(wS/red) Freudenberg / Olpe 23.05.2026 | Auf der Autobahn A45 ist am Samstagmittag gegen 12:15 Uhr ein Segelflugzeug zwischen den Anschlussstellen Olpe und Freudenberg abgestürzt. Bei dem Unglück kam ein Mensch ums Leben, eine weitere Person wurde schwerstverletzt. Die Sauerlandlinie ist in Fahrtrichtung Frankfurt derzeit voll gesperrt. Ein Großaufgebot an Rettungskräften ist seit den Mittagsstunden vor Ort.

Start in Hünsborn – wenige Minuten später der Absturz
Nach bisherigen Erkenntnissen war das Segelflugzeug nur kurze Zeit vor dem Unglück vom Flugplatz in Hünsborn aus gestartet. Vom Gelände des Luftsportvereins Hünsborn wurde der Segler – wie bei dieser Sportart üblich – von einem motorisierten Zugflugzeug in die Luft geschleppt. Die Startstelle liegt nur wenige Kilometer von der späteren Absturzstelle entfernt.
Was sich in den Minuten nach dem Schleppstart genau abgespielt hat, ist bislang noch nicht geklärt. Fest steht: Kurze Zeit nach dem Abheben kam es zu dem tragischen Geschehen. Der Segelflieger stürzte aus bisher unbekannter Ursache auf die A45 und schlug dort mit voller Wucht auf der Fahrbahn auf.
Großaufgebot an Einsatzkräften – zwei Hubschrauber im Einsatz
Wegen der Schwere des Unglücks rückte umgehend ein Großaufgebot an Rettungskräften zur Einsatzstelle aus. Mehrere Feuerwehren, Rettungsdienst und Polizei waren vor Ort, um mögliche Verletzte zu versorgen, die Unfallstelle zu sichern und mit der Spurensicherung zu beginnen.
Direkt auf der gesperrten Autobahn landeten zwei Hubschrauber. Mit dem Rettungshubschrauber „Christoph“ wurde der schwerstverletzte Mann in ein Krankenhaus geflogen. Für eine weitere Person aus dem Segelflugzeug kam jede Hilfe zu spät – sie verstarb noch an der Unglücksstelle.
A45 voll gesperrt – Ursache völlig unklar
Die A45 ist in Fahrtrichtung Frankfurt derzeit voll gesperrt. Autofahrer müssen sich auf erhebliche Behinderungen einstellen und sollten den Bereich weiträumig umfahren. Wie lange die Sperrung andauert, ist aktuell noch nicht absehbar.
Die Ermittlungen zur Ursache des Flugzeugabsturzes dürften die nächsten Stunden andauern. Neben der Polizei werden voraussichtlich auch die zuständigen Luftfahrtbehörden in die Untersuchung des Unglücks einbezogen. Warum der Segelflieger so kurz nach dem Schleppstart in Hünsborn auf die Autobahn stürzte, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.




