(wS/drk) Siegen 16.6.2026 | Pünktlich zum Tag des Sonnenschutzes am 21. Juni erinnert die DRK-Kinderklinik Siegen an einen wichtigen Grundsatz: Kinder brauchen im Sommer konsequenten Schutz vor UV-Strahlung. Denn während Spielen und Toben im Freien für die Entwicklung wichtig sind, birgt die Sonne gerade für Kinderhaut erhebliche Risiken.
„Der richtige Sonnenschutz ist immens wichtig. Er vermeidet akute Sonnenbrände und auch chronische Hautschäden bei Kindern“, betont Dr. Gebhard Buchal, Chefarzt Pädiatrie an der DRK-Kinderklinik Siegen. „Sonnenschutz der Kleinen ist gezielte Primärprävention. Schließlich erhöht jeder Sonnenbrand im Kindesalter das Risiko von Hautkrebs im Erwachsenenalter wesentlich.“
Warum Kinderhaut besonders gefährdet ist
Bewegung an der frischen Luft ist für die körperliche Entwicklung wichtig und unterstützt die Bildung von Vitamin D. Gleichzeitig ist die Haut von Kindern deutlich empfindlicher als die von Erwachsenen: Sie produziert weniger schützende Pigmente und kann Schäden durch UV-Strahlung nur begrenzt reparieren.
Hinzu kommt, dass Kinder ihren Wärmehaushalt noch nicht vollständig regulieren können. Sie schwitzen weniger als Erwachsene, benötigen jedoch verhältnismäßig mehr Flüssigkeit. Das macht sie besonders empfindlich gegenüber starker Sonneneinstrahlung und Hitze.
Was Eltern tun sollten: Sonnenschutz, Kleidung, Schatten
Wer Kinder länger draußen spielen lässt, sollte auf eine Kombination verschiedener Schutzmaßnahmen setzen. Kindgerechte Sonnenschutzmittel mit mindestens Lichtschutzfaktor 30, leichte langärmelige Baumwollkleidung, Kopfbedeckungen mit Gesichts- und Nackenschutz sowie schattige Aufenthaltsorte bieten gemeinsam den besten Schutz. Für besonders lichtempfindliche Kinder kann zudem spezielle UV-Schutzkleidung sinnvoll sein.
Für Säuglinge unter einem Jahr gilt eine klare Regel: Direkte Sonneneinstrahlung sollte grundsätzlich vermieden werden. „Die Haut von Babys ist noch sehr dünn und der natürliche UV-Eigenschutz entwickelt sich erst in den ersten Lebensjahren“, erklärt Buchal.
Die intensivste Sonnenzeit meiden
Eltern sollten außerdem die Tageszeit im Blick behalten: Mehr als 80 Prozent der täglichen UV-Strahlung treffen zwischen 11 und 16 Uhr auf die Erde. Wer die direkte Mittagssonne meidet, reduziert das Risiko eines Sonnenbrandes erheblich.
Für Schulkinder gibt es dabei eine einfache Eselsbrücke: „Schulkindern kann man die sogenannte Schattenregel leicht vermitteln: Spiel nicht in der prallen Sonne, solange dein Schatten kleiner ist als dein Körper“, erläutert Buchal.
Was tun, wenn es doch passiert ist?
Kommt es dennoch zu einem Sonnenbrand, ist schnelles Handeln gefragt. Das betroffene Kind sollte sofort aus der Sonne geholt und an einen kühlen, schattigen Ort gebracht werden. Bei leichten Beschwerden helfen feuchte Umschläge sowie kühlende, für Kinder geeignete Lotionen und Gels. Ausreichend Trinken ist ebenfalls wichtig.
Bei stärkeren Verbrennungen oder einem beeinträchtigten Allgemeinzustand sollte umgehend eine Kinderarztpraxis aufgesucht werden. „In keinem Fall dürfen bei einem starken Sonnenbrand entstandene Bläschen geöffnet werden, da dies das Risiko für Entzündungen erhöht“, warnt der Chefarzt ausdrücklich.
In schweren Fällen kann sogar eine stationäre Behandlung notwendig werden. „Gegebenenfalls ist eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr oder eine spezielle Verbrennungsbehandlung erforderlich. Entscheidend ist außerdem, dass Kinder erst dann wieder der Sonne ausgesetzt werden, wenn die Haut vollständig ausgeheilt ist“, so Buchal.
Über die DRK-Kinderklinik Siegen
Die DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH ist eine Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes mit 158 Betten im stationären Bereich. Im vergangenen Jahr wurden dort rund 6.900 Patienten stationär und fast 76.000 Patienten ambulant versorgt. Knapp 1.300 Mitarbeiter – darunter Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen und Therapeuten – sorgen für eine umfassende medizinische und therapeutische Betreuung.
Weitere Informationen unter: www.drk-kinderklinik.de

DRK-Kinderklinik Siegen / Der richtige Sonnenschutz ist immens wichtig. Er vermeidet akute Sonnenbrände und chronische Hautschäden bei Kindern. Foto: DRK
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