(wS/Red) Kreuztal, 14.01.2025 | Mehr Präsenz für den Klassenerhalt: Sijaric und Lerscht intensivieren Zusammenarbeit mit dem Team
Am Montag um 17:30 Uhr fand in der Sparkassen Lounge der Dreifachhalle eine Pressekonferenz statt, zu der Vertreter der heimischen Presse eingeladen waren. Von der TuS Ferndorf Handball GmbH nahmen Michael Lerscht, Mirza Sijaric und Pressesprecher Roger Becker teil, der die Pressekonferenz auch leitete. Am selben Tag kam zudem erstmals die Mannschaft zusammen, es war das erste Training zur Vorbereitung auf die neue Saison. Nach dem Ende der Trainingseinheit stieß auch noch Coach Ceven Klatt dazu und komplettierte diese Runde rund um das Thema Harz.
Wie der Verein weiter unten in seiner Pressemitteilung schreibt, soll die punktearme Hinrunde aufgearbeitet und eine Lösung gefunden werden, um nach Möglichkeit alles abzustellen, was dazu beigetragen hat, dass die Mannschaft in dieses Leistungstief geraten ist. Realistisch betrachtet befinden sich die Ferndorfer nicht auf einem Abstiegsplatz, auch wenn dieser in Sichtweite liegt. Genau aus diesem Loch sollen die Jungs durch Ceven Klatt, Michael Lerscht und Mirza Sijaric herausgeführt werden. Man bildet quasi ein Ferndorfer Handball Dreigestirn und es sollte schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich daraus nichts Positives ergeben würde.
Dabei geht es nicht darum, die Defensivleistungen zu verbessern, denn in diesem Bereich brilliert die Mannschaft förmlich. Es gibt lediglich fünf Teams, die weniger Gegentore kassiert haben. Der Fokus liegt klar auf der Offensive, in der die Fehlerquote derzeit extrem hoch ist. Oppenweiler, Krefeld und Essen, die noch hinter dem TuS liegen, wobei Krefeld und Oppenweiler auf einem Abstiegsplatz stehen, sowie die vor dem TuS platzierten Eulen, Großwallstadt und Dormagen haben allesamt mehr Tore erzielt und genau darum geht es. Das sind keine Mannschaften, die ebenso viele Spiele so knapp verloren haben wie Ferndorf, dennoch sind es genau jene Gegner, die man schlagen muss, um die Position in der Tabelle zu verbessern.
Die Personalsituation ist hinreichend bekannt und ebenfalls weiter unten thematisiert, hier dürfte es jedoch zu einer leichten Entspannung kommen. Im gestrigen ersten Training fehlten lediglich Can Adanir, Tom Jansen und Fabian Hecker. Can Adanir befindet sich auf Europameisterschaftsreise mit der türkischen Nationalmannschaft, Tom Jansen erfüllt dieselbe Aufgabe bei der Nationalmannschaft der Niederlande, wo er unter anderem gemeinsam mit dem Ex Ferndorfer Rutger ten Velde aufläuft.
Bei Fabian Hecker stellt sich die Situation etwas anders dar. Laut Mirza Sijaric ist derzeit nicht abzusehen, wann er zurückkehren wird und ob das in der Rückrunde überhaupt noch der Fall sein kann. Die Verletzung ist offenbar so kompliziert, dass man sich aktuell nicht festlegen möchte. Es kommt auch darauf an, wie sich Fabian nach eine vollständigen Genesung fühlt, ein Plan B wurde für diese Situation nicht thematisiert, aber es werden sicherlich Gespräche geführt werden (müssen).
Erfreulicherweise sahen wir Philip Würz, Fynn Herzig, Hampus Dahlgren und auch Jonas Wilde in der Halle.
Philip Würz ist voll im Training und wird bereits im Testspiel gegen Wetzlar am 24. Januar auf der Platte stehen.
Fynn Herzig ist ebenfalls voll im Training, allerdings wird es noch längere Zeit dauern, bis er wieder eingesetzt werden kann. Er hat fast zwei Jahre keine Spielpraxis gehabt und muss praktisch neu aufgebaut werden.
Hampus Dahlgren ist zurück, hat alles überstanden und kann wieder voll einsteigen.
Jonas Wilde wird noch viel Zeit benötigen, um wieder im Kasten stehen zu können.. Aktuell ist er auch der Einzige, der noch nicht am Mannschaftstraining teilnehmen kann, bei ihm stehen bislang nur leichtere Übungseinheiten auf dem Programm. In diesem Zusammenhang war es gut, Filip Baranasic zu verpflichten, denn sonst wäre die Situation im Tor sehr schwierig geworden. Sein Vertrag ist zwar zum Jahresende ausgelaufen, dennoch ist man hier guter Dinge.
Zu möglichen Neuverpflichtungen wollte sich der Verein noch nicht äußern, möglicherweise ist es dafür einfach noch zu früh, aber Gespräche darüber finden schon statt. Auf der anderen Seite wünschen sich die Spieler natürlich Klarheit.
Da mehrfach über Janko Kevic gesprochen und geschrieben wurde, bestätigte Mirza Sijaric, dass es Gespräche mit ihm gegeben hat. Die Umsetzung gestaltet sich jedoch schwierig. Janko hat berufliche Verpflichtungen, in seiner kroatischen Heimat einen festen Job angenommen und zudem Familie mit Kindern im Kindergartenalter. Das lässt sich nicht ohne Weiteres aufgeben. Vielleicht ergibt sich dennoch eine Lösung, warten wir es ab, die Tendenz geht allerdings eher in Richtung Nein.
