(wS/red) Kreuztal 09.07.2026 | Was am gestrigen Mittwoch mit einem einzelnen, verzweifelten Miauen begann, entwickelte sich innerhalb von nur einem Tag zu einer Rettungsaktion für gleich sechs hilflose Katzenbabys. Schauplatz: der Waldrand nahe der Schrebergärten an der Kattowitzer Straße in der Fritz-Erler-Siedlung.
Melanie Schmidt, Anwohnerin in der Fritz-Erler-Siedlung, hörte am Mittwoch ein lautes Miauen, das aus dem angrenzenden Waldstück in der Nähe der Schrebergärten an der Kattowitzer Straße kam. Gemeinsam mit ihrem Mann Matthias Schmidt machte sie sich auf die Suche und folgte dem Geräusch. Dabei stießen die beiden auf ein kleines, hilfloses Katzenbaby – ganz allein und offensichtlich auf sich gestellt.
Das Ehepaar Schmidt reagierte genau richtig: Ein Anruf bei der Polizei, und nur wenige Minuten später traf ein Streifenwagen ein. Die Beamten kümmerten sich um das kleine Tier welches später ins Siegener Tierheim verbracht wurde.
Doch damit war die Geschichte noch nicht zu Ende. Am heutigen Donnerstag spazierten die beiden erneut durch den Bereich der Schrebergärten – diesmal mit wachsamen Augen und gespitzten Ohren. Und tatsächlich: Wieder war ein leises Miauen zu hören. Bei genauerem Hinsehen entdeckten Melanie und Matthias Schmidt dann weitere fünf kleine Katzenbabys. Erneut rückten Beamte der Polizei an und kümmerten sich liebevoll um den Verbleib der süßen Vierbeiner.
Ob die Jungtiere dort im Wald geboren wurden oder möglicherweise sogar ausgesetzt wurden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.


Fotos: Melanie & Matthias Schmidt
Aussetzen von Tieren ist eine Straftat
Der Fall erinnert an ein Problem, das Tierheime in ganz Deutschland vor allem in den Sommermonaten beschäftigt: Immer wieder werden junge Katzen ausgesetzt oder hilflos aufgefunden. Tierschutzorganisationen schätzen die Zahl der streunenden Katzen in Deutschland auf rund zwei Millionen. Viele von ihnen stammen von nicht kastrierten Freigängerkatzen ab. Besonders in den warmen Monaten häufen sich Fundmeldungen von Katzenwelpen – die Tierheime stoßen dann regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen. Wichtig zu wissen: Das Aussetzen von Tieren ist nach dem Tierschutzgesetz eine Straftat und kann mit Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden. Wer hilflose Tiere findet, sollte – genau wie das Ehepaar Schmidt es vorgemacht hat – umgehend die Polizei oder das örtliche Tierheim verständigen.
Zu hoffen bleibt, dass alle sechs Katzenbabys bald ein liebevolles Zuhause finden.
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