(wS/red) Kreuztal, 26.02.2026 | 17 Paraden, 44 % Quote, nur 8 Gegentore in Halbzeit 2 – jetzt wartet Großwallstadt
Gestern Abend hat der TuS Ferndorf sein viertes Rückrundenspiel in der 2. BL absolviert. Zu Gast in der Stählerwiese war der bisher sieglose HC Oppenweiler Backnang, der die Rote Laterne mit 2:40 Punkten schon seit Saisonbeginn übernommen hat.
Ferndorfs Rückrundenstart sah folgendermaßen aus: Sieg, Sieg, Unentschieden, Sieg, wobei beim Unentschieden noch das Ergebnis des Sportgerichts aussteht. Aber da sieht alles nach 100 % Wiederholungsspiel in Hagen aus und wer da gewinnt, steht in den Sternen, vielleicht wird es wieder ein Remis?
Ja, der gestrige Abend sah den TuS Ferndorf als Sieger. Mit dem 28:23 erledigten sie ihre Aufgabe gegen HC Oppenweiler Backnang mit Bravour, verbesserten sich auf Tabellenplatz 12 und haben somit 8 Punkte Abstand zum ersten Abstiegsplatz, den schon seit längerer Zeit die HSG Krefeld anführt.
Wer sich das Spiel angeschaut hat, wird sicher, wie auch ich, denken, dass die Oppenweiler nicht unbedingt wie ein Tabellenletzter spielen. Sie haben gute Rückraumschützen und auch ihre Abwehr machte keinen schlechten Eindruck. Man muss auch resümieren, dass der TuS Ferndorf die bessere Mannschaft war. Dass es zwischenzeitlich immer wieder mal eng wurde, lag an den kleinen Fehlern der Ferndorfer, die da Fehlwürfe und technische Fehler heißen. Man kann auch nicht von einem Spiel auf Augenhöhe reden, denn das war es nicht, trotzdem kann man es als Kampfspiel bezeichnen.

Der HCOB ging gleich mit 0:2 in Führung, denn die Abstimmung in der TuS Abwehr klappte noch nicht so wirklich und in der Folge kam Oppenweiler immer wieder zu schnellen und einfachen Gegentoren. Und bevor es brenzlig zu werden schien, stand da immer ein gut sortierter Filip Baranasic über 60 Minuten im Ferndorfer Kasten, der in der 1. HZ den Gästen 8 Dinger wegfischte. Die spielbestimmende Mannschaft blieb aber Ferndorf, die Leistungen waren sehr gut und Ceven Klatt war nach dem Match voll des Lobes.
Man ließ die Gäste nicht mehr so agieren, wie sie es gerne gewollt hätten, so warfen sie zwischen der 6. und 16. Minute nur 3 Tore. In der 6. Minute führte Oppenweiler noch mit 4:7, das war schon eine Ansage, die einen stutzen ließ. Ceven und seine Jungs wollten nichts anbrennen lassen und in dieser 16. Minute lag der TuS mit 11:10 in Front, es war die erste Führung in diesem Spiel.
Aber Oppenweiler hatte ja nichts zu verlieren und so spielten sie auch, „frisch, fromm, fröhlich und frei“, wie es so schön heißt. In Zahlen heißt das 11:12, 12:13, gefolgt von besser sortierten Ferndorfern mit ihrem 14:13, 15:14, 16:14, 16:15 und dem Halbzeitstand von 17:15. Es war die perfekte Halbzeit für den TuS, denn von 23 Würfen erreichten 17 ihr Ziel, das entspricht einer Wurfquote von 74 %.
Ceven Klatt hat über 60 Minuten fleißig durchgewechselt und so bekam auch Philip Würz seine ersten Einsatzminuten, erzielte aber leider noch kein Tor. Er war aber, wie auch Daniel Hideg, noch grippal angeschlagen. Wenn man bedenkt, dass zudem noch 5 weitere Spieler nicht einsatzfähig sind, ist das Ganze ein perfekter Rückrundenstart. Hätte das im Dezember jemand prophezeit, hätte man ihn dafür belächelt.
Ich gönne es auch Ceven Klatt, der in der Vergangenheit im medialen Bereich teils ganz schön angegangen wurde. Richtige Fans halten sich da meist zurück bzw. sollten es tun.

