(wS/si) Kreis Siegen-Wittgenstein 25.03.2025 | Im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein (ohne das Stadtgebiet Siegen) sind im vergangenen Jahr die Immobilienpreise – entgegen der Entwicklung des Vorjahres – wieder angestiegen. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser erhöhten sich im Durchschnitt um 2 Prozent. Bei Baugrundstücken für Wohnbebauung wurde ein Preisanstieg von 15 Prozent verzeichnet. Im Teilmarkt der Eigentumswohnungen stieg der durchschnittliche Preis für Neubauwohnungen ebenfalls um 15 Prozent. Der Durchschnittswert gebrauchter Eigentumswohnungen liegt dagegen 3 Prozent unter dem des Vorjahres.
Diese Entwicklungen gehen aus dem Grundstücksmarktbericht 2025 hervor, den der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Siegen-Wittgenstein nun veröffentlicht hat. Zudem wurden die neuen Bodenrichtwerte zum Stichtag 01. Januar 2025 ermittelt.
Ein- und Zweifamilienhäuser
Der durchschnittliche Kaufpreis für Ein- und Zweifamilienhäuser im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein (ohne das Stadtgebiet Siegen) betrug im Jahr 2024 rund 234.000 Euro – ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem der Mittelwert bei 229.000 Euro lag. Die Zahl der verkauften Ein- und Zweifamilienhäuser stieg ebenfalls an und erreichte annähernd das Niveau von 2022. Insgesamt wurden 802 Objekte veräußert. Durch die gestiegenen Preise und die höhere Verkaufsanzahl erhöhte sich der Gesamtumsatz um 32 Prozent auf 187,5 Millionen Euro (2023: 619 Kauffälle mit einem Umsatz von 141,6 Millionen Euro).
Eigentumswohnungen
Im Teilmarkt der Eigentumswohnungen erhöhte sich der durchschnittliche Preis für Neubauwohnungen auf 3.666 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche – ein Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert von 3.175 Euro pro Quadratmeter. Gebrauchte Eigentumswohnungen hingegen wurden im Schnitt für 1.601 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche verkauft und liegen damit leicht unter dem Vorjahreswert von 1.657 Euro pro Quadratmeter.
Baugrundstücke
Die Preise für Baugrundstücke zur Wohnbebauung stiegen ebenfalls um 15 Prozent. Die Anzahl der verkauften Bauplätze nahm im Vergleich zum Vorjahr leicht zu und lag bei 101. Der Umsatz belief sich auf 8,03 Millionen Euro (2023: 6,77 Millionen Euro).
Bodenrichtwerte
Bei der Ermittlung der Bodenrichtwerte wurden punktuelle Preisentwicklungen durch entsprechende Anpassungen berücksichtigt. Bodenrichtwerte stellen durchschnittliche Lagewerte dar, die bestimmten Zonen und Definitionen zugeordnet sind. Diese Werte sind flächendeckend in Bodenrichtwertkarten abgebildet. Grundstücke oder Teilflächen mit abweichender Nutzung oder Qualität – etwa Grün-, Wald-, Wasser-, Verkehrs- oder Gemeinbedarfsflächen – können Teil einer Bodenrichtwertzone sein, für die der angegebene Bodenrichtwert nicht gilt.
Das Preisniveau für Baugrundstücke schwankt im Kreisgebiet (ohne die Stadt Siegen) stark. In attraktiven Lagen wie Freudenberg-Fließenhardt liegt der Bodenrichtwert bei bis zu 250 Euro pro Quadratmeter und nähert sich damit dem Niveau der Stadt Siegen, für deren Bereich ein eigener Gutachterausschuss zuständig ist. Die entsprechenden Bodenrichtwerte sowie der Grundstücksmarktbericht für Siegen wurden ebenfalls kürzlich veröffentlicht. In ländlicheren Regionen wie Beddelhausen oder Zinse im Wittgensteiner Land liegen die Richtwerte hingegen bei nur 25 Euro pro Quadratmeter.
Neben den Wohnbauflächen wurden auch Richtwerte für gewerblich genutzte Flächen sowie gemischt genutzte Zentrumslagen ermittelt. Für landwirtschaftlich genutzte Grundstücke liegen die Bodenrichtwerte zwischen 1,30 Euro pro Quadratmeter (Bad Laasphe) und 2,80 Euro pro Quadratmeter (Kreuztal). Die Bodenrichtwerte für forstwirtschaftlich genutzte Flächen wurden zum Stichtag 01.01.2025 getrennt für die Altkreise Siegen und Wittgenstein ausgewiesen. Im Altkreis Siegen (ohne die Stadt) beträgt der Bodenrichtwert wie im Vorjahr 0,55 Euro pro Quadratmeter. Im Altkreis Wittgenstein liegt er bei 0,65 Euro pro Quadratmeter – jeweils ohne enthaltenen Aufwuchs.
Die Auswertungen des Immobilienmarkts basieren auf der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses, in die sämtliche Grundstückskaufverträge aufgenommen werden. Die beurkundenden Notariate sind gesetzlich verpflichtet, dem Ausschuss Kopien der Verträge zur Auswertung zu übermitteln. Im Jahr 2024 wurden 2.059 Grundstückskaufverträge abgeschlossen, was einem Gesamtumsatz von 352 Millionen Euro entspricht. Damit liegt die Zahl der Verkäufe 11 Prozent über dem Vorjahreswert von 1.853 Verträgen. Der Geldumsatz stieg um 19 Prozent und nähert sich mit 352 Millionen Euro wieder dem Niveau von 2022 (362 Millionen Euro) an (2023: 295 Millionen Euro).
Diese und weitere Informationen zum Immobilienmarkt im Kreisgebiet – ohne die Universitätsstadt Siegen – gehen aus den aktuellen Veröffentlichungen des Gutachterausschusses für Grundstückswerte hervor. Der Grundstücksmarktbericht 2025 beinhaltet neben Umsatzzahlen für unbebaute Grundstücke, Mehrfamilienhäuser, Gewerbeobjekte und sonstige bebaute Grundstücke auch langjährige Preisentwicklungen in Form von Indexreihen. Darüber hinaus enthält er Analysen wie Marktanpassungsfaktoren und Liegenschaftszinssätze, die Fachleuten wie Sachverständigen oder Banken als Basisdaten dienen. Die Informationen werden größtenteils in Tabellen und Grafiken aufbereitet.
Der Grundstücksmarktbericht 2025 sowie die Bodenrichtwertkarten stehen im landesweiten Internetportal www.boris.nrw.de und in der BORIS.NRW App kostenlos zur Verfügung. Auch Daten anderer Gutachterausschüsse, unter anderem für die Universitätsstadt Siegen, sind dort abrufbar.
Für persönliche Auskünfte stehen die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses im Siegener Kreishaus (Koblenzer Straße 73) zur Verfügung. Telefonisch sind sie unter den Nummern 0271/333-1550 oder -1551 erreichbar.
Foto: wirSiegen.de
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