EJOT Team TV Buschhütten feiert drei Siege beim 2. Bundesliga-Rennen in Düsseldorf

(wS/red) Kreuztal-Buschhütten 24.06.2019 | EJOT Team feiert drei Siege beim 2. Bundesliga-Rennen in Düsseldorf Frauen bauen Spitzenposition aus, Männer agieren ab sofort als Jäger

Düsseldorf/Buschhütten. Der mehrköpfige Tross des EJOT Teams TV Buschhütten reiste mit der Zielvorgabe nach Düsseldorf, zwei Mannschaftssiege beim 2. Rennen der 1.Triathlon-Bundesliga zu holen. Dieses ambitionierte Unterfangen glückte zwar bei den Damen wie schon im Kraichgau prächtig, doch bei den Herren, die in der Spitze ein Top-Resultat ablieferten, stotterte der Motor bei drei Athleten, wodurch Platz eins diesmal dem extrem stark auftrumpfenden Team von Triathlon Potsdam überlassen werden musste.

Nach der Sprint-Distanz (750 m Schwimmen im Medienhafen), 20,8 km Radfahren und abschließenden 4,75 km Laufen entlang des Rheins und am Landtagsgebäude, musste sich das Siegerländer Herren-Rekordmeister-Team in der Besetzung Richard Murray (RSA), Maximilian Sperl, Justus Nieschlag, Franz Löschke (alle GER) und Domen Dornik (SLO) mit Platzziffer 58, wie schon im Vorjahr mit Platz zwei begnügen.

Triathlon Potsdam war an diesem hochsommerlichen Tag mit Temperaturen von um die 30 Grad Celsius der Sieg mit Platzziffer 27 nicht zu nehmen. Auf Rang drei landete das REA Card Triathlon Team TuS Griesheim mit Platzziffer 79.

Zieleinlauf Anna Maria Mazzetti

Justus Nieschlag zeigte sich bei seinem Bundesliga-Comeback in 54:41 Minuten in hervorragender Verfassung, erzielte nach Timo Hackenjos vom hep Team NSU (9:56 Minuten) und zeitgleich mit Mitfavorit Maximilian Schwetz (KiologIQ Team Saar) in 10:06 Minuten die zweitschnellste Schwimmzeit. Auf die Radstrecke, die erst recht weit entfernt vom Schwimmausstieg begann und die über die Rheinkniebrückte führte, ging er dann als Führender vor Mitfavorit Schwetz, nachdem er auf dem langen Weg zur Wechselzone Hockenjos überholt hatte. Anfangs wechselten sich Schwetz und Nieschlag noch in der Führungsarbeit ab, später bestimmte einzig der Olympiakandidat aus dem EJOT Team die Pace. So konnte Nieschlag, der dieses Jahr schon mit hervorragenden Ergebnissen im Weltcup aufwartete, den Vorsprung auf seinen laufstarken Teamkollegen Richard Murray auf komfortable 53 Sekunden ausbauen, als das Fahrrad beiseitegestellt wurde.

Schwetz musste bereits zu Beginn des Laufens abreißen lassen und Nieschlag hatte aufgrund der kurzen und relativ leichten Strecke kaum noch Konkurrenz von hinten zu befürchten, da auch der in 2018 „fliegende Holländer“ Jorik Van Egdom (10., Triathlon Potsdam) nicht in der Form war wie noch bei seinem Vorjahressieg. Murray holte Schritt um Schritt auf und lag als Tageszweiter (bereits auch 2018) am Ende mit 55:07 Minuten 26 Sekunden hinter Nieschlag und 19 Sekunden vor dem Italiener Dario Chitti vom WMF BKK-Team AST Süßen.

Nicht zufrieden mit ihren Leistungen waren der 25. Franz Löschke, der 30. Maximilian Sperl und der 38. Domen Dornik, die allesamt es frühzeitig verpasst hatten, auf dem Rad in eine bessere Ausgangslage zu gelangen.

Die erfolgreichen Damen im Ziel v.l.n.r.: Anna Maria Mazzetti, Emma Jeffcoat, Yuliya Yelistratova und Klaudia Sebök

Justus Nieschlag nach seinem rundum gelungenen Comeback im roten EJOT-Dress: „Es war klar, dass ich so viel Vorsprung wie möglich mit auf die Laufstrecke nehmen muss. Deswegen war die einzige Chance, auf dem Fahrrad Vollgas zu geben. Das war ziemlich hart. Am letzten Wendepunkt wusste ich, das ist auf jeden Fall genug Vorsprung und du musst nicht mehr ganz im roten Bereich laufen. Jetzt folgt für den 27-Jährigen noch ein Trainingsblock bis zum WTS-Rennen in Hamburg.“

