(wS/hwk) Siegen 27.05.2026 | Vertreter der Handwerkskammer (HwK) Südwestfalen haben Siegens neuen Bürgermeister Tristan Vitt zu einem Antrittsbesuch im Siegener Rathaus getroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die aktuellen Herausforderungen des Handwerks in der Region, die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen sowie die Bedeutung einer wirtschaftsfreundlichen Verwaltung. Auf Seiten der Handwerkskammer nahmen HwK-Vizepräsident Ulrich Hermann, Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmitt und Uta Neumeister, Leiterin der HwK-Standortpolitik, teil.
Handwerk als Innovationsmotor
Ulrich Hermann betonte in dem Gespräch die zentrale Bedeutung des Handwerks als verlässlicher Versorger, wichtiger Arbeitgeber und Innovationstreiber — besonders mit Blick auf Energiewende und Digitalisierung. Innovationen zeigten sich nicht nur in neuen Technologien, so Hermann, sondern auch in der kontinuierlichen Modernisierung der Aus- und Weiterbildung, damit Fachkräfte den Wandel aktiv mitgestalten können.
Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmitt machte auf ein wachsendes Problem aufmerksam: Die Nachfolgeproblematik in Handwerksbetrieben nehme zu. Um die Zukunft der Betriebe und die Vielfalt des regionalen Handwerks zu sichern, brauche es Planungssicherheit und eine verlässliche Politik, die Unternehmer zum Investieren ermutigt.
Verwaltung soll digitaler und schneller werden
Uta Neumeister hob hervor, dass wirtschaftsfreundliche Politik und eine serviceorientierte Verwaltung für das Handwerk essenziell seien. Bürgermeister Vitt bekannte sich klar zu dieser Haltung: Unternehmen und Bürger seien für ihn Kunden der Stadtverwaltung — Lösungsorientierung, Transparenz und schnelle Verfahren stünden dabei im Vordergrund.
Die Stadtverwaltung setzt auf Prozessoptimierung, den Einsatz Künstlicher Intelligenz und schrittweise Digitalisierung weiterer Antragsverfahren, um Siegen als Wirtschaftsstandort zukunftsfähig zu gestalten.
Keine marktfähigen Gewerbeflächen in Siegen
Ein zentrales und dringendes Thema war die Flächensituation: Laut einer aktuellen Umfrage der Handwerkskammer gibt es in Siegen derzeit keine marktfähigen Gewerbeflächen. Bürgermeister Vitt verwies auf das geplante Gewerbegebiet Martinshardt II, das ab 2029 zur Verfügung stehen soll. Parallel laufen Gespräche mit Grundstückseigentümern; auch brachliegende Flächen sollen reaktiviert werden.
Regionale Betriebe sollen von neuem Vergaberecht profitieren
Positiv aufgenommen wurden von beiden Seiten die neuen Regelungen im öffentlichen Vergaberecht in Nordrhein-Westfalen, die den Kommunen mehr Flexibilität einräumen. HwK-Hauptgeschäftsführer Schmitt hofft, dass dadurch vor allem regionale Handwerksbetriebe bessere Chancen auf öffentliche Aufträge erhalten — ein wichtiger Faktor für die regionale Wirtschaftskraft und Wertschöpfung.
Auf einen Blick
- Wer: Handwerkskammer Südwestfalen und Bürgermeister Tristan Vitt
- Was: Antrittsbesuch und Austausch über die Lage des regionalen Handwerks
- Themen: Fachkräftemangel, Gewerbeflächen, Digitalisierung der Verwaltung, Vergaberecht
- Ausblick: Beide Seiten vereinbarten, den Dialog fortzusetzen und die Zusammenarbeit zu vertiefen

v.l. Uta Neumeister (Leiterin HwK-Standortpolitik), Ulrich Hermann (HwK-Vizepräsident), Bürgermeister Tristan Vitt und Hendrik Schmitt (HwK-Hauptgeschäftsführer) vor dem Siegener Rathaus. Foto: HwK Südwestfalen
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