Autoshop Netphen: Nachfolger von Peter Nies setzt auf Wachstum und Elektromobilität

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(wS/cdu) Netphen 01.08.2026 | Der legendäre Netphener Autoshop des verstorbenen Firmengründers Peter Nies hat eine Zukunft. Diesen Eindruck vermittelte der neue Geschäftsführer Hartmut Becker den Mitgliedern der CDU Netphen bei ihrem Besuch im Rahmen der Sommerbereisung. Es war der zweite Teil der diesjährigen Tour, der dritte Teil ist für den 11. August geplant.

Mit 22 Beschäftigten, von denen ein Großteil als Saisonkräfte tätig ist, sorgt der Betrieb im Gewerbegebiet Richtung Deuz täglich dafür, dass zahlreiche Fahrzeuge schnell und zuverlässig wieder auf die Straße kommen. In der Kundenkartei sind rund 8.000 Fahrzeuge erfasst. Täglich befinden sich etwa 150 Fahrzeuge auf dem Betriebsgelände, die auf Ersatzteile, eine Inspektion oder andere Reparaturarbeiten warten. Besonders in den Stoßzeiten des Reifenwechsels herrscht Hochbetrieb: Dann werden bis zu 40 Reifensätze pro Tag gewechselt.

Sieben Gesellen und drei Bürokräfte sorgen gemeinsam für einen reibungslosen Ablauf. Mit dem stetigen Wachstum des Unternehmens wurde auch das Leistungsangebot erweitert. So kann inzwischen an jedem Werktag die Hauptuntersuchung (TÜV) direkt vor Ort durchgeführt werden – ein Service, den längst nicht jede Werkstatt anbieten kann.

Mittlerweile lagern im Betrieb rund 1.100 Sätze Sommer- und Winterreifen. Dadurch können die Reifen bereits Monate vor dem nächsten Wechsel kontrolliert werden. Kunden werden frühzeitig informiert, ob die vorhandenen Reifen noch eine weitere Saison sicher genutzt werden können.

Besonders stolz ist einer der Mitarbeiter auf seinen eigenen Werdegang: Bereits als Schüler begann er beim Firmengründer Peter Nies als Saisonkraft, holte Reifen und kümmerte sich um einfache Arbeiten. Heute gehört er fest zum Team.

Der Autoshop investiert konsequent in den eigenen Nachwuchs. Als Ausbildungsbetrieb werden regelmäßig junge Fachkräfte ausgebildet. Die Auszubildenden absolvieren unter anderem rund zehn Lehrgänge in Arnsberg, die zwar kostenintensiv sind, jedoch wichtige Inhalte vermitteln, die im Werkstattalltag nicht vollständig abgedeckt werden können.

Auch die Elektromobilität spielt eine immer größere Rolle im Betrieb. Zwei Mitarbeiter haben bereits die Qualifikation für Hochvoltfahrzeuge erworben. Dieser sogenannte Hochvoltschein ist Voraussetzung, um Wartungs- und Reparaturarbeiten an Elektrofahrzeugen durchführen zu dürfen. Dafür wurde die Werkstatt entsprechend ausgestattet: Ein spezieller Arbeitsbereich bietet ausreichend Platz für Elektrofahrzeuge und erfüllt alle vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem spezielle Rettungs- und Isolierwerkzeuge, mit denen im Ernstfall auch Personen sicher aus einem unter Spannung stehenden Fahrzeug befreit werden können.

Für die Zukunft sind weitere Investitionen geplant. Zunächst soll ein zusätzlicher Arbeitsplatz mit Hebebühne entstehen. Langfristig kann sich Geschäftsführer Becker sogar vorstellen, innerhalb Netphens an einen größeren Standort umzuziehen, um dem weiteren Wachstum des Unternehmens gerecht zu werden.

Auf die Frage, ob sämtliche Automarken repariert werden können, fiel die Antwort ehrlich aus. Grundsätzlich sei dies möglich, erklärte Becker. Allerdings benötige nahezu jeder Hersteller eigene Spezialwerkzeuge, Diagnosesoftware und Schaltpläne, die kostenpflichtig erworben werden müssen. „So viel Platz haben wir gar nicht, um alles auf Lager zu legen“, sagte Becker mit einem Schmunzeln. Dabei wurde auch Kritik an den Fahrzeugherstellern deutlich: Jeder Hersteller setze auf eigene Systeme und Lösungen. Allein für Softwarelizenzen und Schaltpläne entstehen jährlich Kosten von bis zu 8.000 Euro. Einheitlichere Standards und kompatiblere Ersatzteile würden nicht nur den Werkstätten helfen, sondern letztlich auch den Kunden zugutekommen.

Anders als gewohnt begann der Besuch mit einem gemütlichen Imbiss. Da der Werkstattbetrieb noch auf Hochtouren lief, wurden zunächst Würstchen und Getränke gereicht. So bot sich die Gelegenheit, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Erst nach Feierabend berichtete Geschäftsführer Becker in aller Ruhe über den Betrieb und gab den Gästen interessante Einblicke in die Entwicklung und Zukunft des Unternehmens.

Die CDU Netphen bedankt sich für die Gastfreundschaft und wünscht dem gesamten Team des Autoshops weiterhin viel Erfolg.

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