(wS/Red) Kreuztal 25.01.2026 | TuS Ferndorf mit guter erster Halbzeit, doch Fehlerquote steigt nach der Pause
Es war der TAG DES HANDBALLS mit mehreren Spielen der Jugendmannschaften und der Zweiten von Ferndorf. Hier die Ergebnisse:
E-1 TuS Ferndorf gegen HSG Lüdenscheid 2: 30:24
D-2 TuS Ferndorf gegen TuS Grünenberg: 18:24
A-Jugend- TuS Ferndorf gegen TV Vreden: 30:37
2. Mannschaft TuS Ferndorf gegen PSV Recklinghausen: 33:12
Nachdem am gestrigen Samstag, am TAG DES HANDBALLS in Kreuztal, ausgerichtet vom VTV Neunkirchen und dem TuS Ferndorf, die Jugendmannschaften und die Zweite des TuS ihre Meisterschaftsspiele absolviert hatten, ging es ans Eingemachte, jetzt waren die ganz Großen dran.
Nicht nur von der Körpergröße, sondern auch von der Ligazugehörigkeit her.
Denn der Zweitligist TuS Ferndorf hatte den Erstligisten HSG Wetzlar zum Schlagabtausch geladen, es sollte für beide Teams ein Testspiel sein, denn die Rückrunde beginnt für die Ferndorfer mit dem schweren Auswärtsspiel in Krefeld.
Für Ceven Klatt und seine Jungs sollte es aber auch so ein kleiner Test sein. Im Vergleich zur absolut mageren Hinrunde wollte Ceven auch sehen, wie weit seine Jungs sind, wie gut sie die spielfreien Tage wegen der EM-Pause überstanden haben und was sie seit dem 12.01. im Training an Leistung gezeigt haben. Wegen der schlechten Hinrunde hatte Klatt seinen Jungs ja „versprochen“, dass jetzt trainiert, trainiert und nochmal trainiert wird, es sollte keine freien Tage mehr geben, auch nicht am Wochenende. Ob er das so durchgezogen hat, wissen wir nicht, aber gestern Abend konnte sich jeder einen Einblick über die Leistung verschaffen.

Erfreulich auch, dass Neuzugang Finn Scharnweber auf Rechtsaußen direkt seine ersten Einsatzzeiten bekam, er soll ja künftig Josip Eres entlasten, der in der Vergangenheit oft bis an seine Leistungsgrenzen gehen musste. Finn gefiel das Ganze so gut, dass er in der 21. Minute direkt sein 1. Tor für seinen neuen Verein warf, er machte insgesamt einen sehr guten Eindruck. Ebenso Max Löher aus der 2. Mannschaft des TuS, er trainiert seit 14 Tagen mit der Mannschaft mit und wir sahen 2 blitzsaubere Tore von ihm.

Erfreulich auch der Satz des Vereins zur Neuverpflichtung von Finn:
„Gemeinsam mit Josip Ereš bildet Finn Scharnweber künftig das Gespann auf der Rechtsaußenposition“. Und da beide Verträge bis 2028 haben, entsteht da vielleicht ein starkes Duo, wir drücken die Daumen.
Zum gestrigen Spiel:
TuS Ferndorf gegen HSG Wetzlar 31:39 (18:21) – Zuschauer: 625
Es war vom Papier her eigentlich eine ungleiche Begegnung, denn Ferndorf spielt in der 2. BL, Wetzlar hingegen in der 1. BL. Brisant wurde diese Begegnung erst durch die Tabellensituation beider Teams. Ferndorf steht auf Platz 15 in der Tabelle und hat nach 17 Spielen 9:15 Punkte, Wetzlar hingegen befindet sich nach 19 Spielen auf dem 1. Abstiegsplatz (Platz 17) mit 7:31 Punkten.
Wetzlar fehlten am gestrigen Abend auch 4 wichtige Spieler, die noch bei der Europameisterschaft im Einsatz sind, beim TuS fehlten sogar 5 Spieler, (Fynn Herzig, Philip Würz, Fabian Hecker, Tom Jansen und Jonas Wilde). Verstärkt wurde unsere Mannschaft durch Neuzugang Finn Scharnweber und Max Löher, sonst hätten wir sogar 7 fehlende Spieler gehabt.