Bericht/Foto: Peter Trojak

Nachfolgend die Pressemitteilung des TuS Ferndorf
Der TuS Ferndorf hat in den vergangenen Tagen und Wochen nach der Niederlage beim TuSEM Essen am zweiten Weihnachtsfeiertag eine umfassende sportliche Analyse vorgenommen, da die aktuelle Tabellensituation eine klare und ehrliche Bestandsaufnahme erforderlich gemacht hat. Mit lediglich neun Punkten aus 17 Spielen in der Hinrunde der Saison 2025/26 ist der Klub deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben; der letzte Sieg datiert vom 25. Oktober 2025 gegen Potsdam. Vor diesem Hintergrund haben die sportlich Verantwortlichen entschieden, sämtliche Abläufe kritisch zu überprüfen und gemeinsam mit Trainern, Spielern und Geschäftsführung strukturelle Anpassungen vorzunehmen, um die Voraussetzungen für das Minimalziel, den Klassenerhalt in der 2. Handball-Bundesliga, zu schaffen.
Ausgangspunkt dieser Analyse war insbesondere das letzte Spiel der Hinrunde gegen den TuSEM Essen. Diese Partie hat noch einmal verdeutlicht, wie eng Erfolg und Misserfolg in dieser Liga beieinanderliegen und wie wichtig Klarheit, Stabilität und stringente Abläufe in schwierigen Phasen sind. In den darauffolgenden Tagen und Wochen wurden zahlreiche Gespräche geführt, Daten ausgewertet und sportliche Prozesse überprüft. Dabei wurde, bildlich gesprochen, jeder Stein im Klub umgedreht. In einer Intensität und Offenheit, wie sie es beim TuS Ferndorf bislang in dieser Form noch nicht gegeben hat.
Ein zentrales Ergebnis dieser Analyse ist die bewusste Stärkung der sportlichen Führung rund um die Mannschaft und Cheftrainer Ceven Klatt. Geschäftsführer Mirza Sijaric und Sportlicher Leiter Michael Lerscht werden künftig noch näher an das Team heranrücken, den Trainings- und Spielbetrieb enger begleiten und als direkte Ansprechpartner für Trainer und Spieler fungieren. Ziel ist es, Entscheidungswege zu verkürzen, die tägliche Arbeit zu unterstützen und in dieser Phase zusätzliche Stabilität in den sportlichen Prozess zu bringen.
Mirza Sijaric erklärt dazu: „Wir haben sehr genau hingeschaut, wo wir stehen und warum wir aktuell dort stehen. Uns war wichtig, strukturiert und ohne Aktionismus vorzugehen. Die Konsequenz daraus ist, dass wir unsere Präsenz rund um die Mannschaft erhöhen und die tägliche Arbeit mit Ceven und dem Team noch enger begleiten.“
In den vergangenen Tagen wurden intensive Gespräche über Inhalte, Abläufe und Schwerpunkte geführt, in denen klar definiert wurde, worauf es in den kommenden Wochen ankommt. Michael Lerscht sagt dazu: „Wir haben sehr offen und konstruktiv über die sportliche Situation gesprochen. Entscheidend ist jetzt, dass wir gemeinsam an den richtigen Stellschrauben drehen und die Voraussetzungen schaffen, damit die Mannschaft ihr Potenzial auf das Feld bringt.“
Die sportliche Entwicklung der Hinrunde war zudem stark von Verletzungssorgen geprägt. Über weite Strecken der Saison konnte die Mannschaft kaum einmal in voller Besetzung trainieren oder spielen; immer wieder mussten neue Konstellationen gefunden und Rückschläge verkraftet werden. Dies wirkte sich unmittelbar auf Abläufe, Automatismen und Ergebnisse aus. Umso wichtiger ist nun die bevorstehende Wintervorbereitung, die der TuS Ferndorf gezielt nutzen will, um Korrekturen vorzunehmen und die Basis für eine stabile Rückrunde zu legen.
Vom heutigen Montag, dem 12. Januar, bis zum Rückrundenauftakt am 7. Februar in Krefeld steht eine intensive Trainingsphase an, in der Handballtraining, taktische Feinjustierung und körperliche Stabilität im Mittelpunkt stehen werden. In dieser Zeit soll die Mannschaft aus den Erfahrungen der Hinrunde lernen und sich geschlossen auf die kommenden Aufgaben ausrichten. Ein besonderer Höhepunkt ist der „Tag des Handballs“ am 24. Januar in der Sporthalle Stählerwiese in Kreuztal, bei dem der TuS Ferndorf den Erstligisten HSG Wetzlar zu einem Testspiel empfängt.
Der Fokus des Klubs ist dabei klar definiert: Der Klassenerhalt in der 2. Handball-Bundesliga hat oberste Priorität. Klub, Mannschaft und sportliche Leitung arbeiten mit hoher Intensität daran, dieses Ziel in der Rückrunde zu erreichen. Mirza Sijaric fasst zusammen: „Wir wissen, dass die Situation anspruchsvoll ist. Jetzt geht es darum, in den kommenden Wochen fokussiert, strukturiert und geschlossen zu arbeiten, um die sportliche Wende einzuleiten.“






