(wS/tg) Netphen 18.04.2026 | Das Josefsheim platzte am 15. April aus allen Nähten: Nach einer achtjährigen Unterbrechung luden die Verantwortlichen zur ersten Bürgerversammlung seit der Kommunalwahl 2025. Unter der Leitung des neuen Ortsvorstehers Reinhold Weber (Freie Wähler) diskutierten die Bürger intensiv über die Zukunft ihres Dorfes und die finanzielle Lage der Stadt Netphen.
Finanzielle Sorgen und klare Prioritäten
Bürgermeister Marco Müller, der sich erstmals offiziell in Eckmannshausen vorstellte, fand deutliche Worte zur wirtschaftlichen Situation der Kommune. „Das Geld sitzt nicht mehr so locker“, betonte Müller mit Blick auf die prekäre Haushaltslage. Fast 40 % der städtischen Einnahmen fließen als Kreisumlage an den Kreis Siegen-Wittgenstein – ein massiver Posten, der den Spielraum der Stadt stark einschränkt.
Dennoch wolle man nicht am falschen Ende sparen: Investitionen in marode Schulen, Kindergärten, die Stadtentwicklung und die Feuerwehr stünden weiterhin ganz oben auf der Prioritätenliste.
Fokus auf Sicherheit und Infrastruktur
Ortsvorsteher Reinhold Weber legte in seinen Ausführungen den Finger in die Wunde der lokalen Infrastruktur. Der schlechte Zustand der Dorfstraßen sei bereits Thema in Gesprächen mit dem Bauamt. Ein besonderes Anliegen ist Weber die Sicherheit der Jüngsten: Er steht derzeit in Verhandlungen mit Straßen.NRW, um Teile der L 728 in Tempo-30-Zonen umzuwandeln und so den Schul- und Kindergartenweg sicherer zu gestalten.
Gute Nachrichten gab es für die Kunstfreunde im Dorf: Die markante, von einem Künstler gestaltete Stützmauer soll in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben. Auch beim Thema Winterdienst gelobte die Stadt nach Kritik aus der Bürgerschaft Besserung.
Ein Dorf rückt zusammen: Vereine und Ehrenamt
Für Weber steht das Miteinander im Zentrum seiner Amtszeit. „Ein gutes Miteinander der Ortsvereine und eine positive Zukunft für Jung und Alt liegen mir besonders am Herzen“, so der Ortsvorsteher. Konkrete Projekte wie der geplante Mehrgenerationenplatz werden derzeit gemeinsam mit dem Bürgerverein und der Stadt abgestimmt.
Das Dorfleben nimmt bereits Fahrt auf:
- 30. April 2026: Traditionelles Aufstellen des Maibaums.
- 11. Juli 2026: Großes Dorffest mit Livemusik.
Politische Neuausrichtung der Freien Wähler
Im anschließenden Pressegespräch zeigten sich Reinhold Weber und seine Fraktionskollegen Thorsten Görg und Karsten Günzel kämpferisch. Man habe „wieder Spaß an der Politik gefunden“ und wolle sicherstellen, dass auch die kleineren Ortschaften in Netphen nicht vergessen werden.
Die Freien Wähler kündigten an, Entscheidungen des Bürgermeisters künftig kritischer zu hinterfragen statt sie nur „abzunicken“. Ihr Ziel: Mehr Bürgerbeteiligung und eine stärkere Unterstützung des Ehrenamts. „Ohne das Ehrenamt läuft in Netphen vieles nicht mehr – das ist die Realität“, so das abschließende Resümee des Abends.

Foto: T. Görg
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