UPDATE 15:40 Uhr: Einsatzleiter Rainald Thiemann gibt erste Details bekannt

Rund 70 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind nach dem Absturz im Großeinsatz. Der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Freudenberg, Rainald Thiemann, schilderte gegenüber wirSiegen.de den Ablauf des Einsatzes und die ersten Erkenntnisse zum Unglücksgeschehen.
Großalarm für zwei Kreise
„Die Feuerwehren der Stadt Freudenberg und der Gemeinde Wenden sowie Einsatz- und Rettungskräfte sowohl aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein als auch aus dem Kreis Olpe sind zu einem Flugzeugabsturz auf der A45 alarmiert worden“, so Thiemann. Bestätigt habe sich, dass in Fahrtrichtung Frankfurt ein Leichtflugzeug abgestürzt sei. „Im Rahmen des Absturzes sind zwei Personen direkt betroffen gewesen. Einer der Flugzeuginsassen ist leider bei dem Absturz verstorben. Eine weitere Person ist schwerst verletzt.“
Die Einsatzkräfte hätten zunächst im Rahmen der technischen Rettung die verletzte Person befreit und medizinisch versorgt. Parallel sei ein Betreuungsbereich eingerichtet worden, um Angehörige und weitere Betroffene aufzufangen.
Rückführung der Fahrzeuge – Betreuung gestrandeter Autofahrer
In Absprache mit der Autobahnpolizei wurde nach den ersten Maßnahmen eine Rückführung der Fahrzeuge auf der Fahrspur Richtung Frankfurt eingeleitet. Auch dort kamen Betreuungskräfte zum Einsatz, die die wartenden Verkehrsteilnehmer mit Getränken versorgten und als Ansprechpartner zur Verfügung standen.
„Bei einem Flugunfall ist die entsprechende Aufsichtsbehörde zuständig, sie ist auf dem Weg hierher, um die weiteren Einzelheiten, die im Zusammenhang mit diesem Fall stehen, ermitteln und analysieren zu können“, erklärte Thiemann. Insgesamt seien rund 70 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor Ort gewesen. „Wir gehen davon aus, dass der Einsatz noch einige Zeit andauern wird.“
Zwei Hubschrauber auf der Autobahn: ADAC-Rettungshubschrauber und SAR der Bundeswehr
Auf der gesperrten A45 landeten zwei Hubschrauber. Als primäres Rettungsmittel war ein ADAC Rettungshubschrauber im Einsatz, mit dem die schwerstverletzte Person in eine Klinik geflogen wurde. Zusätzlich war ein SAR-Hubschrauber der Bundeswehr (Search and Rescue) vor Ort. Dieser hatte laut Thiemann allerdings nicht die Aufgabe einer Patientenrettung, sondern war für „erste Maßnahmen im Rahmen der Flugaufsicht“ zuständig.
Schleppstart geglückt – Flughöhe offenbar nicht erreicht
Zum Ablauf des Unglücks selbst hat Rainald Thiemann eine erste Einschätzung: „Was ich weiß, ist, dass mit einem Schleppflugzeug beide Flugzeuge gestartet sind und es dann aber scheinbar nicht geschafft haben, eine entsprechende Flughöhe zu erreichen.“ Das Flugzeug sei nach dem Überflug der Autobahn abgestürzt. Das Schleppflugzeug ist sicher gelandet.
Die genauen Hintergründe – warum der Segelflieger nach dem Schleppstart die nötige Höhe offenbar nicht halten konnte – sind nun Sache der zuständigen Luftfahrt-Aufsichtsbehörde, die die Ermittlungen vor Ort übernimmt.
Update 16.20 UHR (ots)
Am heutigen Samstag (23. Mai) stürzte gegen 12:10 Uhr ein Segelflugzeug kurz nach dem Start vom Flugplatz Hünsborn in Höhe des Parkplatzes Löffelberg auf die BAB 45 zwischen der Anschlussstelle Freudenberg und dem Autobahnkreuz Olpe Süd.
Die Autobahn ist hier zur Zeit in beide Fahrtrichtungen vollgesperrt. Nach derzeitigen Erkenntnissen wurde das Segelflugzeug zum Start, wie in solchen Fällen üblich, von einem Motorflugzeug gezogen. Kurz nach der Trennung der beiden Flugzeuge kam es zu dem Absturz. Das schleppende Motorflugzeug blieb dabei unbeschädigt. Das Segelflugzeug war zum Zeitpunkt des Absturzes mit zwei Männern besetzt. Der Pilot (56) konnte nur noch tot geborgen werden. Der zweite Insasse (49) erlitt schwere Verletzungen und wird derzeit stationär behandelt. Weitere Personen kamen nicht zu Schaden. Nach derzeitigem Kenntnisstand kam es jedoch zu Sachschaden an mindestens einem PKW. Die Ermittlungen zur genauen Absturzursache laufen bereits und werden durch die Kreispolizeibehörde Olpe und die zuständigen Luftfahrtbehörden geführt.
Es kann derzeit noch nicht abgesehen werden, wann die Autobahn wieder für den Verkehr freigegeben wird. Die Sperrung wird vermutlich noch mehrere Stunden fortdauern. Der Verkehr wird derzeit in beiden Fahrtrichtungen abgeleitet.




Fotos: Andreas Trojak / wirSiegen.de








