(wS/hgm) Netphen 24.04.2026 | Dreis-Tiefenbach. Eine nahezu ausverkaufte Dreisbachhalle, tobender Applaus und ein Programm, das von barocker Opernmelodik bis zu irischem Stepptanz-Sound reichte: Das Frühjahrskonzert des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Netphen unter der Leitung von Dirigent Stefan Hees hat am vergangenen Samstagabend einmal mehr bewiesen, warum die Dreisbachhalle sich zunehmend als erste Adresse für Konzerte und Feste lokaler Chöre und Orchester etabliert.
Zwar zählt der Netphener Musikzug formal zu den Laienorchestern – die Qualität der Darbietungen aber braucht den Vergleich mit Berufsmusikern nicht zu scheuen. Durch den Abend führten die Moderatorinnen Lia Fischer und Celine Hoffmann, die das Publikum mit kurzweiligen Erläuterungen zu den einzelnen Titeln unterhielten.
Fulminanter Auftakt mit „Ross Roy“
Mit „Ross Roy“, einer Komposition voller markanter Rhythmen von Jacob de Haan, eröffnete der Musikzug den ersten Teil des Konzerts. Anschließend begrüßte die 1. Vorsitzende Daniela Weth die zahlreichen Ehrengäste – darunter die stellvertretende Bürgermeisterin Silke Braun, Ortsbürgermeister Oliver Galster (Dreis-Tiefenbach) und Ortsbürgermeisterin Dorothee Spies (Netphen). Aus den Reihen der Feuerwehr waren unter anderem Kreisbrandmeister Thomas Tremmel, Kreisstabführer Jörn Eling, der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Netphen, Jörg Otter, sowie der Ehrenwehrführer Karl-Heinz Born gekommen. Auch Daniel Krecklow, Leiter des Verbandes für Musik und Bildung des Kreises Siegen-Wittgenstein, und der frühere langjährige Dirigent Walter Sidenstein mit Gattin waren vertreten. „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, brachte es Daniela Weth auf den Punkt.
Dirigent Stefan Hees – geschätzt für sein ruhiges, sachliches Dirigat ebenso wie für seine Menschlichkeit – führte das Ensemble durch „Blue Spring“, aus dem regelrecht die Stimmen des Frühlings erklangen, sowie durch „L’Italiana in Algeri“ mit ihrer lebendigen Atmosphäre. Besonders das energiegeladene Medley „Deadpool’s Playlist“ brachte die turbulente Seite des Orchesters zum Vorschein.
Virtuoses Xylophon-Solo als Höhepunkt
Den Schlusspunkt des ersten Konzertteils setzte „Xylo Classics“ – eine bunte Melodienfolge, die Themen aus Bizets „Carmen“, Mozarts berühmtem „Türkischem Marsch“, Montis unverwüstlichem „Csárdás“ und dem „Allegro“ aus Rossinis „Wilhelm Tell“-Ouvertüre verbindet. Am Xylophon glänzte Maurice Perugorria rasant, virtuos und mit bemerkenswerter Präzision.
Der Nachwuchs überzeugt auf ganzer Linie
Ein echtes Pfund ist das Jugendorchester des Musikzuges, das von Lorena Käuser – zugleich Vizedirigentin des Musikzuges – geleitet wird. Moderiert wurde dieser Programmteil von Lisann Hammerschmidt und Simon Wagener. Mit „Defying Gravity“ entführten die jungen Musikerinnen und Musiker das Publikum in die Weiten des Weltalls, „Ein Kompliment“ sorgte für Wiedererkennungsmomente aus den Charts, und „Epic Gaming Themes“ bot eine knisternde, abwechslungsreiche Klangreise. Das Niveau der Nachwuchsmusiker brauchte sich hinter dem der Erwachsenen wahrlich nicht zu verstecken – der stürmische Beifall zwang zu einer Zugabe.
Ehrungen für erfolgreiche Lehrgangsteilnehmer
Vor Beginn des zweiten Teils standen Ehrungen auf dem Programm. Daniel Krecklow und Daniela Weth zeichneten folgende Teilnehmerinnen und Teilnehmer der D-Lehrgänge aus:
D1: Marta Geßner (Flöte), Uwe Kuhlenberg (Klarinette), Michael Reezer (Alt-Saxophon), Patrick Weth (Tenorhorn).
D3: Maurice Perugorria (Schlagwerk), Johannes Schmitt (Trompete), Sebastian Schneider (Tenorhorn).
Von der Zillertaler Polka zum irischen Finale
Mit Volldampf ging es weiter: Die „Blechlawine“, eine Polka aus dem Zillertal, verband Tradition und Moderne und sorgte für beste Blasmusik-Stimmung. Deutlich besinnlicher wurde es bei „The Sun Will Rise Again“, mit dem den Verstorbenen des Vereins gedacht wurde.
Ein echter Publikumsmagnet war das Medley „Peter Maffay!“, mit dem Arrangeur Wolfgang Wössner den Werken des großen Künstlers ein musikalisches Ausrufezeichen setzte – von „Sonne in der Nacht“ über „So bist du“ und „Und es war Sommer“ bis hin zum unvermeidlichen „Über sieben Brücken musst du geh’n“. Hier ging das Publikum begeistert mit.
Den krönenden Abschluss bildete „The Amazing Sound of Ireland“ – ein atemberaubendes Medley von „Lord of the Dance“ über die herzergreifende Ballade „Danny Boy“ bis hin zum spektakulären Finale „Planet Ireland“, bei dem sich die Schlagzeuger nach Herzenslust austoben konnten.
„Alle meine Entchen“ im Kanon – ein Gag zum Schmunzeln
Dass Dirigent Stefan Hees stets cool und locker bleibt, bewies er mit einem charmanten Gag: Kurzerhand ließ er das Publikum „Alle meine Entchen“ im Kanon anstimmen. Das Publikum klatschte nicht nur – es tobte. Als Zugabe lieferten sich drei Musiker am Xylophon ein regelrechtes Triell, mittendrin Stefan Hees, der kräftig die Klöppel schwang.
Zum Abschluss des gelungenen Abends wurden Dirigent Stefan Hees, die Leiterin des Jugendorchesters Lorena Käuser, das Moderatorinnen-Team Lia Fischer und Celine Hoffmann sowie die Jugendmoderatoren Lisann Hammerschmidt und Simon Wagener mit Blumen bedacht.










Text und Fotos: Hans-Gerhard Maiwald
Nachrichten aus der Heimat brauchen Rückhalt.
Täglich für Sie in Siegen und der Region unterwegs. Unsere Arbeit ist kostenlos, aber nicht umsonst. Mit einer kleinen Spende sichern Sie unabhängigen Lokaljournalismus.
❤️ Jetzt wirSiegen unterstützen