„Die Männer-Mannschaft war zweigeteilt. Top auf Platz eins und zwei mit Justus Nieschlag und Richard Murray. Durchwachsen mit den anderen drei Athleten. Doch ‚durchwachsen‘ reicht in der höchsten deutschen Triathlon-Liga nicht mehr aus, um zu gewinnen. Das Team aus Potsdam hat vier Aktive unter die Top Ten gebracht und damit hochverdient gewonnen. Und liegt aktuell punktgleich mit dem EJOT Team an der Spitze der Tabelle, jedoch mit einer deutlich besseren Platzziffer. Die Männer müssen daher jetzt beide verbleibenden Rennen gewinnen. Potsdam hat ‚Lunte‘ gerochen und möchte nur allzu gerne im letzten Rennen vor der eigenen ‚Haustür‘ Deutsche Meister werden. So gut das für die Spannung in der Liga ist, so wichtig ist es – wenn man die Deutsche Meisterschaft erneut gewinnen will – dass in den beiden verbleibenden Rennen die besten verfügbaren Sportler aufgestellt werden müssen“, bringt EJOT Team-Sportdirektor Rainer Jung unmissverständlich zum Ausdruck, dass die Bundesliga kein Wunschkonzert ist.

Zieleinlauf Justus Nieschlag

„Das EJOT Team wird sicher keinen Titel kampflos preisgeben. Jetzt ist das EJOT Team bei den Männern in der ‚Jäger-Position‘. Ungewohnt, aber sicher nicht minder reizvoll. In Berlin wird abgerechnet“, kündigte der 60-Jährige angriffslustig an.

Eine „perfekte Arbeit“ bescheinigte er erneut dem Support-Team mit dem Sportlichen Leiter Marco Göckus, den Betreuern Heiner und Claudia Stötzel und Andrea Göckus sowie der neuen Physiotherapeutin Isabelle Eberling, die im Marriott Courtyard-Hotel, in Sichtweite vom Start im Medienhafen, für beste körperliche Voraussetzungen bei den Athleten sorgte.

Die Damen boten in der von Zuschauern bei weitem nicht so gut besuchten Landeshauptstadt wie noch bei der DM 2018, abermals eine Gala-Vorstellung, die die Konkurrenz neidlos anerkennen musste. Anna Maria Mazzetti (ITA), Yuliya Yelistratova (RUS), Klaudia Sebök (HUN) und Emma Jeffcoat (AUS) glückte der souveräne Tagessieg mit der starken Platzziffer 8 vor dem Überraschungsteam ProAthletes KTT01 (Köln) mit 31 Punkten und SSF Bonn Team artegic mit 36 Punkten.

Im Einzel gelang dem EJOT Team hier ebenso wie bei den Männern ein ungefährdeter Doppelsieg. Die Italienerin Anna Maria Mazzetti, die vor zwei Jahren zum EJOT Team kam, krönte sich in 1:02:14 Stunden erstmals zur Bundesliga-Siegerin, nachdem sie bereits in einigen Rennen für positives Aufsehen gesorgt hatte, aber nie ganz an die Spitze vorpreschen konnte.

Zunächst war die 30-Jährige nach 11:07 Minuten als Fünfte aus dem Wasser gestiegen und trat anschließend in einer gemeinsamen Gruppe mit der Schwimmschnellsten Emma Jeffcoat (11:00 Minuten, EJOT Team TV Buschhütten) und der späteren Gesamtdritten Olivia Mathias (Triathlon Potsdam, 1:02:50 Stunden) bei teils auffrischendem Wind mächtig in die Pedale, wodurch sie sich zunächst vom restlichen Feld absetzen konnten. Nahezu zeitglich mit dem Trio nahmen Ari Graham (NZL, Triathlon Team DSW Darmstadt) und Anja Weber (SUI, REA Card Triathlon Team TuS Griesheim) den Wechsel auf die Laufstrecke in Angriff.

Hier bestimmte zunächst die Siegerin vom Kraichgau, Emma Jeffcoat (1:02.25 Stunden), das Geschehen. Doch letztlich musste die Australierin (24) die erfahrene 30-jährige Mazzetti vorbeiziehen lassen und durfte nachher als Tageszweite gemeinsam mit ihr den zweiten Team Sieg in 2019 feiern, nachdem im Vorjahr in der Rheinmetropole nur der 4. Platz herausgesprungen war.

Die beiden Champions Justus Nieschlag und Anna Maria Mazzetti Fotos: Thorsten Wroben/EJOT Team TV Buschhütten

Anna Maria Mazzetti: „Ich bin sehr glücklich. Ich habe in den letzten drei Wochen sehr gut trainiert. Mein Ziel war es, eine gute Schwimmleistung abzuliefern, was mir auch gelungen ist. Dann habe ich auf dem Rad Druck gemacht. In der ersten Laufrunde war ich sehr müde, da konnte ich mit Emma nicht mithalten. Aber in der zweiten Runde habe ich mich wieder besser gefühlt und konnte sie dann ein- und überholen“, strahlte Champion Mazzetti vor dem Landtagsgebäude wie ein Honigkuchenpferd.

