Susanne Krüger & Tzveta Grebe – Zeitgenössische Kunst in der Bibliothek Kreuztal

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(wS/red) Kreuztal 22.01.2026 | Im Eingangsbereich der Kreuztaler Bibliothek entfaltet sich derzeit eine Ausstellung, die weit mehr ist als ein beiläufiger Kunstbesuch. Wer die Schwelle überschreitet, betritt einen Raum stiller Konzentration, in dem sich zwei künstlerische Positionen begegnen – eigenständig, kraftvoll und doch in bemerkenswerter Harmonie.

Mit Susanne Krüger und Tzveta Grebe präsentieren sich zwei Künstlerinnen, die auf jeweils unterschiedliche Weise zeigen, wie vielschichtig zeitgenössische Kunst aus der Region sein kann. Ab sofort ist für eine begrenzte Zeit eine Auswahl ihrer Werke in Kreuztal zu erleben – unmittelbar, nahbar und bewusst außerhalb klassischer Galerieräume.

Susanne Krüger steht für eine Malerei von großer Präzision und Tiefe. Ihre Bilder wirken auf den ersten Blick gegenständlich, fast vertraut – und entfalten doch bei längerem Betrachten eine stille Komplexität. Mit feinsten Pinseln, Tuschefedern und einer beeindruckenden technischen Bandbreite – von Aquarell über Gouache bis zur Ölmalerei – erschafft sie Bildwelten, die zwischen Realismus, Surrealismus und leiser Poesie pendeln.
Ihre Motive erzählen von Orten der Kindheit, von Sehnsucht und von imaginären Landschaften, die weniger geografisch als emotional verortet sind. Es sind Bilder, die Zeit brauchen – und Zeit schenken. Krügers Arbeiten entstehen oft über Wochen hinweg, Schicht für Schicht, getragen von der Idee eines harmonischen Miteinanders von Mensch und Natur.

Susanne Krüger – Künstlerin aus Wilnsdorf

Tzveta Grebe bringt eine andere, ebenso faszinierende Energie in die Ausstellung ein. Ihre künstlerische Sprache ist geprägt von Material, Farbe und Bewegung. Malerei, Seidenmalerei, Textilkunst, Webarbeiten und Wandmalerei gehen bei ihr fließend ineinander über. Grebes Werke wirken offen, experimentell und zugleich tief verwurzelt in einer fundierten akademischen Ausbildung.
Ihre Arbeiten leben von Spannung: zwischen Fläche und Raum, zwischen Struktur und Emotion. Man spürt den internationalen Hintergrund ebenso wie die langjährige Auseinandersetzung mit Kunst im öffentlichen Raum. Grebes Kunst fordert nicht laut – sie zieht an.

Tzveta Grebe – Künstlerin aus Kreuztal

Dass diese Ausstellung ausgerechnet im Foyer der Bibliothek stattfindet, erweist sich als Glücksfall. Kunst und Wissen, Bild und Buch, Begegnung und Verweilen – all das greift hier ineinander. Die Werke sind bewusst niedrigschwellig präsentiert und laden dazu ein, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern zu erleben.

Besonders erfreulich: Vor Ort finden Interessierte direkte Kontaktmöglichkeiten zu beiden Künstlerinnen. Wer sich intensiver mit den Arbeiten beschäftigen oder ein Werk erwerben möchte, erhält alle Informationen inklusive Preisen direkt in der Bibliothek.

Diese Ausstellung ist kein Pflichttermin – sie ist eine Einladung. An alle, die sich überraschen lassen wollen. An alle, die Kunst nicht nur sehen, sondern fühlen möchten. Und an alle, die wissen, dass große Kunst nicht zwingend große Räume braucht.

Kunst ist kein Gegenstand, den man beiläufig passiert. Kunst ist ein Angebot – zur Auseinandersetzung, zur Verlangsamung, zum Innehalten. Sie beginnt dort, wo der Alltag für einen Moment verstummt und etwas in uns berührt wird, das sich nicht in Worte fassen lässt.

Begeisterung für Kunst entsteht nicht durch Erklärungen oder Regeln, sondern durch Begegnung. Durch das stille Verweilen vor einem Werk, durch das Entdecken von Details, durch das Erspüren von Farben, Formen und Stimmungen. Gute Kunst verlangt keine Vorkenntnisse – nur Offenheit.

Gerade in den hier gezeigten Arbeiten wird sichtbar, wie viel Liebe, Hingabe und Zeit in jedem einzelnen Werk steckt. Wochen, manchmal Monate intensiver Auseinandersetzung, des Zweifelns, Verwerfens und Neubeginnens verdichten sich zu einem Bild, zu einer Oberfläche, zu einer Komposition. Jede Linie, jede Farbschicht ist bewusst gesetzt – nichts ist zufällig, auch wenn es spielerisch wirkt.

Kunst bedeutet auch Verantwortung: die Verantwortung, Gefühle sichtbar zu machen, Gedanken zu teilen und innere Welten nach außen zu tragen. Sie ist Ausdruck eines gelebten Lebens und zugleich Einladung an andere, sich darin wiederzufinden oder bewusst zu widersprechen.

In einer Zeit, die von Geschwindigkeit und Reizüberflutung geprägt ist, wird Kunst zu einem stillen Gegenpol. Sie schenkt Lebensfreude, Tiefe und Bedeutung. Sie ist kein Luxus – sie ist ein Stück Menschlichkeit. Etwas Besonderes, das bleibt, lange nachdem man den Raum verlassen hat.

Die Ausstellung in der Kreuztaler Bibliothek macht genau das erlebbar. Sie zeigt, dass Kunst nicht laut sein muss, um stark zu wirken. Und dass wahre Qualität dort entsteht, wo Leidenschaft, Erfahrung und Authentizität zusammenfinden.

Stadt Kreuztal · Stadtbibliothek
Marburger Straße 10
57223 Kreuztal

Telefon: 02732 / 51-412

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