Frauengesundheit im Fokus: Gynäkologen aus der Region trainieren in Siegen modernste OP-Techniken

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(wS/dia) Siegen 22.05.2026 | Harninkontinenz und Beckenbodensenkung – zwei Erkrankungen, von denen Millionen Frauen betroffen sind und über die trotzdem kaum gesprochen wird. Das Gynäkologie-Team der Frauenklinik am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen hat nun mit einem besonderen Format auf sich aufmerksam gemacht: einem Masterclass-Workshop mit Live-Operationen, bei dem operativ tätige Gynäkologen aus der Region und darüber hinaus ihr Wissen erweitern konnten.

Organisiert wurde die Fortbildung von Dr. Osama Shamia und Chefarzt Professor Dr. Marco Battista. Ziel war es, Kollegen aus anderen Häusern in die aktuellen chirurgischen Techniken der Urogynäkologie einzuführen – anschaulicher geht es kaum: direkt am OP-Tisch.


Was ist Urogynäkologie?

Die Urogynäkologie ist das Fachgebiet der Gynäkologie, das sich mit Erkrankungen des weiblichen Beckenbodens befasst. Im Mittelpunkt stehen die Gebärmuttersenkung und die Harninkontinenz. Mit zunehmendem Alter nimmt die Bindegewebsstabilität bei Frauen häufig ab – das kann dazu führen, dass Gebärmutter und Harnblase tiefer treten (Beckenbodensenkung) oder unkontrollierter Harnverlust auftritt (Harninkontinenz). Beide Erkrankungen können gleichzeitig oder unabhängig voneinander auftreten.


Auf einen Blick

  • Veranstaltungsort: Diakonie Klinikum Jung-Stilling, Siegen
  • Format: Masterclass-Workshop mit Live-Operationen
  • Organisatoren: Dr. Osama Shamia und Prof. Dr. Marco Battista
  • Operierte Patientinnen: 6 (minimalinvasiv, je 20–40 Minuten)
  • Teilnehmer: Gynäkologen aus Siegen, Köln und Iserlohn
  • Betroffene Frauen (Senkung): 30–40 % aller Frauen, davon ca. 11 % operationspflichtig
  • Betroffene Frauen (Inkontinenz): ca. 25 % aller Frauen
  • Spezialsprechstunde: Frauenklinik Jung-Stilling, zertifiziert seit 2005

Aktuelle Zahlen, die aufhorchen lassen

Dr. Osama Shamia, der in Kreuztal als niedergelassener Gynäkologe tätig ist und gleichzeitig die Urogynäkologie am Diakonie Klinikum leitet, nannte beim Workshop konkrete Zahlen: „Rund 30 bis 40 Prozent aller Frauen entwickeln eine Form der Senkung. Bei etwa elf Prozent von ihnen ist ein chirurgischer Eingriff nötig.“ Hinzu kommt: Harninkontinenz betrifft rund 25 Prozent aller Frauen – eine Dimension, die viele überrascht.


Sechs Patientinnen, sechs individuelle Eingriffe

Im Rahmen des Workshops wurden sechs Patientinnen minimalinvasiv operiert – jede mit einem auf sie abgestimmten Verfahren:

  • Harninkontinenz: Ein schmales Band aus synthetischem Material wurde unter die Harnröhre gelegt, um diese zu stützen.
  • Gebärmuttersenkung: Die Gebärmutter wurde mit einem Kunststoffband an festen Strukturen im Kleinbecken fixiert.
  • Darmsenkung: Über einen vaginalen Zugang wurde ein Netzimplantat eingesetzt, um die anatomischen Strukturen zu stabilisieren.

Jeder Eingriff dauerte zwischen 20 und 40 Minuten. Nach drei Tagen konnten die Patientinnen die Klinik wieder verlassen.


Operation als letztes Mittel

Dr. Shamia betont, dass chirurgische Eingriffe nicht die erste Wahl sind: Konservative Behandlungen – etwa Medikamente oder Physiotherapie – können im Anfangsstadium wirksam sein. Erst wenn diese nicht ausreichen, wird eine Operation in Betracht gezogen. „Wir können heutzutage auf verschiedenste Techniken zurückgreifen und binden bei der Planung eines Eingriffs die persönlichen Gegebenheiten der Patientinnen mit ein“, erklärt der Facharzt. Kriterien wie Alter, Kinderwunsch, Organerhalt und Schweregrad der Erkrankung fließen in die Entscheidung ein.

Ziel ist es, Beschwerden dauerhaft zu beheben und die normale Blasen- und Darmfunktion wiederherzustellen.


Sprechstunde mit Zertifikat

Für Betroffene gibt es in der Frauenklinik am Diakonie Klinikum Jung-Stilling bereits seit 2005 eine spezialisierte Sprechstunde – zertifiziert als Beratungsstelle der Deutschen Kontinenz Gesellschaft. Dr. Osama Shamia steht dort für Untersuchung und Behandlung zur Verfügung.


Fortsetzung geplant

Das Feedback der Teilnehmer – angereist aus Köln und Iserlohn – war durchweg positiv. Dr. Shamia und Prof. Dr. Battista freuen sich über die gelungene Veranstaltung und planen bereits eine Fortsetzung der urogynäkologischen Fortbildungsreihe.


Erfolgreiche Eingriffe mit Mehrwert für die Teilnehmer: Dr. Osama Shamia (3. von links) mit den operativ tätigen Gynäkologen sowie den OP-Assistenten.

Von Harninkontinenz bis Beckenbodensenkung: Am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen schulte Dr. Osama Shamia (Mitte) in- und externe Kollegen in einem OP-Workshop.

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