Unter dem Strich konnte man sich dann doch von der Tatsache überzeugen, dass trotz der Tabellensituation beider Teams die HSG Wetzlar letztlich doch zu stark für die Ferndorfer war. Aber es war halt auch NUR ein Testspiel, beide Teams testen, probieren, wechseln hin und her und suchen neue Wege für ein besseres Spiel in ihrem Ligaalltag.
In der 1. HZ hatte man nicht unbedingt den Eindruck, dass hier zwei Teams aus verschiedenen Ligen gegeneinander spielen. Das sah auch HSG-Coach Runar Sigtryggsson so, denn schon nach 16 Minuten haute er auf den Buzzer, es stand 13:11 und das gefiel ihm dann doch nicht.
Die Ferndorfer machten das eigentlich richtig gut und die Hessen hatte da so ihre Problemchen. In dieser 1. HZ sahen wir in Abwehr und Angriff gute Leistungen. Bester Torschütze auf Ferndorfer Seite war Gabriel da Rocha Viana mit 4 Treffern. Erstaunlich die Trefferquote unserer Außenspieler, sie kamen auf 8 Treffer, die Rückraumspieler erzielten ebenso 8 Treffer und die Kreisspieler erzielten 2 Tore.

Trotz alledem gab es Fehlwürfe und technische Fehler, das aber auch auf beiden Seiten. Absolut positiv trat Keeper Filip Baranasic in Erscheinung, er kam in dieser 1. HZ auf 7 Paraden, legte in der 2. HZ noch einen Zahn zu und über 60 Minuten sahen wir insgesamt 17 von uns gezählte Paraden, Chapeau. Es war nicht geplant, das Filip durchspielen würde, Can Adanir war da, hatte aber Kreislaufprobleme, wie uns Ceven Klatt nach dem Spiel erklärte.
Und wer sich gewundert haben sollte, dass man in der 2. HZ Julius Fanger so gut wie gar nicht gesehen hat, dem sei gesagt, dass er sich lt. Ceven Klatt vertreten hat und Probleme mit der „Gesäßmuskulatur“ hatte. Nach dem Spiel ließ uns Julius allerdings wissen, es sei nichts Großes und es wäre wieder alles OK.
Schwierigkeiten bekam Ferndorf vor allem in der zweiten Halbzeit, als der Hessen-Coach seine Abwehr umstellte. Diese Maßnahme bereitete Ceven und seinem Team sichtbar Probleme. Die kompakte Abwehr der Hessen zwang den TuS zu zahlreichen technischen Fehlern und Fehlwürfen. Am Ende standen über 60 Minuten 14 Fehlwürfe und 14 technische Fehler zu Buche. Für ein Ligaspiel wäre das zu viel, bei einem Testspiel wie diesem dürften jedoch andere Maßstäbe gelten.

Und wie oben schon erwähnt, glänzte in der 2. HZ Filip im Tor und ersparte uns eine höhere Niederlage. Es ist bei ihm auffallend, dass er bei Würfen von den Außenspielern eine ganz starke Leistung zeigt.
Nun erwarten die Ferndorfer am kommenden Mittwoch um 18:00 Uhr mit TUSEM Essen einen Ligakonkurrenten, gegen den der TuS noch im Dezember verloren hat. Dann werden andere Maßstäbe gelten.
Noch etwas zu der Szene in der letzten Spielminute, die für Verwirrung sorgte, als Filip Baranasic mit ROT vom Platz musste. Filip hat bei einem Gegenstoß von Wetzlar der Torraum verlassen, hat den Ball abgefangen und nimmt dabei den Kontakt mit einem Gegenspieler in Kauf. Das ist der Regelauslegung eine Rote Karte und deswegen musste er vom Feld.

