Kriminalität: Mehr Straftaten, höhere Aufklärung

(wS/jk) Siegen-Wittgenstein – Die Kriminalität im Kreisgebiet ist im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Insgesamt 16.892 Straftaten sind 2013 bei der Polizeibehörde, die jetzt ihre Kriminalstatistik vorlegte, aktenkundig geworden, das sind 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr beziehungsweise ein Plus von 850 Fällen. Dennoch gehört Siegen-Wittgenstein zu den sichersten Regionen in Nordrhein-Westfalen.

Landrat Paul Breuer, Jürgen Griesing (Leiter der Kriminalpolizei) und Polizeidirektor Wilfried Bergmann stellten die Kriminalstatistik für 2013 vor. Foto: Jürgen Kirsch

Landrat Paul Breuer, Jürgen Griesing (Leiter der Kriminalpolizei) und Polizeidirektor Wilfried Bergmann stellten die Kriminalstatistik für 2013 vor. Foto: Jürgen Kirsch

Die Kreispolizeibehörde belegt in der Landesstatistik den zweiten Rang – wie schon in den vergangenen zwei Jahren. Mit einer ebenfalls gestiegenen Aufklärungsquote von 58,4 Prozent können die Beamten sehr zufrieden sein. Sie schneiden um knapp zehn Prozent besser ab als der Landesdurchschnitt. „Die Polizeiarbeit lebt von einem Zusammenwirken mit der Bevölkerung“, sagte Landrat Paul Breuer. „Es gibt kein Grund zur Besorgnis, aber die Menschen in der Region sollen weiterhin wachsam sein“, forderte er.

Ein Hauptaugenmerk legt man dabei auf die Wohnungseinbrüche. 322 Fälle wurden im letzten Jahr registriert. Ein Zuwachs von rund 10 Prozent. Einbrecher blieben im Kreis in 114 Fällen aber erfolglos. Mehr als ein Drittel aller Einbrüche in Siegen-Wittgenstein schlugen also fehl. Etwa 35 Prozent der Wohnungseinbrüche wurden durch die Polizei aufgeklärt. Das bedeutet Platz eins in NRW, denn auch hier ist die Aufklärungsquote deutlich gestiegen.

Die Kreispolizeibehörde konnte drei Tätergruppen überführen, die eine Vielzahl von Straftaten in diesem Bereich begangen hat. Intensive Ermittlungsarbeit durch spezielle Ermittlungsgruppen und Präsenzteams führten zu den Fahndungserfolgen. Eine sechsköpfige Gruppierung beging 69 Delikte; in der „Grauzone“ liegen weitere Fälle, mit denen sie in Verbindung stehen könnte. Zwei überregionale Banden konnten ebenfalls „dingfest“ gemacht werden. Die Zusammenarbeit mit anderen Behörden war hier erfolgversprechend.

Um sechs Prozent stieg die Anzahl der Diebstähle an. 5.678 Delikte wurden angezeigt. Ein Plus von 323 Fällen im Vorjahr. Bei der Aufklärungsquote liegt die Kreispolizeibehörde weit über dem Landesschnitt. Von 34,4 stieg sie auf 36,8 Prozent an. Mehr als doppelt so hoch ist die Quote bei der Aufklärung von Diebstählen aus Kraftfahrzeugen. Im Jahr 2013 sind etwa 19 Prozent der 644 Fälle aufgeklärt worden.



Durch Betrug und Computerkriminalität entstand im Kreisgebiet ein Gesamtschaden von 2,2 Millionen Euro. 2.512 Fälle gab es; bei 71,7 Prozent hatten die Ermittlungen Erfolg. In der Vielzahl werden auch Beleidigungen im Internet zur Anzeige gebracht. Nach zuletzt sinkenden Fallzahlen im Bereich der Gewaltdelikte wurde 2013 eine Zunahme von 64 Straftaten festgestellt. In der Tendenz bleibt man aber unter dem höheren Niveau der Zahlen aus den Jahren zwischen 2005 und 2010. Die Aufklärungsquote liegt bei guten 78,7 Prozent. Sie ist im Vergleich zum Vorjahr aber um 0,8 Prozent gesunken.

Oft spielt bei schwerer oder gefährlicher Körperverletzung auch Alkohol eine Rolle. Fast die Hälfte der überführten Täter waren betrunken. Sachbeschädigungen machen etwa die Hälfte der 3.553 Fälle von Straßenkriminalität aus (54 Prozent). Einen weiteren Schwerpunkt bilden hier die bereits genannten KfZ-Diebstähle. Erfolge vermeldete die Kreispolizeibehörde auch in Sachen Taschendiebstähle (326 Fälle). Präventionsmaßnahmen und erhöhte Aufmerksamkeit führten dazu, dass die Aufklärungsquote (12 Prozent) doppelt so hoch ausfällt wie 2012.

Zwei Fälle von so genannten „Straftaten gegen das Leben“, also Mord oder Totschlag, beschäftigten im vergangenen Jahr die Kriminalpolizei. Gegenüber 2012 mit neun Fällen ist das ein deutlicher Rückgang um 77,8 Prozent. Im Jahr 2013 hat die Polizei Siegen-Wittgenstein insgesamt 6.639 Tatverdächtige identifizieren können. Etwa 22 Prozent davon hatten nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Jugendkriminalität ist gesunken. Waren es 2012 noch circa 26 Prozent der Tatverdächtigen unter 21 Jahren, so sind es 2013 rund 24 Prozent gewesen. Auch an den Gewalttaten waren weniger Jugendliche und Heranwachsende beteiligt.

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