„Die EJOT-Frauen haben es erneut hervorragend gelöst und souverän den zweiten Sieg eingefahren. Sie haben beste Chancen mit einem erneuten Sieg in Tübingen bereits für eine Vorentscheidung zu sorgen“, lobte Rainer Jung das nationenmäßig bunt gemischte Quartett.
EJOT Team Managerin Sabine Jung: „Das Rennen der Frauen in Düsseldorf war top. Sie liegen auf Kurs in Richtung Mission Titelverteidigung. Eine Vorentscheidung ist jedoch keinesfalls gefallen bei noch zwei ausstehenden Rennen und vier Punkten Vorsprung. Die Ausgangslage ist gut, aber „sicher“ ist die Meisterschaft noch nicht, zu viel kann in den Rennen passieren, z.B. durch Stürze, wie man im Kraichgau gesehen hat. Bei den Männern sind die Rollen nun vertauscht. Im Moment sind die Potsdamer vorne und wir nicht mehr die Gejagten, sondern die Jäger.“

Der Sportliche Leiter Marco Göckus bilanzierte: „Bei den Damen lief alles wie geplant, alle konnten ihre Leistung perfekt abrufen. Bei den Herren lief es nicht so optimal, da sich das Feld beim Radfahren auseinander zog und sich drei Athleten von uns leider nicht mehr in einer der vorderen Radgruppen platzieren konnten. Dennoch haben diese drei Athleten alles, was möglich war, beim Laufen probiert, um noch etwas näher an die Herren von Triathlon Potsdam heranzukommen, die diesmal nicht zu schlagen waren und auch verdient Erster geworden sind. Ich freue mich ganz besonders über Anna-Maria Mazzetti, die ihren ersten Sieg in der Bundesliga feiern durfte. Eine außerordentlich starke Leistung bewies auch Justus Nieschlag. So ein Rennen mit einem Top-Starterfeld von vornherein in dieser Form zu dominieren, war schon eine Klasse für sich!“

Das nächste Rennen der 1. Bundesliga findet am Sonntag, 21. Juli, im malerisch gelegenen Tübingen statt. Das EJOT Team würde sich dort natürlich über möglichst viel Unterstützung aus dem Siegerland freuen. Auch in Düsseldorf feuerten Sponsoren und Fans, darunter auch der 1. Vorsitzende des TV Germania Buschhütten, Olaf Kohn, das Siegerländer Team lautstark an.

Mit dabei am Neckar ist auf jeden Fall wieder der von Heiner Stötzel beschaffte neue und extrem praktische Bollerwagen für Verpflegung aller Art, der bei seinem ersten Einsatz in Düsseldorf dem Support-Team die Arbeit bereits wesentlich erleichterte.

Die Ergebnisse von Düsseldorf und der Blick auf die Gesamtwertung:
Einzelwertung Herren:
1. Justus Nieschlag (GER, EJOT Team TV Buschhütten) 54:41 Minuten
2. Richard Murray (RSA, EJOT Team TV Buschhütten) 55:07 Minuten
3. Dario Chitti (ITA, WMF BKK-Team AST Süßen) 55:26 Minuten
25. Franz Löschke (GER, EJOT Team TV Buschhütten) 57:28 Minuten
30. Maximilian Sperl (GER, EJOT Team TV Buschhütten) 57:58 Minuten
38. Domen Dornik (SLO, EJOT Team TV Buschhütten) 58:28 Minuten

Teamwertung Herren:
1. Triathlon Potsdam, Platzziffer 27, 20 Punkte
2. EJOT Team TV Buschhütten, Platzziffer 58, 19 Punkte
3. REA Card Triathlon Team TuS Griesheim, Platzziffer 79, 18 Punkte

Teamwertung Herren nach 2 von 4 Rennen:
1. Triathlon Potsdam, 39 Punkte, Platzziffer 67
2. EJOT Team TV Buschhütten 39 Punkte, Platzziffer 96
3. REA Card Triathlon Team TuS Griesheim, 34 Punkte, Platzziffer 180

Einzelwertung Damen:
1. Anna Maria Mazzetti (ITA, EJOT Team TV Buschhütten) 1:02:14 Stunden
2. Emma Jeffcoat (AUS, EJOT Team TV Buschhütten) 1:02:25 Stunden
3. Olivia Mathias (GBR, Triathlon Potsdam) 1:02:50 Stunden
5. Yuliya Yelistratova (RUS, EJOT Team TV Buschhütten) 1:03:21 Stunden
14. Klaudia Sebök (HUN, EJOT Team TV Buschhütten) 1:04:35 Stunden

Teamwertung Damen:
1. EJOT Team TV Buschhütten, Platzziffer 8, 20 Punkte
2. ProAthletes KTT 01 (Köln), Platzziffer 31, 19 Punkte
3. SSF Bonn Team artegic, Platzziffer 36, 18 Punkte

Teamwertung Damen nach 2 von 4 Rennen:
1. EJOT Team TV Buschhütten, 40 Punkte, Platzziffer 14
2. Triathlon Potsdam, 36 Punkte, Platzziffer 63
3. ProAthletes KTT 01 (Köln), 33 Punkte, Platzziffer 97

Weitere Infos wie immer online auf www.ejot-team.de.

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