(wS/alf) Siegen 06.03.2026 | Im Wald bei Siegen-Trupbach betreibt die gemeinnützige Trägerin Alternative Lebensräume GmbH seit 2021 den Waldkindergarten Kiga Waldpilz. Hier, unter dem Dach des Waldes, erleben 20 Kinder ab 2 Jahren, in unterschiedlichen Entwicklungsphasen, tagtäglich die Natur hautnah im Kreislauf der Jahreszeiten. Wenn es zu „usselig“ ist, können die Kinder und die Erzieherinnen Schutz in den Bauwagen suchen. Dort findet sich alles, was nötig ist: Platz zum Essen, Spielen und Ausruhen, eine Wickelecke und eine Komposttoilette zum Beispiel.
Ab dem neuen Kindergartenjahr können die Kinder den Wald auch im Rahmen von 35 Wochenstunden zwischen 7:30 Uhr und 14:30 Uhr entdecken. Im Rahmen der 25 Wochenstunden werden Kinder bis 12:30 Uhr betreut. Angeboten werden beide Kontingente.
Verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch erweitertes Betreuungsangebot Leiterin und Waldpädagogin Janina Förster: „Wir sind froh darüber, dass wir damit dem Elternwunsch
entsprechen können und die Kinder ab Sommer auch über die Mittagszeit betreuen können, mit
einer kindgerechten und gesunden Mahlzeit. Die erweiterte Stundenzahl trägt somit dazu bei, dass
die Eltern Beruf und Familie besser verbinden können.“ Dass Eltern diese Zeit benötigen, wurde dem
Kiga Waldpilz zurückgemeldet, da sich manche Arbeitszeiten nicht mit der Abholzeit kombinieren
ließen. Nun ist dort im wahrsten Wortsinn mehr Spielraum entstanden.
Aus dem Kiga-Team: „Und dieser Spielraum wird natürlich gestaltet und fachkompetent begleitet.
Manch einer denkt vielleicht, die Kinder toben durch die Hecke und buddeln im Schlick, ohne
jedwede Begrenzung, und dass dadurch Gefahren für die Kinder entstehen, doch dem ist absolut
nicht so.“
Naturschutz ist keine Einbahnstraße – auch die Natur beschützt durch die Förderung von
Achtsamkeit
Janina Förster: „Feste Rituale im Tagesablauf ersetzen das feste Haus.“ Die Gewohnheiten wie den
Frühstückskreis, die Snack-Pause und die Ausflüge in die Natur in der Gruppe seien tägliche
Aktivitäten, die den Kindern viel Sicherheit vermitteln. Das natürliche Gegenteil von Ungezügeltheit
tritt bei einem Waldkindergarten ein, als naturgegebene Konsequenz. Im Waldkindergarten würden
die Kinder viel mehr gegenseitig aufeinander achten, unterstreicht Erzieherin Silvia Stockschläder: „Es gibt ja keine Zäune und Mauern im Wald und daher achten alle aufeinander und auf die Flora und Fauna.“
Diese Achtsamkeit und das soziale Miteinander der Kinder werden auch von den Eltern sehr geschätzt. So wurden die Walnussschiffchen zum Frühlingserwachen in Zweierteams gefertigt. „Das bewusste und förderliche Miteinander eines jüngeren und älteren Kindes stärkte dabei das soziale Lernen. Die Größeren übernahmen achtsam unterstützende Rollen, während die Jüngeren mit Neugier und Offenheit Impulse gaben.“ Der Tagesablauf im Kiga Waldpilz ist darauf eingestellt, dass sich alle Kinder gegenseitig stärken und sich bei aller Individualität als Teil einer Gruppe innerhalb des natürlichen Kreislaufs empfinden.
Gesunde Entwicklung und Förderung der Kreativität im Siegerländer Wald
Was Eltern ebenfalls sehr positiv zurückmelden, ist, dass die Kreativität der Kinder allein schon dadurch gefördert werde, weil die Natur so viele Anlässe bietet, etwas zu entdecken und damit ins Spiel zu kommen. Es gibt kaum vorgefertigte Spielzeuge, was dazu beiträgt, dass die Kinder nachhaltig eigene Spielsachen kreieren.
Eine Abfrage der Zufriedenheit unter den Eltern betonte ebenfalls, dass die Kinder einen intensiven Zugang zur Natur erhalten, die Jahreszeiten spüren und so auch erfahren, dass die „Pfütze am Matscheberg“ austrocknet, wenn es im Sommer lange Zeit nicht regnet. Ein weiterer Vorteil der Betreuung in der Natur sei die Förderung von Bewegung, Geschick und Motorik sowie die besondere Ruhe durch den größeren Raum, der zur Verfügung steht. Alle Kinder genießen den Naturraum, in dem sie durch naturpädagogisch ausgebildete Fachkräfte begleitet ihrem Interesse folgen können, völlig unaufgeregt und ohne möglichen Streit um ein limitiertes Spielgerät. Einige Eltern bekräftigen: „Mein Kind kommt ausgeglichen aus dem Waldkindergarten-Tag. Wen stört denn dann der Matsch an der Hose?“
Rituale begleiten den Alltag durch die Jahreszeiten
Zusammen mit einem selbstgedichteten Frühlingslockreim ließ jüngst die Kiga Waldpilz ihre Walnussschiffchen mit Kerzen zu Wasser, wo die Boote unter lautem Applaus und Jubel die Freude aufs Frühlingserwachen transportierten. Kiga Waldpilz-Team: „Die Kinder sind erneut an den Erlebnissen der winterlichen Siegerländer Waldnatur gewachsen und freuen sich auf das gemeinsame Spielen und Lernen bei wärmeren Temperaturen.“ Für diese Eindrücke gibt es ab August 2026 noch freie Plätze im Rahmen der 35-Stundenkontingente. Kinder ab dem 2. Lebensjahr können teilhaben. Das gesamte Kiga Waldpilz-Team lädt interessierte Eltern dazu ein, Kontakt aufzunehmen. Kontaktdaten: 0160.96533391, E-Mail: kiga.waldpilz@alia-siegen.de, Infos finden sich auch unter www.alf-siegen.de .

Kiga Waldpilz: Mit Walnussschiffchen dem Frühling entgegensegeln die Kinder um Janina Förster, Silvia Stockschläder und Noemi Pradella-Kleibrink.
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