Torschützen:
Josip Eres 8/2
Gabriel Viana und Julius Meyer-Siebert je 4
Marvin Mundus 3
Max Löher, Daniel Hideg, Mattis Michel, Nico Schnabl und Hampus Dahlgren je 2
Finn Scharnweber und Valentino Duvancic je 1

Torschützen HSG Wetzlar:
Pantel, Hendawy – Grahovac (4), Vistorop (4), Mappes (7), Ahouansou (8), Akakpo (5), Schoch (1), Weimer, Müller (3), Löwen, Zacharias (4), Kirschner (3).
Bericht/Video: Peter Trojak
Fotos: Andreas Domian
Wir haben mal rumgefragt:
JULIUS MEYER-SIEBERT: Insgesamt finde ich, dass es ein gelungener Test war, da das Spiel einige Aufschlüsse gegeben hat. Wir haben eine große Bereitschaft für das Tempospiel gezeigt, sind gut ins Laufen gekommen und hatten über weite Strecken einen guten Rückzug sowie eine sehr gute Torhüterleistung. Auch im Positionsangriff haben wir gute Lösungen gefunden. Besonders Nico hat das aus meiner Sicht sehr gut gemacht, vor allem im Zusammenspiel mit dem Kreis und unseren Halbspielern. In der Abwehr haben uns vor allem Dominik Mappes und Philipp Ahouansou große Probleme bereitet, hier müssen wir sowohl individuell als auch als Kollektiv besser verteidigen. Zudem hatten wir deutlich zu viele einfache Ballverluste, die zum Teil mit einer höheren Risikobereitschaft in einem Testspiel erklärbar sind, in Pflichtspielen in dieser Häufigkeit jedoch nicht vorkommen dürfen.

NICO SCHNABL: Wir hatten uns vorgenommen, gegen Wetzlar ein hohes Tempo zu gehen. Das ist uns über 60 Minuten größtenteils gut gelungen, auch wenn uns ab Mitte der zweiten Halbzeit zu viele Fehler unterlaufen sind. Besonders in der ersten Halbzeit haben wir im Positionsangriff gute Lösungen gefunden und vielversprechende Ansätze gezeigt. Darauf können wir aufbauen.

MARVIN MUNDUS: Ich finde, wir haben besonders in der ersten Halbzeit das, was wir in den letzten zwei Wochen trainiert haben, gut umgesetzt. Wir wollten mit hohem Tempo spielen, und das ist uns auch gelungen. Zudem haben wir im Angriff gute Lösungen gefunden. In der Abwehr haben wir uns allerdings individuell zu einfach schlagen lassen, dennoch ist das Ergebnis insgesamt in Ordnung.
In der zweiten Halbzeit haben wir dann doppelt so viele technische Fehler im Spiel nach vorne gemacht. Das war letztlich auch der entscheidende Unterschied und der Grund dafür, warum das Ergebnis am Ende so deutlich ausfällt. Hinzu kam, dass wir in der Abwehr die Eins-gegen-eins-Situationen erneut zu einfach verloren haben.
Nichtsdestotrotz war es ein guter erster Test, aus dem man viel mitnehmen, sehen und lernen kann. Bereits am Mittwoch geht es gegen TUSEM Essen, und dort wollen wir die Dinge, die noch nicht so gut waren, verbessern und das, was bereits gut funktioniert hat, noch besser machen.

CEVEN KLATT: Wir haben stellenweise etwas zu viel Risiko genommen, aber insgesamt war es ein guter Test für uns. Man konnte gut erkennen, woran wir in den vergangenen beiden Wochen gearbeitet haben. Besonders freue ich mich für Finn Scharnweber, der hier gut angekommen ist und gleich sein erstes Tor erzielen konnte.

MIRZA SIJARIC: Ich finde, das Spiel war gut. Hier und da haben wir diesen letzten Punch vermisst und freie Würfe liegen lassen, die wir eigentlich machen müssen. Das waren einige, aber insgesamt war es ein sehr gutes Spiel für heute. Vor allem Nico Schnabl hat das Spiel hervorragend gesteuert, das hat gut gepasst.








