„Die Trennung im Kopf aufheben“

Gemeindeverwaltung informierte über die Nutzung der Grundschule Altenseelbach als Asylantenunterkunft

(wS/nk) Neunkirchen – Zu einem Runden Tisch hatte die Gemeindeverwaltung Neunkirchen am Montagabend die Vertreter der in Altenseelbach ansässigen Vereine und Organisationen eingeladen. Hintergrund war der Wunsch, die Grundschule in Altenseelbach künftig als Unterkunft für Asylsuchende zu nutzen. Neben einer umfassenden Information für die „Multiplikatoren“ der Gemeinde, war der Abend auch ein Gradmesser für die Stimmung und die zu erwartende Hilfe aus Neunkirchens zweitkleinstem Ortsteil.

Neunkirchen_Siegerland_Wappen_Logo„Die Flüchtlingswelle macht auch vor Neunkirchen nicht Halt“, erklärte Bürgermeister Bernhard Baumann, auch in der Hellergemeinde benötige man Platz für weitere Asylsuchende. Nachdem die Kosten für die Anmietung von Wohncontainern und die Möglichkeit einer Unterbringung in leerstehenden Fabrikhallen geprüft worden waren, fiel die Wahl letztlich auf die teilweise leerstehende Grundschule in Altenseelbach.

Johannes Schneider, Leiter des Fachbereichs Soziales, Schulen, Ordnung unterstrich, dass die Gemeindeverwaltung nur ausführender Arm der Bezirksregierung sei: „Die Flüchtlinge werden den Kommunen zugewiesen, diese sind für deren Unterbringung die dadurch entstehenden Kosten verantwortlich.“ Was die Unterbringung der Asylsuchenden betrifft, möchte man in Neunkirchen jedoch „das Heft des Handelns in der Hand behalten“, wie Bürgermeister Baumann erklärte. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die von der Bezirksregierung durchgeführten Zwangsbelegungen in anderen Kommunen.

Die Verwaltungsspitze betonte, dass in den vier vorhandenen Klassenräumen des Schulgebäudes maximal vier Familien bzw. alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern aufgenommen werden sollen.

Mehr als 40 Altenseelbacher waren dem Aufruf der Gemeindeverwaltung gefolgt und im Ratssaal erschienen. „Uns ist wichtig, dass wir die Bevölkerung schon jetzt über das Vorhaben informieren, Irritationen aus dem Weg räumen und die Menschen vor Ort aktiv in den Prozess einbinden“, erklärte Bürgermeister Bernhard Baumann. Die Asylbegehrenden freundschaftlich aufzunehmen bezeichnete er als einen „Akt der christlichen Nächstenliebe.“
Wie Integration von Flüchtlingen im Idealfall aussehen kann, davon berichtete Kornelia Busch-Pfaffe aus Freudenberg. Im Netzwerk Flüchtlingshilfe kümmern sich dort inzwischen rund 60 Menschen um die Asylsuchenden: Ein Begrüßungskomitee heißt die Menschen willkommen und steht ihnen bei Fragen und Problemen zur Seite, pensionierte Lehrer bieten Sprachunterricht an, es gibt eine Fußballgruppe für Asylbewerber und einen Handarbeitskreis, regelmäßig werden Fahrten zur Tafel organisiert.

Über Unterstützung aus der Bevölkerung freut man sich auch in Neunkirchen. Mehrfach wurde von den Teilnehmern am runden Tisch die Bereitschaft zu helfen signalisiert. Die Flüchtlinge zu integrieren statt zu isolieren sei ein wichtiger Punkt, bekräftigte Pfarrer Rainer Klein.

Am Ende der zweistündigen Veranstaltung war die Stimmung im Ratssaal optimistisch: „Als funktionierende Dorfgemeinschaft sollte es den Altenseelbachern gelingen, den Flüchtlingen eine neue Heimat zu geben“, fasste es ein unmittelbarer Nachbar der Grundschule zusammen. Mit den ersten Bewohnern wird in den nächsten Wochen zu rechnen sein.

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