landesebene in der hessischen Feuerwehrschule statt. Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Kristopher Heinz sprach in seinen Grußworten ebenfalls von einem stabilen Fundament in Haiger aufgrund der guten Kameradschaft. Die Ausbildung sei jedoch ebenfalls unabdingbar, um den Brandschutz sicherzustellen und lobte die Haigerer für die hohe Beteiligung an den Schulungsangeboten. Markus Feith vom Feuerwehrverband Dill bedankte sich ebenfalls für den Einsatz der Feuerwehren und informiert über anstehende Termine des Feuerwehrverbandes.
Erste Haigerer Kinderfeuerwehr in 2025 gegründet
Erfreulich war im vergangenen Jahr auch die Gründung der ersten Kinderfeuerwehr, der „Feuerfunken Haiger“, die sich an Kinder ab sechs Jahren richtet. Einmal monatlich treffen sich die 24 Kinder in Allendorf und lernen etwas über Brandschutz, verbringen aber auch zahlreiche gesellige Stunden miteinander. Stadtjugendfeuerwehrwart Sascha Kepper vermittelte seinen Jahresbericht diesmal in Form eines Animationsvideos. Darin erzählte der Adler des Jugendfeuerwehr-Logos in Kombination mit Fotos und Videos von der Leistungsspange, dem erfolgreichen Spiel ohne Grenzen und Unternehmungen der allgemeinen Jugendarbeit. Es erfolgte außerdem eine herzliche Einladung für den 11. April, wenn in Sechshelden erneut das Spiel ohne Grenzen ausgerichtet wird.
Vier neue Feuerwehrhäuser im Stadtgebiet
In diesem Jahr ist die Stadtverwaltung Haiger mit vielen Neubauten beschäftigt. In Rodenbach sind die Arbeiten bereits in vollem Gange. Lobende Worte erhielten die Kameraden vor Ort, die bereits einiges an Eigenleistung in die vorbereitenden Arbeiten investiert haben. Für das neue Feuerwehrhaus in der Kernstadt laufen zurzeit die vorbereitenden Maßnahmen für das Baugrundstück. Dilauro sprach hierbei von einem realistischen Baubeginn im Frühjahr 2027. Die drei Förderbescheide für die Maßnahme in Rodenbach, Haiger-Mitte und Weidelbach habe man laut Bürgermeister Schramm bereits erhalten, ein Bescheid für Sechshelden stehe noch aus. Stadtbrandinspektor Andreas Dilauro betonte in diesem Rahmen, dass die geplante Ausstattung für das neue Feuerwehrhaus in Haiger-Mitte kein Wunsch sei, sondern es sich um Vorgaben für die optimale Sicherstellung des Brandschutzes vor Ort handele. So pendeln die Kameraden zurzeit bis zur Atemschutzgerätestrecke nach Wetzlar, um die geforderte Wiederholungsübung nach Feuerwehrdienstvorschrift 7 durchzuführen. Schramm appellierte in diesem Sinne an die Politik: „Halten Sie bitten fest an Ihren Beschlüssen über die Feuerwehrhäuser. Die Motivation der Kameraden hängt auch mit den Feuerwehrhäusern und der Ausstattung zusammen. Und das Feuerwehrgerätehaus Haiger-Mitte ist allen Feuerwehren!“
Brandschutz ist eine kommunale Pflichtaufgabe
„Wir möchten uns bei allen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Haiger für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr bedanken. Was Sie im Ehrenamt leisten, ist unbezahlbar. Der Brandschutz ist eine kommunale Pflichtaufgabe und wird bei uns zum Glück durch Sie sichergestellt“, bedankte sich Bürgermeister Mario Schramm im Namen des Magistrates. Dankesworte gingen auch an die Stabsstelle Brand- und Zivilschutz, die sich um die tägliche Verwaltungsarbeit und Dokumentation kümmert und an alle Angehörigen der Feuerwehrkameraden, die den Einsatzkräften tagtäglich den Rücken frei halten. Die Ausrichtung der diesjährigen Jahreshauptversammlung übernahmen die Feuerwehren Sechshelden, Langenaubach und Haiger-Mitte, der Gastronom Arno Nietsch kümmerte sich um die Bewirtung.
Ehrungen, Übernahmen und Beförderungen
Traditionell gehören auch zahlreiche Ehrungen zu den Hauptversammlungen. Diesmal wurden diverse Kameradinnen und Kameraden mit dem Brandschutzehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst ausgezeichnet: Feuerwehr Roßbachtal: Stefanie Demele (rückwirkend aus 2025), Feuerwehr Dillbrecht: Manuel Heinz, Feuerwehr Fellerdilln: Hermann Maaß und Feuerwehr Haiger-Mitte: Dieter Enseroth; Brandschutzehrenzeichen in Gold für 40 Jahre aktiven Dienst: Feuerwehr Allendorf: Mathias Münner (rückwirkend aus 2024), Feuerwehr Dillbrecht: Georg Debus, Feuerwehr Haiger-Mitte: Andreas Dilauro, Feuerwehr Langenaubach: Olaf Gyrnich, Feuerwehr Rodenbach: Raphael Kempfer, Feuerwehr Sechshelden: Sascha Kepper. Als Würdigung für die Feuerwehrkameraden überlegte sich die Stadt Haiger in diesem Jahr ein besonderes Geschenk: Zusätzlich zu dem Ehrenzeichen gab es für jeden ein Hohlstrahlrohr aus dem 3D-Drucker.
Verleihung der Florian-Medaille in Bronze:Feuerwehr Allendorf: Florian Engelbert, Feuerwehr Haiger: Franziska Orth, Feuerwehr Rodenbach: Giedeon Hube, Feuerwehr Sechshelden: Paul Weiershausen
Auch Beförderungen wurden ausgesprochen. Oberbrandmeister darf sich jetzt Daniel Schwedes von der Feuerwehr Haiger-Mitte nennen. Das Amt des Hauptbrandmeisters bekleiden jetzt Michael Pfaff von der Feuerwehr Langenaubach und Maximilian Michels von der Feuerwehr Haiger-Mitte. In die Ehren- und Altersabteilung wurden übernommen: Feuerwehr Allendorf: Mathias Münner und Feuerwehr Fellerdilln: Rüdiger Benner.
Aus dem Ehrenbeamtenverhältnis entlassen wurde folgender Kamerad, dessen Amtszeit in verantwortlicher Position (Wehrführer) beendet ist: Feuerwehr Fellerdilln: Wehrführer Michael Jung. An seine Stelle tritt ab sofort Marcel Denk.
Auch im Rahmen der Jugendfeuerwehr wurden Kameraden abberufen und neue bestellt (Jugendwart/stellv. Jugendwart): In der Feuerwehr Langenaubach übernimmt Fabian Klaas die Nachfolge von Christof Ziller. In Haigerseelbach setzte Frank Giese die Arbeit von Marvin Burbach fort. Für die Jugendfeuerwehr Offdilln wurde Florian Nießen neu bestellt.

