(wS/wt) Siegen-Bielefeld. 28.07.2026 | Ab April 2027 wird das Busfahren und Bahnfahren in Westfalen-Lippe deutlich einfacher. Der WestfalenTarif, flächenmäßig größter Nahverkehrstarif in Nordrhein-Westfalen und einer der größten Flächen-Gemeinschaftstarife Deutschlands, wird grundlegend reformiert. Unter dem Titel „Die Zukunft fährt einfach: Westfalen-Lippe startet Tarifreform“ ist nun ein Fachartikel zur Tarifreform in der Juli-/August-Ausgabe der Fachzeitschrift „Der Nahverkehr“ erschienen. Die Autoren Lea Rötter, Dr. Oliver Mietzsch und Matthias Hehl geben darin detaillierte Einblicke in Konzeption, Vorbereitung und technische Umsetzung der Reform.
Der Grund für den Umbruch: Der in seiner heutigen Form seit 2017 bestehende Gemeinschaftstarif weist mit seinen fünf Tariffenstern und einer großen Vielfalt regionaler Sonderregelungen eine enorme Komplexität auf. Über 800 Preis-Produkt-Kombinationen, 60 Preisstufenvarianten und mehr als 2.000 preisbildende Raumeinheiten machten den Tarif für Fahrgäste schwer durchschaubar. „Einfachheit ist der stärkste Hebel für die Mobilitätswende. Das Deutschlandticket hat eine neue Messlatte für einfache Nutzung gesetzt. Mit der radikalen Verschlankung unseres Ticket-Portfolios stellen wir den WestfalenTarif vom Kopf auf die Füße“, erklären die Autoren im Fachartikel.
Das künftige Tarifgefüge basiert auf einem Drei-Säulen-Modell: dem Deutschlandticket für Vielfahrende, eezy.nrw als digitalem Smartphone-Tarif mit Check-In/Check-Out-Verfahren für flexible Gelegenheitsfahrten sowie einem smarten Kernsortiment für klassische Einzel- und Tagesfahrten in der Region. Die Preisstufenstruktur wird radikal reduziert – von zwölf auf nur noch vier Preisstufen, die sich an einfachen geografischen Grenzen orientieren: Preisstufe A für Fahrten innerhalb einer Stadt oder Gemeinde, Preisstufe B für Fahrten in die direkte Nachbarstadt, Preisstufe C für Mittelstrecken bis zu zwei Kreise und Preisstufe D für netzweite Fahrten im gesamten WestfalenTarif-Raum. Veraltete und selten genutzte Ticketarten entfallen, Sperrzeiten werden abgeschafft, Fahrrad- und 1.-Klasse-Zusatztickets pauschaliert.
Der Fachbeitrag bietet auch einen Blick hinter die Kulissen der komplexen Abstimmungsprozesse. In der Entwicklungsphase wurden 28 Aufgabenträger, 16 Kreise, drei kreisfreie Städte und über 60 Verkehrsunternehmen einbezogen. Durch die erlösneutrale Kalkulation und die enge Einbindung der Politik auf kommunaler Ebene konnte der finale Beschluss für die Reform erfolgreich herbeigeführt werden. Aktuell läuft die vertriebliche und technische Vorbereitung in der Westfälischen Tarifdatenbank, um den neuen Tarif pünktlich im April 2027 an den Start zu bringen.
Der vollständige Fachartikel ist auf der Internetseite des WestfalenTarifs unter www.westfalentarif.de/news/tarifreform-fachartikel abrufbar.

Ab April 2027 wird der WestfalenTarif grundlegend reformiert. Statt zwölf Preisstufen gibt es künftig nur noch vier – orientiert an einfachen geografischen Grenzen.
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