Erfolgstrainer Michael Boris kehrt nach Siegen zurück

(wS/jk) Siegen – Paukenschlag am Montag bei Fußball-Regionalligist Sportfreunde Siegen: Die Rückkehr von Erfolgstrainer Michael Boris steht fest. Der 39-jährige Fußballlehrer und die Sportfreunde Lotte, der Liga-Konkurrent und nächste Gegner der Krönchenstädter, hatten sich am heutigen Mittag im beiderseitigen Einvernehmen mit sofortiger Wirkung getrennt. Boris bat um Vertragsauflösung und nahm Kontakt zu seiner alten Wirkungsstätte auf.

Michael Boris, der beim Siegener Heimspiel gegen Wattenscheid noch auf der Tribüne im Leimbachstadion saß, könnte schon bald wieder auf der Sportfreunde-Trainerbank  Platz nehmen. Foto: Michael Handke

Michael Boris, der beim Siegener Heimspiel gegen Wattenscheid noch auf der Tribüne im Leimbachstadion saß und auch das Auswärtsspiel in Düsseldorf besuchte, wird schon bald wieder auf der Sportfreunde-Trainerbank Platz nehmen. Fotos (2): Michael Handke

Dann ging alles ganz fix: Auf einer Pressekonferenz am Montagnachmittag wurde Michael Boris als Nachfolger Matthias Hagners vorgestellt, der zuvor von seinen Tätigkeiten als Cheftrainer des Regionalliga-Teams und Sportlicher Leiter entbunden wurde. In Siegen hat man sich mit dem 39-Jährigen auf ein ligaunabhängiges Arbeitspapier als Cheftrainer bis zum 30. Juni 2017 geeinigt.

Boris erhält Vertrag bis 2017

Michael Boris wird seine Arbeit bei den Sportfreunden Siegen am kommenden Montag, den 10. November 2014, aufnehmen. Die Mannschaft wird im Training in dieser Woche und beim Auswärtsspiel in Lotte Co-Trainer Thorsten Seibert betreuen. Das erneute Engagement des in Bottrop-Kirchhellen geborenen Fußballlehrers kam durch die „explizit auf diese Personalie bezogene Unterstützung“ einiger Sponsoren der Sportfreunde zustande. Namen nannte man nicht.

Sportfreunde-Trainer Matthias Hagner muss gehen: Ausgerechnet nach dem ersehnten Erfolgserlebnis vor heimischer Kulisse wurde der 40-Jährige von seinen Aufgaben entbunden.

Sportfreunde-Trainer Matthias Hagner muss gehen: Ausgerechnet nach dem ersehnten Erfolgserlebnis vor heimischer Kulisse wurde der 40-Jährige von seinen Aufgaben entbunden.

„Michael Boris steht sinnbildlich für die sportlichen Erfolge der jüngsten Vergangenheit und wir freuen uns außerordentlich, dass wir ihn für ein erneutes Engagement bei unseren Sportfreunden gewinnen konnten. Möglich wurde diese Verpflichtung auch, weil uns er entgegengekommen ist“, so Geschäftsführer Ulrich Steiner.

„Dass er in Siegen erfolgreich arbeiten, junge Spieler weiterentwickeln und auch im Umfeld des Vereins eine Begeisterung entfachen kann, hat Michael hier schon bewiesen. Gleichzeitig wird Michael Boris jedoch perspektivisch auch Spieler aus der eigenen Nachwuchsarbeit über eine systematische Steigerung der Ausbildungsqualität und Durchlässigkeit in die erste Mannschaft führen“, erklärte der Vorstands-Chef.

Einigung innerhalb von Stunden

Michael Boris hatte die Sportfreunde Siegen am 8. Januar 2014 in Richtung Lotte verlassen. Mit dem Namensvetter wurde er Vizemeister der vergangenen Spielzeit und verpasste den Aufstieg in die 3. Liga. In der laufenden Saison blieb er mit seinem Team hinter den Erwartungen in Lotte zurück. Statt im oberen Tabellendrittel steht Lotte auf dem 12. Rang.

ThorstenSeibert

Thorsten Seibert, der zunächst als U23-Trainer in Siegen anheuerte und dann nach dem Weggang von Frank Döpper nur noch als Co-Trainer der ersten Mannchaft fungierte, wird die Regionalliga-Elf in dieser Woche trainieren und beim Spiel in Lotte der Linienchef sein. Foto: J. Kirsch

Nach der 0:1-Niederlage gegen Verl am vergangenen Wochenende geht man nun unterschiedliche Wege – Michael Boris führt er zurück ins Siegerland: „Das war alles sehr kurzfristig, innerhalb von Stunden. Diese Aufgabe ist ein Schritt zurück zu dem Verein, bei dem ich meine erfolgreichste Zeit hatte. An meinen sportlichen Zielen hat sich nichts geändert“, kommentierte er bei seiner Vorstellung.

„Aber ich bin während der letzten Wochen und Monate zu der Erkenntnis gekommen, dass man im Fußball nichts erzwingen kann. Ich weiß daher mehr zu schätzen, was und wer mich hier in Siegen erwartet. Das oberste Ziel, dem wir jetzt alles unterordnen werden und für das wir gemeinsam hart kämpfen und arbeiten werden, ist der Klassenerhalt“, so Michael Boris weiter.

Hagner-Abschied trotz Erfolgserlebnis

Die Sportfreunde Siegen sind Tabellenvorletzter in der Regionalliga West und feierten am gestrigen Sonntag einen 1:0-Sieg gegen die U21 des 1. FC Köln (wir berichteten). Es war der erste Heimsieg der Saison unter Matthias Hagner, der ausgerechnet einen Tag nach dem lange ersehnten Erfolgserlebnis die Segel streichen musste. „Diese Entscheidung ist uns deswegen nicht leicht gefallen“, meinte Ulrich Steiner.

„Wir glauben aber, dass die Mannschaft einen neuen Impuls benötigt und haben heute eine Chance ergriffen, die sich uns geboten hat“, begründete Vorstand Heiko Maurer, der über die Personalie Hagner aber nicht viele Worte verlieren wollte. Kein schöner Abschied für den 40-jährigen Ex-Profi: „Wir bedanken uns bei Matthias Hagner für die bisher geleistete Arbeit“, heißt es noch in einer Pressemitteilung.

Auch Michael Boris stand in Lotte zuletzt in der Kritik, die Trennung war absehbar. In Siegen leistete der 39-Jährige jedoch in seiner zweieinhalb-jährigen, ersten Amtszeit vom 1. Juli 2011 bis 8. Januar 2014 erfolgreiche Arbeit und schaffte 2012 den Aufstieg in die Regionalliga. Dort hatte der Fußballlehrer in anderthalb Jahren 177 Punkte in 91 Spielen geholt.

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