Bei der Jahreshauptversammlung aller Haigerer Wehren wurden Beförderungen, Übernahmen in die Ehren- und Altersabteilungen sowie Bestellungen zum Jugendwart bzw. Stellv. durchgeführt. Zu den ersten Gratulanten gehörten Bürgermeister Mario Schramm (links) und Stadtbrandinspektor Andreas Dilauro (rechts): Mathias Münner, Steffen Röder, Samuel Moos, Justin Weitzel, Marc Schneider, Marco Stellti, Benjamin Scholl, Kira Lückoff, Konrad Klyszcz, Fabian Klaas, Christof Ziller, Florian Nießen, Daniel Schwedes, Maximilian Michels, Michael Pfaff, Frank Giese.

Diverse Kameradinnen und Kameraden wurden mit dem Brandschutzehrenzeichen ausgezeichnet: Bürgermeister Schramm (links) und Stadtverordnetenvorsteher Seipel (2.v.l.) und der stellvertretende Kreisbrandinspektor Kristopher Heinz (rechts) gratulierten Stefanie Demele (25 Jahre), Manuel Heinz (25 Jahre), Raphael Kempfer (40 Jahre), Sascha Kepper (40 Jahre), Hermann Maas (25 Jahre), Dieter Enseroth (25 Jahre), Mathias Münner (40 Jahre), Olaf Gyrnich (40 Jahre) und Andreas Dilauro (40 Jahre).

Auch die Florian-Medaille der Hessischen Jugendfeuerwehr in Bronze wurde verliehen an (3.v.l) Feuerwehr Rodenbach: Giedeon Hube, Feuerwehr Sechshelden: Paul Weiershausen, Feuerwehr Allendorf: Florian Engelbert, Feuerwehr Haiger: Franziska Orth. Bürgermeister Schramm (links), Stadtverordnetenvorsteher Bernd Seipel (2.v.l.), Stadtjugendfeuerwehrwart Sascha Kepper (2.v.r.) und Stadtbrandinspektor Andreas Dilauro (rechts) gratulierten zur Ehrung.
Fotos: Lea Siebelist/Stadt Haiger








