Waldbrandseminar bei der Feuerwehr Bad Laasphe

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(wS/ffbl) Bad Laasphe 30.03.2026 | Ein intensives und praxisnahes Wochenende rund um das Thema Waldbrandbekämpfung liegt hinter 24 Einsatzkräften aller Einheiten der Feuerwehr Bad Laasphe.

Im Rahmen des 2-tägigen Wochenendseminars wurden die Teilnehmer umfassend in die Grundlagen und Besonderheiten der Vegetationsbrandbekämpfung eingeführt – ein Einsatzbereich, der auch in der Region zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Die Aktualität dieses Themas wurde den Einsatzkräften erst im vergangenen Jahr eindrücklich vor Augen geführt: Beim großflächigen Waldbrand im Ilsetal im April 2025 standen rund 40.000 Quadratmeter Wald in Flammen. Über 24 Stunden hinweg kämpften etwa 400 Einsatzkräfte unter schwierigen Bedingungen – insbesondere im steilen Gelände – gegen das Feuer.

Die aufwendige Wasserversorgung, lange Schlauchstrecken sowie die anhaltenden Nachlöscharbeiten zeigten deutlich, wie anspruchsvoll und kräftezehrend Vegetationsbrände sein können.
Vor diesem Hintergrund gewinnt eine fundierte Aus- und Fortbildung in diesem Bereich zunehmend an Bedeutung. Ziel des Seminars war es daher, ein einheitliches Verständnis für Begriffe, Taktiken und Abläufe zu schaffen und die Einsatzkräfte gezielt auf solche Lagen vorzubereiten.


Ein zentraler Bestandteil der Ausbildung war die Vermittlung grundlegender
Zusammenhänge. So wurde deutlich, dass Vegetationsbrände stets dynamische Einsatzlagen
darstellen, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Neben den bekannten
Elementen des Verbrennungsdreiecks spielen insbesondere Wetter, Topografie und
Vegetation – zusammengefasst im sogenannten Vegetationsbranddreieck – eine
entscheidende Rolle für das Brandverhalten.
Ein besonderer Fokus lag auf dem Thema Sicherheit. Mit der international etablierten
Sicherheitsregel „LACES“ wurden Strategien vermittelt, um Einsatzstellen strukturiert und
möglichst risikoarm zu organisieren. Ebenso wurde die Bedeutung der richtigen persönlichen
Schutzausrüstung (PSA) hervorgehoben. Hierbei stand der Grundsatz aus der Feuerwehr-
Dienstvorschrift 100 – „das richtige Mittel zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ – im
Mittelpunkt. Die Teilnehmer lernten, Gefahrenlagen realistisch einzuschätzen und geeignete
Schutzmaßnahmen für die Einsatzkräfte abzuleiten.

Auch die Gerätekunde nahm einen wichtigen Teil der Ausbildung ein. Neben dem klassischen
Schlauchmanagement wurde insbesondere der Umgang mit Handwerkzeugen trainiert, die bei
Vegetationsbränden eine zentrale Rolle spielen. Dabei galt der praxisorientierte Ansatz: „Übe
dort, wo du es auch im Einsatz anwenden würdest.“
Ergänzt wurde die Ausbildung durch Inhalte zur Vegetationskunde sowie zur
Zusammenarbeit mit Forstbehörden und weiteren Beteiligten. Gerade bei größeren
Schadenslagen ist eine enge Abstimmung mit verschiedenen Akteuren unerlässlich – sowohl
in der Vorbereitung als auch bei der Brandbekämpfung und den Nachlöscharbeiten.
Der Ablauf des Seminars war abwechslungsreich gestaltet: Während am Samstag zunächst
theoretische Grundlagen im Gerätehaus vermittelt wurden, wurden nachmittags bei einer
Geländeerkundung typische Gefahren an der Einsatzstelle analysiert.
Der Sonntag praktische Einheiten sowie eine Realbrandausbildung unter kontrollierten
Bedingungen. Hier konnten die Teilnehmer das Gelernte direkt anwenden und das Verhalten
von Feuer in Vegetationsflächen realitätsnah erleben.
Der Sonntag begann mit einer kurzen Theorieeinheit, bevor es zur praktischen Ausbildung in
den Wald ging. Hier standen weitere praktische Übungen auf dem Programm, darunter das
Anlegen von Haltelinien, der Einsatz von Handwerkzeugen sowie Maßnahmen zur
Eindämmung der Brandausbreitung.
Auch taktische Aspekte wie Lagedarstellung und Einsatzführung wurden intensiv trainiert.
Für die Durchführung der praktischen Übungen kamen mehrere Fahrzeuge aus den Einheiten
Laasphe, Banfe, Feudingen und Rüppershausen zum Einsatz.
Das Seminar hat damit nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern konkrete Lehren
aus realen Einsatzlagen – wie dem Waldbrand im Ilsetal – aufgegriffen und in die Ausbildung
integriert. Die gewonnenen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen tragen maßgeblich
dazu bei, die Einsatzbereitschaft und Sicherheit der Feuerwehrkräfte weiter zu stärken.

Foto: Feuerwehr Bad Laasphe

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