Siegener ÖPNV versinkt durch HTS-Baustelle im Stau-Chaos

(wS/vws) Siegen – „Ich nehme die aktuelle Situation so nicht weiter hin, hier muss etwas passieren“, reagiert VWS Betriebsleiter Gerhard Bettermann auf die Baustellen, die momentan den Verkehr auf der HTS nahezu zum Erliegen bringen. „Seit Wochen wird an der Fundamentierung einer Schilderbrücke gewerkelt“, so der Betriebsleiter. Zahlreiche massive Verspätungen bis hin zu Ausfällen von Linienfahrten haben der heimische ÖPNV-Anbieter und die Fahrgäste dadurch jeden Tag zu beklagen.

Das Verkehrschaos auf der HTS hat massive Auswirkungen - nicht nur für Berufspendler, sondern auch für den ÖPNV in Siegen. Archiv-Foto: wirSiegen

Das Verkehrschaos auf der HTS hat massive Auswirkungen – nicht nur für Berufspendler, sondern auch für den ÖPNV in Siegen. Archiv-Fotos: wirSiegen

Dabei hat Bettermann den Eindruck, dass die Verkehrssituation von den Verantwortlichen auf die leichte Schulter genommen wird. „Die Verkehrslage in der Kernstadt Siegen ist durch die Baumaßnahme auf der HTS das reinste Chaos. Die Arbeiten finden hier lediglich unter der Woche statt, nachts oder gar an den Wochenenden sucht man vergeblich nach Mitarbeitern, die die Baumaßnahme schnell vorantreiben, um dieses Nadelöhr zu entlasten“, so der VWS-Betriebsleiter weiter.

Ein planmäßiges Durchkommen der Busse ist laut Bettermann schlichtweg unmöglich geworden. Durch den ständigen Stau hat sich vor allem der Berufsverkehr in die Stadt verschoben. Dadurch kommt es bei den Linien C130, R10, C111 und R16 zu erheblichen Verspätungen – 30 Minuten oder länger ist hier mittlerweile die Regel geworden. Eine Zumutung, vor allem weil sich die Verkehrsdichte – da weder Ferien- noch Urlaubszeit ist – derzeit am oberen Limit befindet.

Der Uni-Express-Verkehr UX1 zwischen Universität und ZOB verdient den Namen einer Schnellverbindung nicht mehr. Die Anschlussverbindungen an die Deutsche Bahn am ZOB Siegen sind faktisch nicht mehr existent, was zu verständlichen Beschwerden seitens der Studentenschaft führt.

Gerhard Bettermann (li.) übt Kritik an der HTS-Baustelle und möchte die Situation nicht weiter hinnehmen.

Gerhard Bettermann (li.) übt Kritik an der HTS-Baustelle und möchte die Situation nicht weiter hinnehmen.

Betriebsleiter Gerhard Bettermann prognostiziert auch weiterhin chaotische Zustände, wenn nicht schnell reagiert wird: „Mich würde es nicht wundern, wenn das in Kürze anstehende Weihnachtsgeschäft durch den Verkehr so sehr beeinträchtigt wird, dass die Leute lieber auf Einkaufszentren außerhalb Siegens ausweichen.“

Eine Besserung der Situation ist bis jetzt nicht in Sicht. Auf Anfrage der VWS teilte die Stadt mit, dass laut Landesbetrieb die Baustelle auf der HTS noch bis Februar 2015 bestehen bleiben könne. Weiterhin belastend auf die Situation wirkt sich die Baustelle in Kaan-Marienborn aus, wodurch die Linien R12 und R13 aktuell nicht unter 20 Minuten Verspätung an den jeweiligen Haltestellen eintreffen.

Die Linien C105 und C106 verlieren rund 15 Minuten, da sie zwischen Hainer Hütte und dem „Schleifmühlchen“ im Stau stehen. Auch dieser hat seinen Ursprung in der HTS-Baumaßnahme, da viele Verkehrsteilnehmer versuchen diese – wie auch immer – zu umfahren. Der Berufsverkehr in Freudenberg macht zudem den Bussen der Linien R37 und R38 zu schaffen – so treffen alle Folgelinien im Zeitraum von 15:30 Uhr bis 19:30 Uhr im Stadtgebiet Siegen/Weidenau ebenfalls mit Verspätung ein.

„Hier versuchen unsere Fahrer jeden Tag ihr Bestmögliches, um die Pläne einzuhalten; ein hoffnungsloses Unterfangen bei der bestehenden Baustellenlage. Ich wünsche mir für unsere Kunden, Fahrer und alle Verkehrsteilnehmer sehr, dass zeitnah eine adäquate Lösung im Hinblick auf die Laufzeit der Baumaßnahme im Bereich der HTS gefunden werden kann. Nach dem Motto Augen zu und durch kann es nicht gehen“, so Bettermann.

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