Der Start in die 2. HZ war ziemlich holprig. Man verzettelte sich in technische Fehler und in Fehlwürfe, Pässe kamen nicht an und die Konzentration war teilweise im Keller. Es gab etliche Szenen, in denen man mit einem Abschluss gerechnet hat, der Ball wurde dann aber zum Gegenspieler gepasst und erreichte ihn manchmal gar nicht. Aber ins gleiche Horn bliesen auch die Gäste, doch ihre Phase hielt länger an. Beim TuS hatte man sich in den letzten 15 Minuten wieder aufs Spiel konzentriert und die Regie übernommen.
Wenn man zurückblickt zum Beginn der 2. HZ, stellt man fest, dass Ferndorf zwischen der 30. und 45. Minute nur 3 Treffer erzielte, das war definitiv zu wenig. War aber gewiss auch dem sehr schnellen Spiel geschuldet, das beiden Mannschaften einiges abverlangte.

Ein Spieler ragte aber beim TuS heraus, es war der 19-jährige Neuzugang Finn Scharnweber. Er knallte den Gästen völlig humorlos 4 Kracher von außen ins Netz, dabei die ganz wichtigen 26:23 und auch den Schlusstreffer zum 28:23. Danke Finn. Torschützenkönig wurde in diesem Match wie schon öfter Josip Eres, der mit 8 Würfen 7 Treffer erzielte, 4 Stück davon von der Siebenmetermarke.
Man of the Match wurde Filip Baranasic, der mit seinen 17 Paraden eine Traumquote von 44 % erreichte. Alle Spieler haben zu diesem auch in der Höhe verdienten Sieg beigetragen und der Weg, den unsere Jungs gehen, ist genau der Richtige. Denn man sieht Veränderungen im Spiel, die sich von Spiel zu Spiel steigern, kleine, aber wichtige Schritte sind es.

Die Abläufe zum Beispiel in der Abwehr erscheinen durchdachter, zum Beispiel Capitano Mattis Michel, Gabi Viana, Valentino Duvancic, aber auch Neuzugang Sören Servos machen da einen guten Job. Das Einzige, was zählt, sind die 2 Punkte, die den Klassenerhalt immer mehr sichern. Wenn dazwischen irgendetwas nicht so wirklich funktioniert, aber das Endergebnis stimmt, dann ist das so, dann wird es im nächsten Spiel halt besser gemacht.
Wie vielen der Zuschauer war bewusst, dass Oppenweiler in der 2. HZ nur 8 Tore erzielt hat? Das ist einer starken Abwehr einschließlich Filip Baranasic im Tor zu verdanken. 4 Spieler hatten keinen Fehlwurf, 4 weitere hatten nur 1 Fehlwurf, das sind tolle Steigerungen. Insgesamt gab es 13 Fehlwürfe und 15 technische Fehler. Fehlwürfe sind die Würfe, die das Tor verfehlen oder die der Torwart abwehrt. Technische Fehler sind Fehler, bei denen der Gegner meist den Ball bekommt und ihn zu Gegentoren ummünzen kann.
Oppenweiler hatte zum Beispiel 20 Fehlwürfe, 3 davon verfehlten ihr Ziel, denn Filip im Kasten hatte 17 Paraden, macht zusammen 20. Oppenweilers Keeper Janis Boieck kam nur auf 9 Paraden.

In den Torhüterparaden der 2. BL liegt der TuS Ferndorf mit 265 Paraden auf Platz 3, das sind 30,74 %. Vor ihnen liegt Nordhorn Lingen mit 266 Paraden und 30,97 % auf Platz 2 und die SG BBM Bietigheim mit 265 Paraden und 32,00 % auf Platz 1.
Wir befinden uns da also in einem illustren Kreis und darauf können wir stolz sein. Warten wir ab, was die Zukunft bringt, und geben wir Ceven und seinen Jungs auch die Möglichkeit, sich zu beweisen. Ja, wir werden auch Spiele verlieren, aber das ist in jeder Sportart so und genau dann braucht die Mannschaft Unterstützung von der Tribüne.
Das hat gegen Oppenweiler ganz gut funktioniert und wenn es dann auch mal leiser war, wurde man von Hallensprecher Kai Brückmann nett daran erinnert. 😉 8 Trommler der Ferndorfer Füchse und die „Brigade C“ gaben alles zur Unterstützung und sie sind nun mal das Salz in der Suppe.

