Drohnen-Pilotprojekt Kodrona startet in die nächste Phase

(wS/red) Siegen 09.02.2021 | Medizin-Drohnen im Demo-Betrieb zwischen Kliniken

Das Siegener Pilotprojekt „Kodrona“ zum Einsatz medizinischer Drohnen-Shuttles im innerstädtischen Luftverkehr geht in die nächste Phase: Nach der ersten, vom Bund geförderten und erfolgreich abgeschlossenen Machbarkeitsstudie für den zukünftigen automatisierten Transport von Labor- und Blutproben per Transport-Drohne soll nun der Demonstrationsbetrieb folgen, um die Alltagstauglichkeit zu testen.

Ziel von „Kodrona“ – abgekürzt für „Kooperative Drohnentechnologie und Anwendungen zur medizinischen Versorgung“ – ist es, einen Regelverkehr in der Luft zwischen der DRK-Kinderklinik auf dem Wellersberg und dem Kreisklinikum in Weidenau aufzubauen und so unter anderem Transportwege zu verkürzen. Für die Förderung der zweiten Phase sind Förderanträge gestellt, das Konsortium befinde sich im Austausch mit den Ministerien und dem Fördermittelgeber, teilt die städtische Wirtschaftsförderung mit, die bei der Stadt Siegen das Projekt verantwortet.

Die Machbarkeitsstudie umfasste unter anderem die luftfahrtrechtliche Genehmigung, die Erstellung der technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für den Transport (Drohnenplattformen) und die Analyse und Erstellung der Start- und Landeinfrastruktur. „Relevant für einen sicheren Flugbetrieb ist die Integration von Drohnen in den unteren Luftraum als Teil der urbanen Wirtschaftsverkehre und die Entwicklung von Technologien zur Kollisionsvermeidung von Drohnen mit anderen Luftfahrtteilnehmern, Gebäuden oder Freileitungen“, sagt Thomas Runge, Leiter der Wirtschaftsförderung.

Hierzu hat die Stadt Siegen mit der Firma Guntermann und Drunck ein Leitstandskonzept entwickelt. Von hier aus werden die Drohnen sicher im Luftkorridor navigiert, die Kommunikation aller Beteiligten läuft dort in einem „Remote Tower“ zur Fernüberwachung zusammen. Mit der Deutschen Telekom wurde eine Strategische Partnerschaft geschlossen, um die Mobilfunktechnik zur Umsetzung eines sicheren Flugbetriebs in Siegen zu erproben.

„Die zweite Phase umfasst den Praxistest, den Demo-Betrieb, und die Anpassung an die neue EU-Drohnenverordnung, die seit dem 1. Januar dieses Jahres in Kraft ist“, sagt Dominik Eichbaum von der städtischen Wirtschaftsförderung. Das reine automatisierte und programmierte Fliegen außerhalb der Sichtweite des Piloten (BVLOS) stelle keine grundlegende Herausforderung mehr dar. Anders sieht es bei der Flugüberwachung aus, die im unteren Luftraum derzeit noch ungelöst ist sowie in der Entwicklung von Kommunikationstechnik und Schnittstellen zwischen den Fluggeräten und den Luftverkehrsteilnehmern aufgrund neuer gesetzlicher Anforderungen.

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