Ungewöhnliches Duo begeistert: Spirituelle Tiefe und Tango-Rhythmen im Dialog der Tasteninstrumente

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(wS/hml) Siegen 19.01.2026 | Unter dem Motto „Zwischen Himmel und Erde“ erklang am vergangenen Sonntag in St. Joseph geistliche und weltliche Musik in einer ungewöhnlichen Besetzung aus zwei Tasteninstrumenten: Dr. Maik Hester (Akkordeon, E-Piano) und Daphne Tolzmann (Flügel) spielten Werke aus der Barockzeit über die Klassik bis hin zur Moderne und das Akkordeon, das die deutschen Landesmusikräte zum „Instrument des Jahres 2026“ gekürt haben, wurde in seiner klanglichen Vielfalt vorgestellt.


Zu Beginn spielten die beiden Musiker das bekannte „Air“ aus der Suite D-Dur von Johann Sebastian Bach, gefolgt vom Siciliano aus der Sonate Es-Dur, in dem das Akkordeon die Solostimme übernahm und sich deutlich gegen den Klang des Flügels aufgrund seiner warmen und vollen Tongebung abheben konnte. Mit der 3-sätzigen Sonate in G-Dur von John Stanley blieben die beiden Musiker im Barockzeitalter. Auch hier war das Akkordeon, dessen Metallzungen Ähnlichkeiten haben mit denen der Zungenpfeifen einer Orgel, im Zusammenspiel mit dem Flügel gut tragfähig und transparent im halligen Kirchenraum zu hören. Anschließend erklang in einer eindrucksvollen Interpretation und perfektem Zusammenspiel von Akkordeon und Flügel das durch seine häufige Verwendung als Filmmusik berühmte Adagio in g-Moll, das fälschlicherweise dem Barock-Komponisten Tommaso Albinoni zugeschrieben wird, aber in Wirklichkeit aus der Feder von Remo Giazotto (1910-1998) stammt.

Es war erstaunlich, was für eine dynamische Bandbreite Maik Hester seinem Instrument entlocken konnte, immer gefühlvoll und sensibel begleitet von Daphne Tolzmann am Flügel. In der Kombination Flügel und E-Piano, das Maik Hester zusätzlich mitgebracht hatte, erklang der 1. Satz aus der „Kleinen Nachtmusik KV 525“ von W. A. Mozart in einer Bearbeitung für 4 Hände sowie die „Trois morceaux en forme de poire“ von Erik Satie, einem Wegbereiter für zeitgenössische Musik, der insbesondere durch seine Klavierstücke „Gymnopédies“ bekannt geworden ist.

Im letzten Teil des Konzertes wurden von dem argentinischen Komponisten und Bandoneon- Spieler Astor Piazzolla vier sehr unterschiedliche Stücke für Akkordeon und Flügel musiziert, die aber allesamt rhythmische oder melodische Elemente des Konzert-Tangos, der von Piazzolla entwickelt wurde, enthielten: Ave Maria, Las Ciudades, Balada para un loco und Resurrección del Ángel. Das Publikum erklatschte sich nach diesem abwechslungsreichen und von Dr. Hester interessant moderierten Konzert noch eine tänzerische Zugabe.

Bericht: Helga Maria Lange

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