Nun scharren schon alle mit den Füßen und freuen sich auf das letzte Spiel der Englischen Woche. Das führt den TuS am Sonntag, den 01. März 2026, zum TV Großwallstadt. Anwurf in der Untermainhalle in Elsenfeld ist am Sonntag um 17:00 Uhr.
Spielbericht: Peter Trojak
Collage: Andreas Domian
Bilder: Heiko Burbach
Tor: Filip Baranasic 17 Paraden
Torschützen: Josip Eres 7/4, Finn Scharnweber 4, Hampus Dahlgren 3, Daniel Hideg, Gabriel Viana, Marvin Mundus, Julius Fanger, Mattis Michel und Sören Servos je 2, Nico Schnabl und Valentino Duvancic je 1

Stimmen zum Spiel:
JOSIP ERES: Das Tempo war sehr hoch, wir sind viel gelaufen, aber der Gegner hat auch gutes Tempo gemacht, der war echt gut. Wir haben dann unser Level ein wenig höhergeschraubt und das hat dann am Ende den Unterschied gemacht. Der Rückraum des Gegners war heute sehr gut, das Wichtigste ist aber, dass wir diese 2 Punkte ins Sonntagsspiel mitnehmen.
FILIP BARANASIC: Am Anfang war’s gefühlt etwas schwerer, aber wir sind dann immer besser reingekommen. Von Minute zu Minute lief es stabiler. In der zweiten Halbzeit war es deutlich besser, ich im Tor und die Abwehr davor, das hat richtig gut funktioniert, dadurch wurde es für mich auch einfacher. Am Ende waren es 60 Minuten Einsatz, aber das Wichtigste sind die zwei Punkte.
CEVEN KLATT: Ich fange mal mit dem Ergebnis an, denn mit dem 28:23, also +5 bin ich sehr zufrieden, heute ohne Phantom-Tor. 😉 Es sind die nächsten 2 Punkte, die wir holen und wir sind weiter ungeschlagen im Jahr 2026. Es war für mich ein Stück weit das erwartete Abnutzungsspiel gegen Oppenweiler an einem Mittwochabend in einer englischen Woche. Ich habe versucht, sehr, sehr viel zu wechseln, musste aber auch bei dem ein oder anderen wechseln, weil er einfach grippal oder mit Magen-Darm-Infekt angeschlagen war und das hat man auch im Spielfluss gemerkt, der uns dadurch ein Stück weit verloren ging.
Ich bin mit der Abwehr in der Anfangsphase nicht zufrieden, denn so, wie wir uns präsentierten haben wir Oppenweiler zu einfachen Toren eingeladen. Wir wollten die Fernwürfe in der Art und Weise nicht zulassen, aber da haben wir uns in der 2. HZ deutlich gesteigert. Ich bin aber zufrieden mit dem Tempospiel der 1. HZ, darüber finden wir immer wieder gute Antworten. Ich glaube auch, dass das ein Stück weit die Basis war, dass Oppenweiler in der 2. HZ abbaute, da sie da auch physische Probleme bekommen. Und irgendwo kam dann auch dieser Punkt, wo sie keine Lösung mehr gegen unsere Abwehr finden. Ich finde, wir haben heute mit Filip Baranasic über 60 Minuten einen guten Torhüter gehabt, der am Ende 17 Bälle hält. Ansonsten war es für uns ein Arbeitssieg und es war wichtig, dass wir die 2 Punkte geholt haben.
JULIUS FANGER: Ich glaube, das war nicht unser schönstes Spiel, aber wahrscheinlich einer unsere höchsten Siege in der Saison. Von daher können wir am Ende zufrieden sein mit den 2 Punkten, mit der Art und Weise aber vielleicht nicht unbedingt.
Ich finde, wir hatten in der 1. HZ eigentlich einen guten Angriff und eine schlechte Abwehr, was für uns eigentlich ungewöhnlich ist. In der 2. HZ war es dann andersrum, was uns dann auch den Sieg gebracht hat. Wir hatten wieder eine supertolle Torhüterleistung, aber auch die Würfe zugelassen, die wir wollten.
















